Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Kuriositäten V

Es gab schon seit einer Weile keinen Eintrag mehr über Kuriositäten. Vielleicht auch einfach, weil wir uns mittlerweile an so vieles gewöhnt haben und es zu unserem Alltag dazugehört. Erstaunt…

Es gab schon seit einer Weile keinen Eintrag mehr über Kuriositäten. Vielleicht auch einfach, weil wir uns mittlerweile an so vieles gewöhnt haben und es zu unserem Alltag dazugehört.

Erstaunt bin ich immer wieder, wie viele Dinge in ein kleines Taxi reinpassen. Hier kam eine Dorcas Mutter vorbei, um vom Gästehaus einen alten Tisch, 4 Stühle und ein Regal abzuholen – natürlich noch mit Freundin und Baby dabei. Aber irgendwie bekommen sie es dann doch immer wieder alles mit. Selbst Kühlschränke können auf dem Dach solcher Taxen transportiert werden.

Schneemänner sehen bei uns immer so aus, denn Weihnachten ist hier im Sommer.

Die Telefonapparate hängen nicht nur überall, weil man sie noch nicht abgebaut hat, sondern weil sie noch wirklich benutzt werden!

Wenn man hier ein Huhn kauft, dann darf man nicht vergessen vor dem Kochen die Tüte aus dem Inneren zu holen. Hier findet man die leckeren Pfoten, das Herz und Innereien, die man sehr gut für Suppen verwenden kann.

Und so sieht ein Zahnarztbesuch während COVID Zeiten aus…

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Abschied

Auch wenn wir erst 3 Jahre hier in Peru sind, mussten wir uns bereits 2x von Langzeitmissionaren aus unserem Team verabschieden. Solch ein Abschied fällt nicht immer leicht, aber wir…

Auch wenn wir erst 3 Jahre hier in Peru sind, mussten wir uns bereits 2x von Langzeitmissionaren aus unserem Team verabschieden. Solch ein Abschied fällt nicht immer leicht, aber wir wissen, dass Gott einen Plan hat.

Nachdem sich unsere Kollegen aus der Schweiz sehr kurzfristig auf den Weg machen mussten und wir uns quarantänebedingt nicht richtig verabschieden konnten, hatten wir das Privileg mit unseren australischen Kollegen noch etwas mehr Zeit zu verbringen, bevor sie am Montag nach 9 Jahren Peru ihre Reise nach Australien angetreten haben.

Die letzten beiden Wochen wohnten sie neben uns im SIM Gästehaus und unsere Kinder hatten ständig Spielgefährten, weil wir die Verbindungstür im Garten öffnen konnten.

Kurz vor ihrer Abreise haben wir mit den Kindern in den Frühlingsferien noch mal einen kleinen Ausflug in die Berge gemacht, um ein paar Tiere zu sehen und zu einer Lagune zu fahren.

Auf der Höhe war das Wetter zwar sehr frisch, aber die Kinder haben es genossen nach den vielen Schultagen einfach mal in die Natur zu fahren. Mittlerweile sitzen unsere Kollegen im Flieger und landen hoffentlich nach 5-tägiger Reise heute in Sydney.

Gerne dürft ihr für weitere Missionare beten, die hier in Arequipa arbeiten möchten. Wir brauchen Unterstützung im Bereich theologische Ausbildung und auch in der Arbeit mit Frauen und Kindern.

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Kursende

Gestern habe ich die Endnoten meiner Studenten eingetragen. Das Ende eines Kurses ist immer ein besonderes Gefühl. Einerseits freut man sich, sich nun wieder auch auf andere Dinge (z.B. Doktorarbeit)…

Gestern habe ich die Endnoten meiner Studenten eingetragen. Das Ende eines Kurses ist immer ein besonderes Gefühl. Einerseits freut man sich, sich nun wieder auch auf andere Dinge (z.B. Doktorarbeit) konzentrieren zu können. Andererseits ist es auch immer ein wenig traurig.

Geplant war der letzte Kursabend folgendermaßen: 1) kurzes „Zusammenkommen“ via Zoom + Gebet; 2) alle legen das „examen final“ online ab (8 multiple choice Fragen und 1 Frage mit 2-3 Sätzen zu beantworten = 9 Fragen max. 20min???); und 3) wieder zusammen eine kleiner Gedanke und Gebet zum Abschluss (max. 10min).

Nun ja … „erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“. Kurz vor Beginn des Abends gab es bei uns im Bezirk einen kompletten Stromausfall. Ich konnte also die Studenten nicht via zoom begrüßen und für sie beten. Via WhatsApp habe ich dann den Studierenden Bescheid gegeben und ihnen ein Gebet geschrieben … große Aufregung und „Panik“ bei Vielen.

Um 18:45 Uhr war dann das Examen online und alle konnten anfangen. Die erste Abgabe war nach ca. 15 min … die letzte nach mehr als 1h 30 min. Aber, alle haben das Examen bestanden (m. E. war es auch unmöglich hier durchzufallen).

Was mir immer wieder auffällt ist, dass man kritischen Denken und oftmals auch grundlegendes Bibel- bzw. Theologiewissen nicht voraussetzen darf. Das kritische Denken wurde bisher in dem Erziehungssystem Perus (und in vielen Ländern Lateinamerikas) nicht gefördert oder gar erwünscht. Es ist also eine meiner Aufgaben dieses Denken etwas mehr und mehr in den Vordergrund zu rücken, so dass sie nicht einfach das als Wahrheit annehmen, was eine Autoritätsfigur ihnen sagt.

Des Weiteren bedarf es eines gründlichen Neu-Erdenkens unseres Bibelinstituts. Obwohl dieses nun schon seit mehr als 20 Jahre existiert, sind viele Dinge unklar bzw. nie ausgearbeitet worden ( … naja, das wäre aber nun ein anderes Thema).

Zurück zum letzten Kursabend. Nachdem nun die letze Person das Examen eingereicht hatte, haben wir uns nochmals online getroffen. Mein Plan von ca. 10min hat auch nicht wirklich hingehauen. Viele der 15 Studierenden wollten sich noch bei mir persönlich und ihren Mitstudenten bedanken. Es war eine sehr schöne und auch emotionale Zeit (ein paar Tränen der Dankbarkeit und Freude sind auch geflossen).

Obwohl das akademische Niveau mir wirklich zu schaffen macht, bin ich immer wieder über das Engagement und den Fleiß der Studierenden mehr als positiv überrascht. Eine Studentin hat sich sogar aus ihrer Lehmhütte im Hochland Cuscos bei jedem Kursabend dazugeschaltet – wow!

Gott segne die Studierenden in ihrem privaten, als auch gemeindlichen Leben. Solo Deo gloria!

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Dorcas während COVID

Leider ist es immer noch so, dass wir uns laut dem Präsidenten bis mindestens Dezember nicht versammeln werden dürfen. Trotzdem geht die Dorcas Arbeit weiter. Zum einen haben wir in…

Leider ist es immer noch so, dass wir uns laut dem Präsidenten bis mindestens Dezember nicht versammeln werden dürfen. Trotzdem geht die Dorcas Arbeit weiter.

Zum einen haben wir in der ganz strengen Quarantäne viele Lebensmittelpakete verteilt und ziemlich bald danach auch wieder Kleidung gebracht. Von unseren Daten wusste ich, welches Alter die Kinder haben und so konnte ich für die einzelne Mütter nach und nach Tüten mit Kleidung packen und sie ihnen vorbeifahren. So kommt man auch gut ins Gespräch und hört, wie es ihnen wirklich geht.

Sonia hilft mir jede Woche beim Verpacken von Kleidungstüten. Ihre beiden Jungs sind auch dabei. Peruanische Frauen sind in der Regel alle etwas kleiner, von daher muss man sich für Fotos immer etwas herunterbeugen 🙂

Kurz vor der Quarantäne hatte ich von einigen Familien hier in Arequipa Kleidung sammeln können (für ältere Kinder und Erwachsene), die ich immer wieder auf meine Touren mitgenommen hatte und aus denen sich die Mütter dann nach ihrem Bedarf etwas aussuchen konnten. Mittlerweile wissen schon einige, dass sie mir ihre alte Kleidung oder Haushaltsartikel abgeben können und sie bei den Dorcas Müttern dankbar angenommen werden.

Zudem konnten mir verschiedene Mütter vermehrt Kleidung nähen und stricken, die wir ihnen vom Dorcasgeld aus abkaufen konnten. In dieser Weise sind sie nicht nur Empfänger, sondern können auch etwas für die anderen Mütter beitragen.

Somit hatten sie in dieser schwierigen Zeit ein kleines Einkommen für ihre Familie. Es ist immer noch so, dass viele Mütter ins Hochland fahren, um über die Runden zu kommen, weil sie in der Stadt noch keine Arbeit haben. Aber sie erzählen mir immer wieder wie Gott sie versorgt und sie in dieser schwierigen Zeit nicht alleine lässt.

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Sonntags wieder raus…

Vor kurzem wurde endlich die Regelung aufgehoben, dass wir sonntags nicht raus dürfen. Bisher gab es nachts und an Sonntagen komplette Ausgangssperre. Nun darf man zwar sonntags nicht mit dem…

Vor kurzem wurde endlich die Regelung aufgehoben, dass wir sonntags nicht raus dürfen. Bisher gab es nachts und an Sonntagen komplette Ausgangssperre. Nun darf man zwar sonntags nicht mit dem Auto raus, aber Spazierengehen ist kein Problem.

Natürlich müssen wir überall mit Maske hin (sonst gibt es hohe Geldstrafen), aber wir haben es genossen, durch die leeren Straßen zu schlendern.

Offiziell dürfen sich Kinder zwar nur 500m vom Haus entfernen, aber das kontrolliert mittlerweile keiner mehr. So sind wir zu unserem schönen Aussichtsplatz in Yanahuara gelaufen.

Hier hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt.

Zum Eis essen durfte man dann aber auch mal kurz die Maske absetzen…

Nach 6 Monaten ist für uns so ein Spaziergang echt was ganz besonderes 🙂

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Jüngerschaft

In unserer Gemeinde wurde in diesem Jahr ein Schwerpunkt auf Jüngerschaft gelegt. Zuerst wurde das Jüngerschafts-Handbuch mit 10 Lektionen im Leiterschaftsgremium besprochen. Als nächsten Schritte haben wir uns zu viert…

In unserer Gemeinde wurde in diesem Jahr ein Schwerpunkt auf Jüngerschaft gelegt. Zuerst wurde das Jüngerschafts-Handbuch mit 10 Lektionen im Leiterschaftsgremium besprochen.

Als nächsten Schritte haben wir uns zu viert als Leitungsteam des Kindergottesdienstes getroffen, um die verschiedenen Kapitel durchzugehen und in zwei Wochen wird jeder einzelne von uns vieren dann mit jeweils anderen Mitarbeitern vom Kindergottesdienst das Handbuch in den kommenden 10 Wochen besprechen.

Das Schöne dabei ist, dass wir immer in kleinen Gruppen und damit auch auf einer persönlichen Ebene bleiben können. Die Gespräche zeigen sehr gut auf, dass selbst unter den Leitern nicht alle grundlegenden Fragen des Glaubens geklärt sind.

Aus diesem Grunde finde ich es sehr hilfreich, dass diese Fragen mit allen durchgesprochen werden. Sie regen dazu an auch vom persönlichen Leben zu berichten.

Auch Benni merkt in seinen Klassen immer wieder, dass oft die grundlegenden Fragen noch nicht geklärt und besprochen wurden. Von daher sehen wir diesen Ansatz der Gemeinde als sehr hilfreich an. Da wir uns immer noch nicht persönlich treffen dürfen, finden alle diese Treffen von zu Hause über Zoom statt.

Bitte betet doch für die einzelnen Teilnehmer, dass sie in diesen Klassen auch ihre ganz persönlichen Fragen mit einbringen können, um Gott besser zu verstehen.

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Vox Petri

Eines der Dinge, die mir hier in meiner Arbeit doch etwas fehlt, sind Gespräche und Konferenzen zu biblisch-theologischen Gedanken. In unserer digitalen Welt gibt es natürlich Abhilfe durch Podcasts. Eines…

Eines der Dinge, die mir hier in meiner Arbeit doch etwas fehlt, sind Gespräche und Konferenzen zu biblisch-theologischen Gedanken. In unserer digitalen Welt gibt es natürlich Abhilfe durch Podcasts.

Eines meiner Lieblings-Podcasts ist OnScript. Heute möchte ich euch aber einen anderen Podcast vorstellen – einen Podcast meiner lieben Kollegen der Trinity Evangelical Divinity School: Foreword. In diesem Podcast führen Michelle Knight, Josh Jipp (mein 2. Supervisor im PhD), Madison Pierce und James Arcadi interessante Gespräche.

Schaut doch einfach mal rein. Der neueste Beitrag ist mit Dr. Gene L. Green u.a. über sein Buch Vox Petri.

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Hier das spannende Interview:

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TNT

In meinem Kalender und auch sonst wo kürze ich eigentlich Theologie des Neuen Testamentes (TNT) mit NTT ab (New Testament Theology). Da aber auch der spanische Begriff Teología del Nuevo…

In meinem Kalender und auch sonst wo kürze ich eigentlich Theologie des Neuen Testamentes (TNT) mit NTT ab (New Testament Theology). Da aber auch der spanische Begriff Teología del Nuevo Testamento mit TNT abgekürzt werden kann, habe ich hier und da mal TNT in meinen Notizen stehen. Ich hoffe, dass öffentliche Behörden verstehen worum es geht …

Nun ja, wie auch immer. Ich wollte Euch ein wenig in meinen Unterricht zur Theologie des NT mit hineinnehmen. In meinem letzten Eintrag habe ich bereits ein wenig über die allgemeine Situation geschrieben (siehe hier).

Learn, Student, Laptop, Internet, Online, Books, Woman

Meine schönsten Momente in einem Kurs sind, wenn ich das Feuer in den Augen (und Herzen) der Teilnehmer sehen (bzw. spüren) darf. Das ist der Moment, wo man merkt „Jetzt ist der Groschen gefallen! Er oder sie hat’s geschnaggeld.“

Weitere Highlight sind auch Momente, in denen tiefergehende Fragen gestellt werden. An einem Abend zur Theologie des Evangeliums nach Matthäus haben wir uns den Anfang und das Ende des Buches etwas näher angeschaut. Neben anderen Dingen hatte ich darauf hingewiesen, dass wir hier vier (bzw. fünf) Frauen in der Genealogie von Jesus finden. Kurz verwies ich darauf, dass viele von diesen Frauen „Ausländer“ sind und fragte ob dies evtl. etwas über die Theologie des Matthäus aussagen könnte.

Library, Card Catalog, Books, Research, Historical

Kurz vor der Pause fragte dann noch ein Teilnehmer, ob es noch mehr Gemeinsamkeiten der vier/fünf Frauen gäbe. Dies habe ich dann zum Anlass genommen (nach der Pause!) darüber zu sprechen, dass es genau solche Fragen sind, die uns antreiben tiefer in den Text einzusteigen. Da für den Kurs eine kleine Hausarbeit zu schrieben ist, sagte ich dem Teilnehmer: „Jetzt hast Du ja bereits Dein Thema für die Hausarbeit.“

Meine Philosophie in der theologischen Ausbildung ist es nicht Antworten auf alle möglichen Fragen zu geben, sondern den Studenten zu helfen selber auf diese (durch Fleiß und Schweiß) zu stoßen.

Ich bin schon mal gespannt auf die Hausarbeit zu Matthäus Kapitel 1.   

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