Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Anchapara

Wenn wir in Deutschland von der Pampa sprechen, wusste ich oft nicht, dass dies in Peru ein wirklicher Begriff für entlegene Hochebenen ist. Bei vielen Reisen in das Hochland Arequipa…

Wenn wir in Deutschland von der Pampa sprechen, wusste ich oft nicht, dass dies in Peru ein wirklicher Begriff für entlegene Hochebenen ist. Bei vielen Reisen in das Hochland Arequipa (theologische Ausbildung vor Ort) sind wir wirklich mitten in der Pampa unterwegs.

Oft weiß ich nicht einmal wo die Orte liegen … das liegt auch daran, dass es gar keine Orte sind, sondern oft einfach einzelne Höfe (estanicas). So fuhr ich neulich Richtung Imata (ein kleineres Dorf) um mich dort mit meinem Kollegen hermano René zu treffen. Er sollte mir dann den Weg nach „Anchapara“ zeigen. Nun … René kam nicht. Aber (Gott sei Dank!) war dort ein anderer hermano, der mitfuhr und mir den Weg durch die Pampa zeigen konnte (unglaublich wie viel verschiedene Abzweigungen es in der Pampa gibt …).

Nach nur einer Stunde Fahrt (Geschwindigkeit zwischen 10-20 km/h je nach „Wegbelag“) kamen wir auch endlich auf der estancia an. Den ganzen Tag über versuchte ich hermano René via Handy zu erreichen. Da er aber selbst gerade auf seiner estancia war, um dort seine Tiere zu hüten (vor allem Alpakas), hatte er kein Netzempfang. Als ich ihn dann erreichte, fragte ich ihn wo er jetzt sei und er sagte er wäre nun in „Imata“. Er hatte allerdings sein Motorrad dabei und konnte so selbst zur estancia fahren. Leider ging es seiner Frau nicht gut, so dass er bereits am Samstag wieder fuhr, um sich um seine Frau zu kümmern.

Ein Höhepunkt dieser Reise war die Taufe der vier jungen Studenten. Gott ist groß … auch auf kleinen Hölfen!!!

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Kuriositäten II

Gerade befinden wir uns in der Vorweihnachtszeit. So richtig in Stimmung kommt man bei den warmen Temperaturen noch nicht, aber man wird daran erinnert, so bald man ein Einkaufszentrum betritt….

Gerade befinden wir uns in der Vorweihnachtszeit. So richtig in Stimmung kommt man bei den warmen Temperaturen noch nicht, aber man wird daran erinnert, so bald man ein Einkaufszentrum betritt. Grundsätzlich ist viel mehr los und aus allen Lautsprechern erschallt die Weihnachtsmusik.

 

 

 

Immer wieder sieht man auch Menschen aus dem Hochland ihre Einkäufe tätigen. Das kuriose ist hierbei, dass manche von ihnen noch nie eine Rolltreppe betreten haben. Oft stehen sie eine Zeit lang am Aufstieg und man merkt, dass sie sich nicht drauf trauen. Die Angestellten nehmen sie dann an die Hand und zeigen ihnen, wie man Rolltreppe fährt. Für uns ist das unvorstellbar… Die großen Einkaufszentren kamen erst in den letzten 5-10 Jahren und man merkt, dass sie mehr und mehr überall auftauchen. Früher gab es nur die kleinen Tante-Emma Läden in der Stadt.

Benni nimmt auf seinen Hochlandfahrten auch immer wieder „hermanos“ (Brüder) aus dem Hochland mit. Neulich bat er einen der Studenten doch bitte den Autogurt anzulegen, weil er vorne gesessen hat. Im Hochland hat natürlich nicht jeder ein Auto und wenn, dann schnallen sich die meisten sowieso nicht an. Er wusste gar nicht, wie er mit dem Gurt umgehen sollte und hat ihn sich um den Hals gelegt.

Rückspiegel werden überbewertet… Hier in Arequipa gibt es unheimlich viele Taxis, weil man sehr günstig von einem Ort zum anderen kommt (zwischen 1-3 Euro). Immer mehr Taxifahrer haben vorne ein Handy hängen, um sich die Zeit mit Youtube zu vertreiben. Neulich im Taxi hing aber gleich ein ganzes Tablet am Spiegel!

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Kuriositäten I

Die nächsten beiden Blogeinträge nenne ich mal „Kuriositäten“. Es sind Dinge, die anders sind, als wir das in Deutschland gewöhnt gewesen sind. Nicht schlechter, nicht besser… einfach anders. Die Peruaner…

Die nächsten beiden Blogeinträge nenne ich mal „Kuriositäten“. Es sind Dinge, die anders sind, als wir das in Deutschland gewöhnt gewesen sind. Nicht schlechter, nicht besser… einfach anders.

Die Peruaner haben ganz selten in ihren Häusern „richtige Lampen“. Für gewöhnlich sieht man einfach nur die Halterung mit einer Glühbirne drin. Dankbarerweise gibt es hier auch „warmes Licht“, aber oftmals ist in den Häusern nur „Kaltlicht“ vorzufinden.

 

 

 

Tabletten kann man bei der Apotheke auch einzeln kaufen. Als ich einmal Medikamente kaufen musste war ich ganz erstaunt über die Frage, wie viele Pillen ich denn haben möchte (brauchte nur drei). Aber eigentlich ist es praktisch.

 

Dinge nicht in einer Packung zu kaufen, sondern auf Nachfrage gibt es aber oft. Hier links bin ich in einem Dekoladen. Da kann ich durchaus auch einfach nur einen Meter von einem bestimmten Band kaufen.

Wenn ich auf dem Markt bin, kann ich die Verkäuferin bitten mir eine halbe Ananas zu schneiden, oder ein halbes Käserad. Das ist überhaupt kein Problem.

 

Einen Briefkasten sucht man hier vergeblich. Für alles muss man zur Post laufen, oder einen privaten Kurierdienst beauftragen (wobei man hierfür auch zum Office laufen muss).

Die Strom- und Wasserrechnung wird einem einfach über den Zaun geschmissen. Wenn sie mal weggeweht wurde, hat man Pech gehabt. In meinem Kalender steht, wann sie ungefähr kommt. Wenn sie dann nicht da ist, kann ich die Rechnung in einem Tante Emma Laden auch mit meiner Nummer bezahlen.

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Führerschein

Endlich ist er da. Nach etlichen Wochen … Monaten … der Vorbereitung und Versuches den Prozess hier in Peru zu verstehen, habe ich letzten Montag beim Ministerio de Transporte y…

Endlich ist er da. Nach etlichen Wochen … Monaten … der Vorbereitung und Versuches den Prozess hier in Peru zu verstehen, habe ich letzten Montag beim Ministerio de Transporte y Comunicación (MTC) meinen peruanischen Führerschein abgeholt.

Der deutsche Führerschein (sowie auch der internationale Führerschein, den man in Peru aber nicht zu brauchen scheint) zählt nur sechs Monate ab Einreisedatum. Manche von Euch wissen ja, dass ich ca. einmal pro Monat in das Hochland Arequipas fahre (4000-5000m) um dort an der theologischen Ausbildung vor Ort mitzuwirken. Hierzu haben wir den Dienstwagen meines Vorgängers abkaufen können (bzw. sind wir noch im Prozess der Finanzierung … wer dies unterstützen möchte, kann dies gerne tun: hier mehr).

Den Führerschein zu erwerben war eine größere, höchst umständliche Angelegenheit. Dies hat vor allem mit den unterschiedlichen Informationen zu tun, die man auch von offizieller Seite (amtlich sozusagen) bekommt.

Man kann den Führerschein natürlich ganz normal wie ein Peruaner machen. Dazu muss man allerdings auch eine Fahrprüfung ablegen. Diese wird in einem künstlichen Parkur mit peniblen Kleinigkeiten gemacht. Das kann man natürlich schaffen. Da aber viel geschmiert wird, gibt es die Erwartung, dass man den Prüfer zahlt und so durch die Prüfung kommt. Wenn man hierzu allerdings nicht bereit ist (und Christen sollten sich hier hinterfragen), muss damit rechnen mehrmals durchzufallen, so dass die gleiche „Einnahme“ zustande kommt. Dies wollte ich mir ersparen.

höchst interessanter psychologischer TestNach mehreren Umfragen (persönlich als auch amtlich) hieß es, dass ich meinen Führerschein an einem Tag in Lima machen könnte. Dafür benötigt man lediglich eine medizinische Untersuchung (Dauer rund drei Stunden mit höchst interessanten psychologischen Tests …) und das Ablegen einer theoretischen Prüfung. Diese Art den Führerschein zu machen heißt „canje“ (also eine Art Übertragung des deutschen Führerscheins…siehe hier). Dies gelingt natürlich nur, wenn man die richtigen Dokumente aus Deutschland offiziell übersetzt und beglaubigt vorhanden hat. Zu den Dokumenten gleich noch mehr. Als ich dann extra nach Lima geflogen bin um meinen Führerschein zu machen, stellte sich heraus, dass man diesen nicht mehr an einem Tag machen kann, sondern man benötigt 10-15 Tage, die zwischen der Untersuchung und der Prüfung liegen sollen.

Nun hatte ich schon meine medizinische Untersuchung hinter mir (und dort ist mir ein Fehler passiert, der aber letztendlich keine Konsequenzen mehr hatte) und sollte also 10-15 Tage warten. Da sagte ich, dass dies nicht ginge. Ich hätte nämlich für die theoretische Prüfung (für die ich normalerweise 5min brauchte…kann man online testen) extra nochmal nach Lima fliegen müssen … wie gesagt für 5min Prüfung. Das ginge so nicht!Also sagte ich im Amt, dass ich meinen Führerschein in Arequipa machen werde. Das stellt allerdings ein Problem dar, weil ich meine med. Untersuchung ja in Lima gemacht habe. Das ginge so nicht, sagte man mir. Also musste ich offiziell (bei einem anderen Amt bzw. andere Zweigstelle in Lima) ein Dokument einreichen um diese Untersuchung aus dem System herausnehmen zu lassen. Was wiederum 10-14 Tage dauern sollte.

Im Amt in der Hauptstadt fragte ich nochmals, ob man auch einen „canje“ in Arequipa machen könne (meine bisherigen Informationen waren, dass dies nicht möglich sei … deshalb bin ich ja nach Lima …). Von drei Personen im Amt sagten mir zwei, dass dies auch keinen Fall möglich sei.

Ich bin also zurück nach Arequipa mit dem Gedanken auch die Fahrprüfung ablegen zu müssen und so viel Zeit und auch Geld zu verlieren.

In Arequipa bin ich dann zum hiesigen MTC und habe gleich mit der Chefin dort reden können (also „gleich“ bedeutet nur eine Stunde Wartezeit). Als ich ihr erklärte, was ich machen möchte, sagte sie mir, dass ich doch einfach den „canje“ machen könne … hier in Arequipa! Da ist mir echt ein Stein vom Herzen gefallen. schon seit 2016 möglichAllerdings war ich auch etwas verwirrt, da mir ja mehrmals bereits von offizieller Seite gesagt wurde, dass dies in Arequipa nicht ging. Dies sagte ich auch der Chefin und sie zeigte mir ein offizielles Schreiben und meinte, dass ein „canje“ schon seit 2016 in Arequipa möglich sei …

Es gäbe noch mehr zu erzählen … aber ich denke ihr habt hiermit einen kleinen Einblick in das peruanische System bekommen. Ach, und wer meint die Bürokratie in Deutschland sei höchst kompliziert, den lade ich gerne mal zu uns auf einen Kaffee ein 🙂

Ich wollte ja noch kurz etwas zu den benötigten Dokumenten sagen, die man braucht um einen „canje“ zu machen. Informationen hierzu gibt es auch auf der Homepage der Deutschen Botschaft, obwohl diese Reglungen vor allem für Lima zählen. Wer in Arequipa ein „canje“ macht, sollte sich die oben angeführten Dokumente anschauen.

Diese Dokumente benötigt man für einen „canje“:

  • Originalbescheinigung des Auszugs aus dem Zentralen Fahrerlaubnisregister (ZFER) des Kraftfahrtbundesamts (KBA) [kann auf der Homepage der Deustchen Botschaft eingesehen werden]
  • eine Haager Apostille vom Bundesverwaltungsamt (BVA) … diese wird im Zusammenspiel mit dem KBA beantragt
  • Eine offiziell beglaubigte Übersetzung des ZFER und der Apostille (ist nur in Lima möglich oder zumindest nicht in Arequipa)
  • mind. eine Kopie der gültigen Carnet de Extranjería (Personalausweis hier in Peru)
  • mind. eine Kopie des gültigen deutschen Originalführerscheins (es empfiehlt sich von allem 2-3 Kopien zu haben)
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Timothy Turned Ten

A Prayer for My Son / A Letter to Him  Dear Timothy, my little „I-know-it-better“. Another year has passed and it amazes me how well you have settled here in…

A Prayer for My Son / A Letter to Him 

Dear Timothy,

my little „I-know-it-better“. Another year has passed and it amazes me how well you have settled here in Arequipa. You have a bright mind and you are grwoing more and more into a man. I thank God for you!

To us it is also wonderful to see that you are creating friendships in school and church. May God guide you in choosing persons so that you might be a blessing to them (and hopefully they to you too).

Thank you, Heavenly Father, for Tim. Thank you for his gifts. Thank you for letting him be part of our family.

This year you have chosen to play ping-pong and you play it like a pro. I am looking forward to our new house and hopefully a table to play ping-pong with you … maybe, but only maybe, I will let you win once or twice 🙂

God loves you Tim, we love you, and your friends and wider family love you! May you grow in God’s love so that you can reflect His love to those around you.

In Christ. AMEN.

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