Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

WM-Qualifikation

Heute war ein ganz besonderer Tag in der Geschichte Perus. Die peruanische Fußball-Nationalmannschaft hat sich doch tatsächlich für die WM 2018 qualifiziert!!! Dies war seit 36 Jahren nicht mehr der…

Heute war ein ganz besonderer Tag in der Geschichte Perus. Die peruanische Fußball-Nationalmannschaft hat sich doch tatsächlich für die WM 2018 qualifiziert!!! Dies war seit 36 Jahren nicht mehr der Fall.


Der Schritt dahin war gar nicht so einfach. Zum einen durfte der Kapitän die letzten beiden Spiele nicht mitspielen – ein wirklicher Verlust. In Argentinien wurde er wegen Dopingverdachts zunächst einmal ausgeschlossen. Dieser Test wird von den Peruanern in vielerlei Hinsicht sehr umstritten gesehen.

Zum anderen wurde das letzte Spiel gegen Neuseeland alles andere als spektakulär gespielt. Neuseeland hatte dadurch, dass das finale Spiel in Peru stattfand den Vorteil, dass die Tore doppelt zählen würden.

Gestern haben die Peruaner aber gezeigt, was in ihnen steckt. In ihrem eigenen Land durften sie  die Qualifikation in die Weltmeisterschaft feiern. Selbst hier in Arequipa gab es Feuerwerk, Hupkonzerte und Partys. Der Präsident hatte bereits am Dienstag festgelegt, dass falls Peru sich qualifizieren sollte, keiner am Donnerstag zur Schule gehen und auch niemand im öffentlichen Dienst arbeiten müsse.

Der Traum ist wahr geworden und die Peruaner sind Teil der WM 2018!!!

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Timothy Turned Nine

A Prayer for My Son / A Letter to Him  Dear Timothy, You have been adjusting amazingly to our new “home” – Peru. I do not know of anyone who…

A Prayer for My Son / A Letter to Him 

Dear Timothy,

You have been adjusting amazingly to our new “home” – Peru. I do not know of anyone who would write straight A’s (here AD’s) within the first weeks of school in a language he hardly understands. God has gifted you with a wonderful mind and I hope and know that I too will profit from it.

Thank you, Heavenly Father, for sending us this gift. A gentleman who knows how to treat people around him and be aware of their needs as well (although he is also a dreamer!).

Now that you have your own chess-board no one and nothing is going to stop you 😉.

Thanks Tim for keeping our lives interesting and asking the questions which need to be asked. May God give you the wisdom to keep asking the right questions, finding some of the answers, and living accordingly.

We love you.

In Christ. AMEN.

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Notfalltasche

Jeder Missionar wird in Peru dazu angehalten einen „Notfalltasche“ parat zu haben. Bekannterweise gibt es in diesem Land immer wieder Erdbeben. Meistens sind diese schwächer und nur von kurzer Dauer,…

Jeder Missionar wird in Peru dazu angehalten einen „Notfalltasche“ parat zu haben. Bekannterweise gibt es in diesem Land immer wieder Erdbeben. Meistens sind diese schwächer und nur von kurzer Dauer, aber es ist wichtig, dass wir auch für einen Ernstfall gewappnet sind. Hierfür muss bei jedem von unserem Team eine Tasche bereit stehen.

In dieser Tasche befinden sich folgende Dinge:
– Bargeld
– Pässe
– Persönliche Dokumente
– Medikamente
– 1. Hilfe Utensilien
– Taschenlampe und Batterien
– Wasserreinigungstabletten
– Decken oder Schlafsack (falls das Erdbeben in der Nacht ist)
– Ersatzkleidung (falls man im Schlafanzug raus musste)
– Dosenessen
– ausgedruckter Notfallplan

Der Notfallplan beschreibt, wer als erstes kontaktiert werden muss. Im Ernstfall besteht natürlich keine Garantie, dass das Handynetz funktionieren sollte. In diesem Falle versucht der Teamkoordinator alle per Fuß oder Fahrrad zu erreichen, um sicher zu stellen, dass alle in Ordnung sind.

Grundsätzlich sagt man, dass man 15-20 Sekunden Zeit hat, um bei einem Erdbeben das Haus zu verlassen. Aus dem 3. Stock in der Nacht wird das schon schwieriger und so haben wir mit den Jungs bereits besprochen, wo wir uns im Falle eines Erdbebens aufhalten. Dadurch, dass die Fenster parallel zueinander verlaufen hört man das Erdbeben immer sofort durch das Klappern der Fenster, so dass man theoretisch automatisch aufwacht (ich bin da eine Ausnahme… aber Benni ist sofort wach!).

Die regulären Häuser sind hier grundsätzlich erdbebensicher gebaut, so dass selbst bei größeren Erdbeben bisher keine Schäden entstanden sind.

Die Schule der Jungs besitzt ein Frühwarnsystem und ist demnach auch ein sicherer Ort.

Wir sind hier sehr gut vernetzt. Jeder muss einen Reiseplan abgeben, wenn er die Stadt verlässt. Wenn jemand ins Hochland fährt und nicht zum angegeben Zeitpunkt zurückkommt und telefonisch nicht zu erreichen ist, fährt ein Teammitglied hin und geht auf die Suche. Besonders, wenn die Straßen in der Regenzeit sehr schlecht sind, kann es gefährlich werden alleine im Hochland unterwegs zu sein.

Wie gut ist es, dass Gott immer weiß, wo wir uns befinden und wir uns beschützt wissen dürfen!

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Besuch im Garten…

Heute haben wir Spanisch-Nachhilfe ganz praktisch erlebt. Mit unserer Nachbarin waren wir im Garten ihrer Eltern und haben uns angeschaut, wie die Früchte wachsen (natürlich haben wir dabei auch alle…

Heute haben wir Spanisch-Nachhilfe ganz praktisch erlebt. Mit unserer Nachbarin waren wir im Garten ihrer Eltern und haben uns angeschaut, wie die Früchte wachsen (natürlich haben wir dabei auch alle entsprechenden spanischen Wörter gelernt).

Ihre Eltern stellen selber Eis her und benutzen hierbei ihre eigenen Früchte.

Damit auch ihr einen Einblick in die Früchte Perus bekommt poste ich hier mal ein paar Bilder:

Kleine Papayas (noch unreif)

Limonen

Orangen

Feigen

Und natürlich unheimlich viele Avocados. Wir essen sehr gerne Guacamole und Avocados gibt es hier reichlich.

Gerade genießen wir auch, dass die Zeit der Sommerfrüchte beginnt. Erdbeeren, Melonen und besonders Trauben schmecken jetzt immer besser. Wie cool muss es doch im Garten Eden gewesen sein bei all der Auswahl 🙂

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„Cristo moreno“

Da der „Señor de los Milagros“ hier in Peru den ganzen Oktober über eine wichtige Rolle spielt, gebe ich für die, die den Ursprung dieses Festes kennen möchten, noch eine…

Da der „Señor de los Milagros“ hier in Peru den ganzen Oktober über eine wichtige Rolle spielt, gebe ich für die, die den Ursprung dieses Festes kennen möchten, noch eine etwas detailliertere Ausführung. Benni hatte schon ein Video der Prozession hier in Arequipa gepostet.

In Südamerika gab es Tausende von Sklaven, die aus Westafrika nach Peru gebracht wurden. Einer dieser hatte ein Wandbild von dem gekreuzigten Jesus gemalt. Aufgrund des eigenen Hintergrundes wurde Jesus mit einer braunen Hautfarbe gemalt – deshalb nennt man das Bild auch „Cristo Moreno“ (der braune Christus).

1655 wurde Lima von einem Erdbeben erschüttert, das tausende von Menschen tötete und viele verletzte. Die Gemeinde, in der das Wandbild stand, wurde komplett zerstört, mit Ausnahme des Bildes selbst.

1670 entdeckte Antonio León dieses Bild und daraufhin begann die Verehrung. Antonio litt unter einem Gehirntumor, der laut den Ärzten nicht mehr geheilt werden konnte. Nachdem er sich dem Wandbild genähert und um Heilung gebeten hatte, geschah ein Wunder und er wurde geheilt.

Es blieb nicht nur bei diesem einen Wunder und so begann man spezielle Gottesdienste abzuhalten.

1687 gab es wieder ein stärkeres Erdbeben, aber das Wandbild blieb intakt und so hatte man veranlasst, dass eine Kopie aus Öl hergestellt werden sollte, die einmal im Jahr für eine große Prozession verwendet werden sollte. Diese Prozessionen findet seitdem jedes Jahr im Oktober in ganz Peru statt. Alle, die daran teilnehmen, erhalten einen speziellen Segen für die ganze Familie.

Die Menschen laufen in der Prozession rückwärts, weil sie ihren Blick nicht vom Bild abwenden dürfen.

Im Oktober kann man sehr viele Frauen in violetten Kleidern mit einer weißen Kordel als Gürtel sehen. Hier können verschiedene Mengen an Knoten entdeckt werden. Ein Knoten bedeutet ein Versprechen, dass man dem „Herrn der Wunder“ gegeben hat. Wenn das Bild die Bitte erfüllt (z.B. bezüglich Liebe, Geld, Gesundheit oder der Arbeit), dann verspricht die Person ihr Versprechen einzuhalten (z.B. einen ganzen Monat im violetten Kleid zu laufen, oder jeden Tag ein Gebet zu sprechen, oder…). Der Knoten soll den Gläubigen daran erinnern dieses Versprechen zu halten.

Zudem isst man im Oktober oft „El Turrón“ – eine Süßspeise aus Teig und Honig (und unheimlich viel Zucker!)

Die Tradition kam von einer Sklavin, die gelähmt war und in einer Prozession des „Herrn der Wunder“ darum gebeten hatte, geheilt zu werden. Während dieser Prozession konnte sie plötzlich wieder ihre Arme und Hände bewegen. In der gleichen Nacht hatte sie einen Traum vom Rezept dieser Süßspeise. Am darauffolgenden Tag hat sie diese zubereitet an viele arme Menschen verteilt. Seitdem wird diese Süßspeise im Oktober gegessen.

Für uns deutsche Protestanten sind diese ganzen Prozessionen gewöhnungsbedürftig. So viel beruht darauf selbst etwas tun zu müssen, bestimmte Riten einzuhalten und von Gott etwas zu „erbitten“, wofür man dann anschließend aus „Dankbarkeit“ Werke tut.

Ist das aber Gott so wie wir ihn aus der Bibel kennen?

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Wie Gott mir, so ich Dir!

Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach. (Psalm 34,15) Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre. (Römerbrief 15,7) Wie passend…

Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach.
(Psalm 34,15)

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre.
(Römerbrief 15,7)

Wie passend ist doch diese Losung für den heutigen Tag! Heute feiern viele Christen den 500. Jahrestag der Reformation (unter anderen von Martin Luther eingeleitet). Vieles wird in diesen Tagen über die Reformation geschrieben und ich werde hierzu nichts hinzufügen. Was ich jedoch mache, ist ein paar kurze Gedanken zu dem Vers 7 aus dem 15. Kapitel des Römerbriefes nieder zuschreiben.

Wie in vielen Abschnitten des Neuen Testamentes kommt in Vers 7 aus dem Indikativ ein Imperativ hervor. Das heißt, es ist etwas geschehen (Indikativ) und deshalb sollen wir auf eine bestimmte Art und Weise handeln (Imperativ). Hier also konkret: Weil Christus uns angenommen hat (Indikativ), können und sollen auch wir einander annehmen (Imperativ). Ein Autor schreibt zu diesem Thema folgendes:[i]

Die christliche Ethik ist einzigartig und unvergleichlich in dieser Welt, denn sie geht nicht von Geboten und Gesetzen, von Ängsten und Zwängen aus, sie bedroht und zwingt den Menschen nicht, sondern sie hat ihre Begründung und ihren Inhalt in der Liebe Jesu zu uns! Der Grund der Ethik heißt nicht: Du sollst!, oder: Du musst!, sondern: Du bist in Jesus unendlich geliebt und gewollt. Er, der dich liebt, ist dir nahe und will dich in seiner Liebe und Versöhnung bestimmen und führen. Er will sich in dein Inneres versenken und in dir wohnen. Darum setze dich dieser ewigen Liebe aus, und dann lebe diese Liebe.

Ähnlich drückt es auch ein altes Kirchenlied aus:[ii]

Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesu offenbart;
Ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward;
Ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.

In erster Linie geht es also nicht um Frage des Dürfens oder des Verbots, sondern: „Wie kann ich als ein durch Christus befreiter Mensch meinem Herrn so nachfolgen, dass mein Leben eine Antwort auf sein ‚Ja‘ zu mir ist?“ Dieses „Ja“ gilt doch allen – in und außerhalb der Gemeinde!

Das einander Annehmen hat durchaus auch missionarische Wirkung: „Andere – gerade auch Nichtchristen – sollen an der Gemeinde erkennen können, dass Angenommen-Sein die Basis dafür ist, andere annehmen zu können.“[iii] Also wiederum das Zusammenspiel von Indikativ und Imperativ.

Es ist also nicht unser Handeln, welches unser Heil erwirkt. Als könnten wir Gott beeindrucken und Ihn in eine Art Schuld an uns drängen. So frei nach dem Motto: „Ach gucke da! Der Benni hat sich jetzt aber so angestrengt gut zu sein, dass ich ihm jetzt wirklich meine Liebe schulde.“ Nein, es ist ganz anders. Und jeder, der von der Liebe Gottes durch Seinen Sohn berührt wird, weiß dies auch. Es ist also besser zu sagen: „Unser Handeln als Christen ist Folge des Heils, nicht Voraussetzung.“[iv]

Zum Schluss noch ein Gebet Martin Luthers, das das voranstehende noch einmal bekräftigt:[v]

Siehe, mein Herr Christus, da hat mir mein Nächster Schaden zugefügt, hat mich in meiner Ehre gekränkt. Er hat sich an meinem Eigentum vergriffen. Das kann ich nicht ertragen. Darum wünsche ich ihm den Tod an. Ach, mein Gott, lass dir das geklagt sein!

Eigentlich sollte ich ihm verzeihen, aber ich kann es leider nicht! Siehe, wie ich so ganz kalt, so ganz erstorben bin. Ach Herr, ich kann mir nicht helfen!  Da stehe ich nun; machst du mich anders, so kann ich nach deinem Willen und nach deiner verzeihenden Liebe handeln. Wenn nicht, dann muss ich bleiben, wie ich bin. Ich kann nicht anders.

Und was anderes als Gnade ist es, die Gott uns schenkt und uns nicht sein lässt wie wir sind. Sola gratia!

 

 

[i]      Leider ist mir die Quelle dieses Zitats von Klaus Vollmer abhandengekommen. Da ich nun in Peru bin, habe ich auch kein Zugriff auf diesen. Daher bitte ich den Leser das Fehlen der Quellenangabe hier zu verzeihen. Hervorhebungen sind meine eigenen.

[ii]     „Ich bete an die Macht der Liebe“. Text: Gerhard Tersteegen; Melodie: Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski

[iii]     Burkhard Weber, Hrsg., Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob (Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Aussaat, 2014), 8.

[iv]    Burkhard Weber, “Exegetische und theologische Beobachtungen zur Jahreslosung,” in Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob, ed. Burkhard Weber (Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Aussaat, 2014), 29, (Hervorhebung                              beibehalten).

[v]     Friedrich Schorlemmer, Luther: Leben und Wirkung, 2. Aufl. (Berlin: Aufbau Taschenbuch, 2017), 78–79.

 

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