Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Theologie des 3. Johannesbriefes

Vor einiger Zeit berichtete ich Euch von meiner Begegnung via Facebook mit einem Professor aus Mexiko und einem Buchprojekt, an dem ich teilnehmen durfte. [Leider haben die Hälfte der anderen…

Vor einiger Zeit berichtete ich Euch von meiner Begegnung via Facebook mit einem Professor aus Mexiko und einem Buchprojekt, an dem ich teilnehmen durfte. [Leider haben die Hälfte der anderen Autoren noch nicht ihre Kapitel eingereicht, so dass die Veröffentlichung sich noch etwas hinziehen dürfte…]

Heute möchte ich Euch eine Art Zusammenfassung der Theologie des 3. Johannesbriefes geben. Dieser Brief ist der kürzeste des Neuen Testamentes und man findet auf Anhieb nicht viel was man als „theologisch“ bezeichnen könnte. Bei näherem Hinschauen jedoch, bietet dieser Brief doch so Einiges.

Nach mehrerem Durchlesen (dies ist immer eine gute Methode im Bibelstudium) kamen einige Themen zum Vorschein bzw. stellten sich in den Vordergrund. Zum Beispiel sehen wir, dass in diesem kurzen Brief siebenmal (7x) das Wort „Wahrheit“ (alētheia/ἀλήθεια) in verschiedenen Formen vorkommt. Auch das Wort „Liebe“ (agapē/ἀγάπη) kommt in verschiedenen Formen ganze sechsmal (6x) vor. Wahrheit und Liebe bilden hier das Fundament der christlichen Theologie.

„Wahrheit“ kann sich im Allgemeinen auf die christliche Botschaft (das Evangelium) beziehen. Jedoch gilt zu beobachten, dass Gaius in der Wahrheit wandelt (d.h., der Wahrheit gemäß leben; V. 3),  dass der Älteste Freude daran hat, wenn seine „Kinder in der Wahrheit wandeln“ (V. 4) und, dass man „Mitarbeiter der Wahrheit“ (V. 8) sein kann. Es ist also primär „Wahrheit in Aktion“. Wie „wandelt“ man aber nun in der Wahrheit? In der Liebe. „Liebe“ im neutestamentlichem Sinne ist keine Gefühlsduselei, sondern nimmt konkrete Aktionen zum Guten des anderen an. Die reinste Form der Liebe ist die Liebe Gottes, die sich darin ausdrückt, dass Er Seinen einzigen Sohn zu uns schickte, um als Opfer für uns zu sterben und dass wir durch ihn wahres Leben haben (siehe z.B. 1. Joh 4,9-10; Röm 5,8-11). Dass wir einander lieben sollen – und zwar lieben in diesem biblischen Sinne – ist auch im Evangelium nach Johannes bekannt (13,34; 15,12.17).

Im 3. Johannesbrief haben wir dann ein positives Beispiel (Gaius; Vs. 1-8) und ein Negativbeispiel (Diotrephes; Vs. 9-10). In der Wahrheit und in Liebe zu leben, bedeutet im Einklang des Geglaubten und des täglichen Lebens zu sein (practice what you preach; walk the talk…). Im 3. Johannes drückt sich das vor allem in Gastfreundschaft und der Unterstützung von Missionaren aus.

Da ich hier nicht alles wiedergeben kann (hoffentlich kann man es dann bald im Buch nachlesen; auch wenn es natürlich auf Spanisch ist…), möchte ich noch weitere Themen nennen, über die Ihr dann im eigenen Nach- und Durchlesen dieses kurzen Briefes nachdenken könnt:

Leiterschaft

Seele und Körper

Dienst der Präsenz

In einer so komplexen Welt wie heute fordert uns dieser Brief von Johannes auf, einen Moment innezuhalten. Er fordert auf, uns auf das zu konzentrieren, was wichtig ist – in Liebe und Wahrheit zu leben. Diese beiden Merkmale des christlichen Glaubens bedürfen der Ausgewogenheit. Manchmal ist es einfach, ohne Liebe die Wahrheit zu sagen. Andere Male sagen wir nicht die Wahrheit und denken, dass es freundlicher (liebevoller) wäre. In Wahrheit und in Liebe zu leben bedeutet auf die Kraft und Weisung des Heiligen Geistes zu vertrauen und uns von Gott leiten zu lassen – von Moment zu Moment.

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Dorcas Treffen – Zahnhygiene

Am letzten Mittwoch hatten wir wieder eines der größeren Treffen von unserer Dorcas Gruppe gehabt. Diese finden alle 2-3 Monate statt. Es ermöglicht den Frauen sich untereinander zu sehen, weil…

Am letzten Mittwoch hatten wir wieder eines der größeren Treffen von unserer Dorcas Gruppe gehabt. Diese finden alle 2-3 Monate statt. Es ermöglicht den Frauen sich untereinander zu sehen, weil sie sonst mittwochs unregelmäßig kommen, je nachdem wann sie Kleidung benötigen.

Da die Peruaner für gewöhnlich unterschiedlich eintrudeln, beginnen wir immer mit einem Bastelangebot, was einfach zu machen ist. Dieses Mal haben wir Klorollen bemalt und sie zu kleinen Geschenkpäckchen gefaltet. Hier kann man für den Muttertag eine kleine Nachricht oder ein Stückchen Schokolade reintun.

Das Treffen war zwar wegen dem Feiertag etwas weniger besucht als sonst, aber wir hatten trotzdem eine gute Zeit. Da auch einige der älteren Kinder mit dabei waren haben wir erst einmal mit Bewegungsliedern angefangen. Die Jungs haben mir fleißig geholfen, weil sie selbst auch keine Schule hatten.

Anschließend gab es eine Andacht zum Thema was es bedeutet Mutter zu sein und was für einen Einfluss wir auf unsere Kinder haben können, um sie in ihrem Charakter zu formen.

Wie immer gab es im Anschluss ein ganz praktisches Thema. Dieses Mal ging es um die Zahnhygiene. Jason hat am Gebiss demonstriert, wie man sich die Zähne putzt. Wir haben außerdem besprochen, in welchen Lebensmitteln sich Zucker befindet und was für Auswirkungen es hat, wenn man sich nicht die Zähne putzt. Die Frauen habe ich ermutigt einen Zahnarzt zu finden, bei dem man nur bezahlen muss, wenn er etwas zu reparieren hat. So scheuen sie sich nicht zu der normalen Kontrolle zu gehen, weil die Behandlung von kleinem Karies wesentlich kostengünstiger ist als von größerem.

Viele Kinder in den ärmeren Bereichen der Stadt putzen sich nie die Zähne. Aus diesem Grunde bringt es nichts über Zahnpflege zu reden, wenn wir ihnen keine Zahnbürste und Zahnpasta mit an die Hand geben. Diese praktische Hilfe haben sie gerne angenommen!

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Challuta

Schon beim Herausfahren aus der Stadt, sah ich dicke Wolken in den Anden. Mein Beifahrer hermano Roberto meinte, diese würden sich bei Imata (einem Ort, durch den wir fahren würden)…

Schon beim Herausfahren aus der Stadt, sah ich dicke Wolken in den Anden. Mein Beifahrer hermano Roberto meinte, diese würden sich bei Imata (einem Ort, durch den wir fahren würden) auflösen….

… in Imata angekommen, hat es dann geregnet und kurze Zeit darauf geschneit…

Nach ca. 3-4 Stunden Fahrt kamen wir dann in Condoroma an, wo wir unseren geliebten hermano director René mitnahmen. Er kam von seinem „Hof“ (estancia) auf seinem Motorrad dorthin … bei Regen und Schnee.

Von dort aus waren es nur noch 1-2 Stunden bis Challuta. Nach dem wir die befestigten Straßen verlassen hatten und einige Zeit auf dem „Landweg“ unterwegs waren (vorsichtig wegen Schlaglöchern etc.), sahen wir zahlreiche Lastwagen, die nicht weiterfuhren. Keine Ahnung wie viele es genau waren, aber es waren weit über 50.

Also stellten wir uns kurz hinten an, um zu erfahren was los sei und ob wir vorbeikönnten. Wir erfuhren, dass eine Brücke repariert wird. Jeden Tag verbringen die Lkw-Fahrer Stunden vor der Sperre bevor sie weiterkönnen.

Gott sei Dank, konnten wir aber an den Lkws vorbei und kurz vor den Brückenreparaturen links ab, um nach Challuta zu kommen. So langsam wurde es schon dunkel und ich war erleichtert, dass von hier aus Challuta schon zu sehen war. Dort angekommen, wurden wir bereits begrüßt und mit dem typischen Süppchen zum Abendessen eingeladen.

Leider hat das Essen in meinem Körper nicht nur Gutes angerichtet, so dass ich wieder mit Magenproblemen und Übelkeit während unserem taller zu kämpfen hatte (taller ist die Zusammenkunft der Studenten in der theologischen Ausbildung). Dazu kamen dann auch noch Kopfschmerzen (in der Nacht) und Herzrasen. Das Herzrasen und auch die Kopfschmerzen haben etwas mit der Höhe zu tun. Diesmal waren wir auf knapp 4.500 m.

Am Samstag haben wir dann einige administrative Dinge klären können und ich hatte das Privileg vier neue Studenten in das Programm von ETE (Educación Teológica por Extensión; theologische Ausbildung vor Ort) einführen zu können. Dies ist immer etwas Besonderes. Man spürt eigentlich immer, dass ein Hunger nach dem Wort Gottes da ist. Unsere Geschwister im Hochland möchten die Bibel und unseren Glauben näher verstehen. Um nicht in die Stadt ziehen zu müssen, um dort ein Seminar zu besuchen, gibt es ETE. Der schulische Werdegang im Hochland ist sehr verschieden, so dass es manchen sehr schwerfällt zu lesen und „einfache“ Fragen zum Text zu beantworten. Deswegen treffen sich einige Studenten jede Woche mit einem Tutor um das Material zu besprechen.

Am Sonntagmorgen um 7 Uhr, nach der Morgenandacht, fragte mich René, ob ich im Gottesdienst um 9 Uhr predigen könne. Da so etwas öfters vorkommt, habe ich immer 2-3 Predigten dabei.

Sonntags habe ich ganz auf das Essen verzichtet (ich hatte noch ein paar Brötchen im Auto) und wir sind so gegen 13 Uhr über Condoroma (um hermano René und sein Motorrad wieder zu vereinen) nach Arequipa zurückgefahren. Es ist immer wieder schön zurück bei der Familie zu sein.

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Markt

Ein Vorteil von Peru ist, dass man viele Dinge hier direkt auf dem Markt, oder an kleinen Ständen kaufen kann. Da mein Bruder mit seiner Familie erst kürzlich dagewesen ist,…

Ein Vorteil von Peru ist, dass man viele Dinge hier direkt auf dem Markt, oder an kleinen Ständen kaufen kann. Da mein Bruder mit seiner Familie erst kürzlich dagewesen ist, hat er Fotos von Dingen gemacht, die für uns alltäglich sind. Hier mal ein paar Ausschnitte:

Kleine „Tiendas“ gibt es hier an jeder Ecke. Da kann man jede Art von Gewürz, Trockenprodukt oder sonstiges je nach Wunsch einkaufen. Entweder kiloweise, oder auch einfach nur ein paar Gramm.

Der Fleischkonsum ist hier sehr hoch. Bei Raumtemperatur liegt oder hängt das Fleisch an den Ständen und der Geruch erfüllt dementsprechend den Raum. Man kann hier wirklich alle (!) Teile des Tieres kaufen! Peruaner kauen auch gerne auf Hühnerbeinen herum… Sie konsumieren von ganz Lateinamerika die meisten Hühnchen. Knapp 50 kg Hühnchen isst ein Peruaner im Jahr. Leider impliziert das auch eine riesige Massentierhaltung.

Auch Obst gibt es in Hülle und Fülle und man kann sich jederzeit einfach nur ein Viertel einer Wassermelone oder eine halbe Ananas schneiden lassen.

Wenn man Sachen zu Hause nicht mehr braucht, dann kann man am Wochenende einem vorbeifahrenden Motorrad winken (man hört seine Lautsprecherdurchsagen schon lange vorher) und ihm den eigenen Sperrmüll verkaufen, den er dann auf dem Flohmarkt verkauft.

Auf dem Fischmarkt kann man bereits früh morgens schon frischen Fisch oder sonstige Wasserlebewesen kaufen.

Zudem gibt es natürlich noch Gemüsestände, aber das Gemüse, was am meisten gegessen wird, ist die Kartoffel. Es gibt in Peru mehr als 3.000 Kartoffelarten.

 

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Ostern

Der Herr ist auferstanden… Er ist wahrhaftig auferstanden! Wir hoffen, dass ihr alle ein schönes Osterfest haben konntet. In Peru haben wir nicht am Ostermontag frei, sondern stattdessen Gründonnerstag. So…

Der Herr ist auferstanden… Er ist wahrhaftig auferstanden!

Wir hoffen, dass ihr alle ein schönes Osterfest haben konntet. In Peru haben wir nicht am Ostermontag frei, sondern stattdessen Gründonnerstag. So konnten wir mit ein paar anderen Familien noch ein letztes Mal zum Schullandheim der Schule außerhalb der Stadt, bevor es jetzt an jemand anderen verkauft wurde.

Die Natur haben wir sehr genossen und es war schön, einfach aus dem normalen Alltag heraus zu kommen.

Die Stadt Sogay ist sehr klein, umringt von wunderschönen Kartoffelfeldern und viel Gehölz mit dem man wunderbar etwas bauen kann.

Die Mülltonnen wurden gleich zu Beginn aufgestellt, um wieder stundenlang Fußball spielen zu können. Jason hat zum ersten Mal Meerschweinchen gegessen.

Außerdem haben wir fleißig gekochte Eier bemalt und rohe Eier ausgeblasen, um sie als Deko aufzuhängen und leckere Rühreier zum Frühstück zu essen!

Wie immer war es eine entspannte Zeit mit unseren Freunden und wir sind alle erschöpft und glücklich am Samstag nach Hause gekommen!

 

 

 

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Callalli

Nach etlichen Monaten bekam ich erneut einen Anruf vom Direktor der ETE-Arbeit (theol. Ausbildung vor Ort). Die Stimme von hermano René war nicht leicht zu verstehen, da er noch immer…

Nach etlichen Monaten bekam ich erneut einen Anruf vom Direktor der ETE-Arbeit (theol. Ausbildung vor Ort). Die Stimme von hermano René war nicht leicht zu verstehen, da er noch immer im Hochland und der Empfang nicht immer besonders gut dort ist. Hermano René lebt normalerweise in der Stadt (Arequipa), passt jedoch von Januar bis März/April auf die enstancia (Ort Bauernhof mit Alpaka etc.) seiner Familie auf und lebt deshalb in dieser Zeit dort. Leider geht es seiner Frau gesundheitlich nicht so gut. Gerne dürft ihr für sie beten.

Dieses Mal ging unsere Hochlandreise nach Callalli. Ich fuhr dort von Arequipa allein hin. Na ja fast. Bis nach Chivay (ca. drei Stunden von der Stadt entfernt), der ersten größeren Ortschaft im Colca-Tal, fuhr ich allein. Dort hatte ich mich mit dem Koordinator der Arbeit vor Ort verabredet. Ich sagte ihm zuvor, dass ich so gegen 15-16 Uhr in Chivay eintreffen würde. Da es kaum Verkehr auf der Straße gab, kam ich bereits kurz nach 15 Uhr an. Also rief ich den Koordinator an und sagte ihm, dass ich nun da sei. Er meinte, er könne mich so um 16 Uhr treffen … um 17 Uhr sind wir dann endlich weiter nach Callalli gefahren (was zum Glück nur 40 Minuten von Chivay entfernt liegt).

Auf dem Weg hinunter ins Colca-Tal sah ich einen Reisebus, der einen großen Unfall hatte. Personen waren dort keine mehr. Am nächsten Tag erfuhr ich dann von Dany, dass es wieder zu einem heftigen Unfall kam und drei Deutsche darunter waren. Bei einer jungen Frau musste ein Arm amputiert werden, ihr Freund war mehrere Tage unter Schock. Eine weitere junge Frau liegt in einem anderen Krankenhaus. Dany hatte sie besucht und leider muss man wieder die Inkompetenz dieses Krankenhauses und deren Ärzte bestätigen. Der Arzt, der diese Frau behandelte, meinte es sei alles soweit „in Ordnung“. Die junge Frau schickte aber die Röntgenaufnahmen nach Deutschland, dort wurde ihr bestätigt, dass zwei Wirbel ihrer Wirbelsäule beschädigt bzw. gebrochen sind. Diese Woche werden alle drei zurück nach Deutschland geflogen werden.

Es trifft einen ziemlich solche Geschichten mitzubekommen. Vieles könnte verhindert werden…

Nun aber zurück nach Callalli. Wie gewöhnlich war das Treffen von Freitagabend bis Sonntag nach dem Gottesdienst geplant. Jedoch kamen nicht allzu viele Studenten zu diesem Treffen. Trotzdem hatten wie eine gute Gemeinschaft und konnten uns im offenen Forum über theologische Fragestellungen austauschen (unter anderem was Ehe bedeutet und ob zivile oder kirchliche Eheschließung letztendlich „zählt“).

Gesundheitlich ging es mir dieses Mal wesentlich besser und so hatte ich nur mit recht „milden“ Kopfschmerzen zu kämpfen. Samstagmorgen hatte ich zwei Stunden Zeit, so dass ich eine Predigt für den Sonntag zu Johannes 9 vorbereiten konnte.

Nach raschen vier Stunden Autofahrt war ich Sonntagabend wieder bei der Familie und habe erst einmal eine heiße Dusche genossen.

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