Ich durfte mit einer Kollegin aus Arequipa für eine Woche die Arbeit in Abancay anschauen. Meine Kollegin Anna ist Personalleiterin und besucht immer mal wieder die verschiedenen Einsatzorte, um zu sehen, wie es den Mitarbeitern und ihren Arbeitsbereichen geht. Da man im ersten Jahr u. a. auch die verschiedenen Arbeitsbereiche kennen lernen soll, war es eine gute Möglichkeit mit zu fahren.

Um nach Abancay zu kommen muss man eine Stunde nach Cusco fliegen und dann 4 Stunden mit dem Auto durch die Berge fahren.

Leider wurde genau am Tage unserer Ankunft gegen die Benzinpreise gestreikt. In Arequipa verläuft das meistens zivilisierter ab, aber in anderen Städten werden alle Straßen, die aus der Stadt rausführen, mit Felsbrocken, Glasscherben, Autoreifen und Baumwurzeln blockiert, so dass wirklich keiner mit dem Auto raus kann. Es ist auch nicht ratsam, denn sonst werden die Fenster eingeschlagen oder die Reifen aufgeritzt.

Demnach mussten wir quasi vom Flughafen aus 8 km mit unserem Koffer laufen, weil natürlich auch keine Taxis oder Busse fuhren.

Wir mussten sowieso den Tag in Cusco verbringen, weil die „Colectivos“ (die Autos, die mehrere Leute mitnehmen und längere Strecken fahren) vor 15 Uhr die Stadt nicht verlassen konnten. So haben wir die Chance genutzt uns zumindest die Innenstadt etwas anzuschauen.

Mit dem Koffer in der Hand waren wir zwar nicht ganz so mobil, aber es war trotzdem sehr gut.

Links sieht man die Autos, die als „Colectivos“ die Strecke nach Abancay fahren. Man steigt quasi ein und wartet so lange, bis das Auto voll ist. Erst dann lohnt es sich für den Fahrer die Strecke zu fahren (10€ für 4 Std. Fahrt). Leider sind die Autos alle neu gewesen und dementsprechend sind die Fahrer die Strecke gerast. Bei den vielen Kurven die Berge hinauf und wieder runter waren wir sehr dankbar, als wir nach 4 Stunden mit etwas mulmigem Magengefühl ankamen.

Die Tage über konnten wir uns mit den verschiedenen Mitarbeitern treffen. Besonders beeindruckt hat mich die Bibelübersetzung ins Quechua. Fünf verschiedene Mitarbeiter arbeiten daran das Alte Testament in Quechua zu übersetzen, so dass die Einheimischen die Bibel in ihrer Sprache lesen können. Es sind fünf Pastoren aus unterschiedlichen Gemeinden und auch mit unterschiedlicher Herkunft, denn Quechua ist sehr flexibel und variiert je nach Ort. So können sie sicherstellen, dass ein gut verständliches Quechua verwendet wird. Zudem gibt es noch weitere Theologen in den USA, die das ganze noch mal überarbeiten und Anregungen geben. Dieser ganze Prozess dauert sehr lange (das Neue Testament ist bereits übersetzt). Sie hoffen im Frühjahr 2020 endlich fertig zu sein.

Die Mappe zeigt die verschiedenen Orte, in denen sie bereits mit Audiobibeln des NT unterwegs sind und die Menschen mit Literatur versorgen. Da Quechua bis vor Kurzem immer nur eine gesprochene Sprache war und es viele Analphabeten gibt, werden sie auch im lesen und Schreiben unterrichtet.

Brendan stellt verschiedenen Pastoren die Audiobibel vor und erklärt ihnen die Bedienung. Sie sind solarbetrieben, so dass sie leicht in der allgegenwärtigen Sonne aufgeladen werden können. Diese Pastoren nehmen sie dann mit in ihre Dörfer, um bei den Menschen im Dorf Hausbesuche machen zu können. Für sie ist es etwas besonderes, die Bibelgeschichten in ihrer Heimatsprache hören zu können!

Wir sind sehr dankbar für die Erfahrungen, die wir hier machen dürfen! Zum einen die Lebensweise der Menschen kennen zu lernen und zum anderen zu sehen, wie unsere Kollegen hier arbeiten!