Warum eigentlich adoptieren, wenn ihr schon drei Kinder habt?

Besonders hier in Peru ist es ungewöhnlich, dass Ehepaare adoptieren, die selbst schon Kinder haben. Für gewöhnlich adoptiert man nur, weil man selbst keine Kinder bekommen kann. Aber dazu später mehr…

Wie sind wir überhaupt auf die Idee gekommen über Adoption nachzudenken?

In unserer Zeit in Chicago sind wir mehr und mehr mit dem Gedanken konfrontiert worden. In unserer dortigen Gemeinde wurde das folgende Prinzip sehr gut gelebt:

Not everyone is called to adopt children into their family, but every Christian has a part to play in fostering a culture of adoption that welcomes the unwanted.“

(The Gospel & Adoption – Russel D. Moore)

Nicht jeder hat die Möglichkeit zu adoptieren und auch nicht jeder sollte dies tun. Aber wir können als Gemeinde eine Kultur pflegen, in dem wir die unterstützen, die dies für sich als Aufgabe gemacht haben.

Wir wussten, dass es für uns damals in den USA noch nicht dran war zu adoptieren. Allein finanziell konnten wir uns das nicht leisten. Dazu kam, dass wir gerade selbst mit drei kleinen Jungs gut beschäftigt waren. Es war einfach noch nicht dran.

Zudem hatten wir das Gefühl, dass wir ein älteres Kind adoptieren würden, anstatt wie viele ein Baby. Für ältere Kinder ist es immer schwieriger und so haben wir erst einmal abgewartet, wo Gott uns noch hinführen würde.

Als klar war, dass wir noch einmal ins Ausland gehen würden und unsere Kinder schon älter waren, hatten wir uns neu mit dieser Frage beschäftigt.

In Peru kann man adoptieren, wenn man bereits 2 Jahren im Land gelebt hat. Für uns war es einleuchtend aus Peru selbst zu adoptieren, da wir hier schließlich noch länger bleiben und das Kind nicht aus dem Land herausnehmen würden. Zudem bezahlt man in Peru nicht für die Adoption, wodurch wir dies mit unserem Gehalt in Betracht ziehen können. Lediglich Gebühren für die eingereichten Unterlagen müssen bezahlt werden.

Haben wir Angst vor diesem Schritt?

Don’t let fear stand in the way of doing something
you know in your heart you are supposed to do.

(Confessions of an Adoptive Parent – Mike Berry)

Natürlich! Wir wissen nicht was auf uns zukommen wird. Außerdem gibt es nicht nur schöne Geschichten von Adoptionsfamilien. Nicht immer ist klar, was die Kinder schon alles durchgemacht haben. Hier in Peru gibt es z.B. keine Pflegefamilien – das sind quasi die überfüllten Kinderheimen. Dort halten sie sich monate- bzw. in den meisten Fällen jahrelang auf, bis sie für den Adoptionsprozess freigegeben werden können.

Those children grieve. They go into a deep, deep sense of grief for that loss. And they feel alien. They’re going someplace where they don’t recognize the smells or the feel of the people or the sound around them. Especially if they’re little, they’ve lost their points of reference. Children are absolutely grieving when they’re removed from their family. And there’s nothing neurotic or mentally ill about it; it’s just our human nature.

(Adoption Therapy: Perspectives from Clients and Clinicians on Processing and Healing Post-Adoption Issues)

Natürlich haben wir einen großen Respekt davor, was auf uns zukommen wird und reden auch mit den Kindern immer wieder darüber. Man fühlt sich wie werdende Eltern, die Bücher über Bücher gelesen haben, bevor das Kind kommt, aber erst mit dem Baby ins kalte Wasser geschmissen werden.

Nur weil etwas schwierig werden wird, heißt es nicht, dass wir es nicht tun sollten. So gehen wir stattdessen einen Schritt nach dem anderen und vertrauen darauf, dass Gott uns führen wird.