Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Autor: Benjamin Marx

Callalli

Nach etlichen Monaten bekam ich erneut einen Anruf vom Direktor der ETE-Arbeit (theol. Ausbildung vor Ort). Die Stimme von hermano René war nicht leicht zu verstehen, da er noch immer…

Nach etlichen Monaten bekam ich erneut einen Anruf vom Direktor der ETE-Arbeit (theol. Ausbildung vor Ort). Die Stimme von hermano René war nicht leicht zu verstehen, da er noch immer im Hochland und der Empfang nicht immer besonders gut dort ist. Hermano René lebt normalerweise in der Stadt (Arequipa), passt jedoch von Januar bis März/April auf die enstancia (Ort Bauernhof mit Alpaka etc.) seiner Familie auf und lebt deshalb in dieser Zeit dort. Leider geht es seiner Frau gesundheitlich nicht so gut. Gerne dürft ihr für sie beten.

Dieses Mal ging unsere Hochlandreise nach Callalli. Ich fuhr dort von Arequipa allein hin. Na ja fast. Bis nach Chivay (ca. drei Stunden von der Stadt entfernt), der ersten größeren Ortschaft im Colca-Tal, fuhr ich allein. Dort hatte ich mich mit dem Koordinator der Arbeit vor Ort verabredet. Ich sagte ihm zuvor, dass ich so gegen 15-16 Uhr in Chivay eintreffen würde. Da es kaum Verkehr auf der Straße gab, kam ich bereits kurz nach 15 Uhr an. Also rief ich den Koordinator an und sagte ihm, dass ich nun da sei. Er meinte, er könne mich so um 16 Uhr treffen … um 17 Uhr sind wir dann endlich weiter nach Callalli gefahren (was zum Glück nur 40 Minuten von Chivay entfernt liegt).

Auf dem Weg hinunter ins Colca-Tal sah ich einen Reisebus, der einen großen Unfall hatte. Personen waren dort keine mehr. Am nächsten Tag erfuhr ich dann von Dany, dass es wieder zu einem heftigen Unfall kam und drei Deutsche darunter waren. Bei einer jungen Frau musste ein Arm amputiert werden, ihr Freund war mehrere Tage unter Schock. Eine weitere junge Frau liegt in einem anderen Krankenhaus. Dany hatte sie besucht und leider muss man wieder die Inkompetenz dieses Krankenhauses und deren Ärzte bestätigen. Der Arzt, der diese Frau behandelte, meinte es sei alles soweit „in Ordnung“. Die junge Frau schickte aber die Röntgenaufnahmen nach Deutschland, dort wurde ihr bestätigt, dass zwei Wirbel ihrer Wirbelsäule beschädigt bzw. gebrochen sind. Diese Woche werden alle drei zurück nach Deutschland geflogen werden.

Es trifft einen ziemlich solche Geschichten mitzubekommen. Vieles könnte verhindert werden…

Nun aber zurück nach Callalli. Wie gewöhnlich war das Treffen von Freitagabend bis Sonntag nach dem Gottesdienst geplant. Jedoch kamen nicht allzu viele Studenten zu diesem Treffen. Trotzdem hatten wie eine gute Gemeinschaft und konnten uns im offenen Forum über theologische Fragestellungen austauschen (unter anderem was Ehe bedeutet und ob zivile oder kirchliche Eheschließung letztendlich „zählt“).

Gesundheitlich ging es mir dieses Mal wesentlich besser und so hatte ich nur mit recht „milden“ Kopfschmerzen zu kämpfen. Samstagmorgen hatte ich zwei Stunden Zeit, so dass ich eine Predigt für den Sonntag zu Johannes 9 vorbereiten konnte.

Nach raschen vier Stunden Autofahrt war ich Sonntagabend wieder bei der Familie und habe erst einmal eine heiße Dusche genossen.

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Cristología (ISTA)

Vom 18. bis zum 22. März habe ich am Instituto Superior de Teología Arequipa (ISTA) einen Intensivkurs (knapp fünf Stunden pro Tag; Montag bis Freitag) zur Christologie gehalten. Christologie ist…

Vom 18. bis zum 22. März habe ich am Instituto Superior de Teología Arequipa (ISTA) einen Intensivkurs (knapp fünf Stunden pro Tag; Montag bis Freitag) zur Christologie gehalten. Christologie ist die Lehre von Christus – Messias. Eine der fundamentalen Fragen des Kurses ist „Wer ist dieser Jesus?“ (u.a. behandeln die Evangelien diese Fragen; wobei sich Johannes auf die Frage „Wer ist der Messias?“ zu stützen scheint).

Wer ist dieser Jesus?Für mich war es eine wunderbare, aber auch sehr herausfordernde Erfahrung. Zum einen besuchten 26 Studenten den Unterricht (normalerweise nehmen am Institut rund 15 Studenten pro Kurs teil) und zum anderen sind meine sprachlichen Fähigkeiten noch nicht so ausgeprägt, dass ich mit Einfachheit komplexe Ideen (oder auch einfache…) auf verschiedene Art und Weise darstellen kann. Meine Herausforderungen bei der Lehrtätigkeit bestehen aus (1) Sprache, (2) Andragogik und (3) Kontextualisierung. Ad (1): nach nun 1.5 Jahren bin ich noch in der Anfangsphase meines Sprachstudiums; dies macht das Lehren etwas zäh, da ich mich nicht immer so ausdrücken kann wie ich es möchte. Ad (2) das Erziehungssystem ist in Peru zwar im Umbruch doch recht von Frontalunterricht geprägt. In meinen Einheiten baue ich jedoch viel Gruppenarbeiten etc. ein. Dies scheint sehr gut anzukommen und bestätigt mein Verständnis der Andragogik. Jedoch merkt man auch, dass Vieles kopiert wird (also was wortwörtlich auf der PowerPoint zu sehen ist) und das exakte Wiederholen von Antworten gewünscht ist. Das kritische und freie Denken ist hier nicht immer „angebracht“. Ad (3) Was bedeutet Christologie im Kontext Perus? Soll die klassische Struktur der systematischen Theologie übernommen werden? Wie sähe hier eine konkrete Kontextualisierung aus? Dies sind Fragen bzw. Schwierigkeiten, mit denen ich mich momentan beschäftige.

Mir hat die Woche aber auch sehr viel Freude bereitet, da ich mit manchen Studenten näher ins Gespräch kam und sich auch engere Kontakte zu bilden scheinen. Das freut mich wirklich sehr und ich bin gespannt, was Gott noch alles daraus machen wird.

Übrigens wurde ich auch von unserer Gemeinde angefragt, ob ich einen Kurs in Christologie anbieten könne. Dieser „läuft“ nun schon seit knapp vier Wochen.

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Joel Turned Twelve

A Prayer for My Son / A Letter to Him – Joel Caleb Turned Twelve My dear son, Joel. What a year has gone by. Not only have you improved…

A Prayer for My Son / A Letter to Him – Joel Caleb Turned Twelve

My dear son, Joel. What a year has gone by. Not only have you improved on your Spanish (now speaking it without accent) but also on your schoolwork. When you have set your own learning goals (and pace), you have managed very well. I thank God for your diligence and perseverance.

You are still helping your brothers and serve them when needed. Thank you! It is a joy to see you grow in so many aspects of your life. May you prosper and find your place in this world. It is greater with you!

This year they might be some more changes heading our way, but I am more than sure that our Heavenly Father again will see us through and guide us to do His will.

I know that your dad is less and less chévere for you and I try not to embarrass you too much (… maybe here and there some kisses while picking you up from the school bus …).

God continues working in you and I am eager to see what this means for you and us in this coming year. God with you, my son!

We love you.

In Christ,
AMEN

 

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3. Johannesbrief

Im letzten Eintrag erzählte ich von meinem Treffen mit Cipriano. Heute erzähle ich Euch was mir widerfahren ist nachdem ich das Bild mit ihm und mir bei Facebook veröffentlicht habe….

Im letzten Eintrag erzählte ich von meinem Treffen mit Cipriano. Heute erzähle ich Euch was mir widerfahren ist nachdem ich das Bild mit ihm und mir bei Facebook veröffentlicht habe.

Kurze Zeit nach der Veröffentlichung schrieb mich eine Person via messenger an und wollte mehr über mich erfahren. Nach etlichem hin und her, habe ich dann herausbekommen, dass er Cipriano kennt; dass er auch Professor (im eng./span. Sinne) für biblische Wissenschaften ist; dass er mit einer Buchverlag arbeitet; und dass er gerade an mehreren Projekten arbeitet. Eines dieser Projekte ist ein Buch zur Theologie jedes Buches des Neuen Testamentes (Teología del Nuevo Testamento: Reflexiones teológicas de cada libro bíblico).

Nach wieder etwas Längeren hin und her, fragte er mich, ob ich bereit wäre ein Kapitel für dieses Buch zu schreiben. Erst ging es um den 1. Petrusbrief. Dies war mir zeitlich gesehen aber zu viel Aufwand, da ich noch den Unterricht zur Christologie am Vorbereiten war. Dann ging es um den 3. Johannesbrief. Erst sagte ich „Nein“, da ich dachte es zeitlich einfach nicht zu schaffen. Als ich mich aber dann ins Bett legte und betete, konnte ich nicht mehr schlafen. Also lief ich zurück zum Computer und gab ihm meine Zusage.

Ich forschte und schrieb nun ein Kapitel (3000-3300 Wörter Vorgabe) zur Theologie des 3. Johannesbriefes – keine allzu leichte Aufgabe, da man nicht allzu viel Theologie in diesem Brief zu finden glaubt. Hierzu mehr im nächsten Eintrag…

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Rundbrief März 2019

Hier findet Ihr unseren neuesten Rundbrief. Viermal im Jahr verschicken wir einen solchen Brief an unsere Freunde und Unterstützer.  

Hier findet Ihr unseren neuesten Rundbrief. Viermal im Jahr verschicken wir einen solchen Brief an unsere Freunde und Unterstützer.

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Hausbau … oder so

Neulich hatte ich wieder das Privileg mich mit dem Kirchenhistoriker Cipriano Quispe (vom Seminario Teológico de la Iglesia Evangélica Peruana; STIEP) zu treffen. Er war gearde in Arequipa und hatte…

Neulich hatte ich wieder das Privileg mich mit dem Kirchenhistoriker Cipriano Quispe (vom Seminario Teológico de la Iglesia Evangélica Peruana; STIEP) zu treffen. Er war gearde in Arequipa und hatte mich gefragt, ob wir uns treffen wollten. Es war eine sehr schöne Zeit und wir konnten uns viel über peruanische Kultur, den Status theologischer Ausbildung, soziale Probleme etc. austauschen. Er ist mir ein guter Freund geworden und wir sind oftmals im Kontakt. Etwas was mich prägt ist einer seiner Fragen an mich und seine Erklärung hierzu, die ich gerne mit Euch teilen möchte.

Cipriano: Benni, in Deutschland, wenn Du ein Haus baust, wann ziehst Du ein?

Ich: Wenn das Haus komplett fertig ist.

Cipriano: Siehst Du, genau das ist ein großer Unterschied zwischen unseren Kulturen. Wir ziehen schon während der Bauphase ein. Und so leben wir auch in anderen Aspekten z.B. im chr. Dienst. Ihr Deutschen überlegt erst einmal eine lange Zeit, plant, wägt Eventualitäten ab und erst dann fangt ihr an. Wir überlegen oftmals erst genauer nachdem wir bereits angefangen haben etwas anzugehen.

Ich: Und beides hat seine Vor- und Nachteile

Beide: [Lachen]

Dies also ist ein kleiner Einblick in mein „informelles Kulturstudium“ und mein Arbeits- und Privatleben.

 

Beim nächsten Eintrag erzähle ich dann was mir durch das Foto mit ihm auf Facebook widerfahren ist …

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