Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Autor: Benjamin Marx

The Thessalonian Strategy

Michael Bird, lecturer in theology at Ridley College (Australia), recently gave an interesting talk about the „state of affairs“ in Australia which resembles (in my mind) a lot of what…

Michael Bird, lecturer in theology at Ridley College (Australia), recently gave an interesting talk about the „state of affairs“ in Australia which resembles (in my mind) a lot of what is happening in the Western world.

Listen and think for yourself:

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Conditor Alme Siderum

Advent and Christmas greetings from us with this wonderful poem (6th cent. author unknown)   Creator of the stars of night, Thy people’s everlasting light, Jesu, Redeemer, save us all, And…

Advent and Christmas greetings from us with this wonderful poem (6th cent. author unknown)

 

Creator of the stars of night,
Thy people’s everlasting light,
Jesu, Redeemer, save us all,
And hear Thy servants when they call.

Thou, grieving that the ancient curse
Should doom to death a universe,
Hast found the medicine, full of grace,
To save and heal a ruined race.

Thou cam’st, the Bridegroom of the bride,
As drew the world to evening-tide;
Proceeding from a virgin shrine,
The spotless victim all divine.

At whose dread name, majestic now,
All knees must bend, all hearts must bow;
And things celestial Thee shall own,
And things terrestrial, Lord alone.

O Thou whose coming is with dread
To judge and doom the quick and dead,
Preserve us, while we dwell below,
From every insult of the foe.

To God the Father, God the Son,
And God the Spirit, Three in One,
Laud, honor, might, and glory be
From age to age eternally.

 

 

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Befreiungstheologie

In diesem kurzen Eintrag werde ich ein paar einführende Elemente der Befreiungstheologie (BT) vorstellen. Für einen kurzen Überblick kann man dieses Video hier (auf Englisch) anschauen. Ich werde keine ausführlichen…

In diesem kurzen Eintrag werde ich ein paar einführende Elemente der Befreiungstheologie (BT) vorstellen. Für einen kurzen Überblick kann man dieses Video hier (auf Englisch) anschauen. Ich werde keine ausführlichen Erklärungen oder Einschätzungen meinerseits hier schreiben, da diese noch zu früh wären. Des Weiteren beschränke ich mich bei dem unten geschriebenen primär auf die Situation Lateinamerikas.

Einführung:

Mitte bis Ende des 20. Jahrhunderts gab es große Bewegungen in den Kirchen mancher lateinamerikanischen Länder.[1] Diese Bewegungen werden oft als eine Bewegung unter dem Begriff „Befreiungstheologie“ zusammengefasst, obwohl man hier nicht von einer Theologie bzw. einer Bewegung sprechen kann.[2]

Während viele Theologen des Westens sich mit der Relevanz des Glaubens in einer Welt des Skeptizismus beschäftig(t)en und die Frage stell(t)en „Wo ist der Gott der Wahrheit in einer Welt von Wissenschaft und Technologie?“, beschäftig(t)en sich Theologen in Lateinamerika mit der Relevanz des Glaubens in einer nach-kolonistischen Epoche und stell(t)en die Frage „Wo ist der Gott der Rechtschaffenheit in einer Welt der Ungerechtigkeit?“.[3]

Natürlich gab es auch in diesen Strömungen extreme Position (die hier und da auch zur Gewalt aufriefen). Wo ist der Gott der Rechtschaffenheit in einer Welt der Ungerechtigkeit?Jedoch gab es auch diejenigen, die die Ungerechtigkeit in ihren Ländern sahen und versuchten eine christliche Antwort zu finden und zu leben. Einer dieser Theologen war und ist Gustavo Gutiérrez (katholischer Priester und Theologe) der sein Buch Teología de la liberación [4] 1971 in Lima (Peru) veröffentlichte. In meinen Anfangsstudien ist er mein „Hauptgesprächspartner“ gewesen.

Wichtige Eigenschaften der BT:

In einem englischen Lexikon werden sechs auffallende Eigenschaften der BT genannt:[5]

  1. Eine bevorzugte Wahl der Armen: Die primäre Aufgabe der Kirche/Gemeinde ist es in unterdrückenden Situationen die Armen zu unterstützen
  2. Befreiung ist elementarer Bestandteil der Erlösung: Erlösung ist nicht nur geistlich zu sehen, sondern bezieht sich auf den ganzen Menschen
  3. Das Buch Exodus ist das biblische Paradebeispiel: Individuelle Erlösung kann es nur durch soziale Transformation geben
  4. Die vier Evangelien werden politisch interpretiert: Ein Schwerpunkt wird hier auf Christi Konfrontation mit den ungerechten sozialen Strukturen gelegt
  5. Die Priorität der Praxis: Rechter Glaube (Orthodoxie) kann nur aus der rechten Handlung (Orthopraxis) entstehen
  6. Strukturelle und institutionelle Gewalt ist genauso grausam/gewaltsam wie die der aktuelle Einsatz von physikalischer Gewalt

Eine Evaluation (auch kurzgehalten) werde ich am Ende dieses Eintrages geben. Es sei jedoch schon hier erwähnt, dass Punkt 2 auch in meinem Verständnis überaus wichtig ist. Sprich, die Dichotomie zwischen Körper und Geist kann hier aufgehoben werden und der Mensch wird als Ganzes betrachtet. Wie nun Taten und Verkündigung zueinanderstehen muss an anderer Stelle geklärt werden.

Was genau meinen diese Theologen jedoch, wenn sie von Befreiung sprechen?

Was heißt Befreiung?

Für Gutiérrez gibt es drei Facetten der Befreiung:[6]

  1. Eine politische und soziale
  2. Eine menschliche
  3. Eine Befreiung von Egoismus und Sünde

Unter (1) versteht er die Bekämpfung von den Ursachen von Armut und Ungerechtigkeit. Mit der „menschlichen Befreiung“ (2) bezieht er sich auf die Befreiung des Menschen von all den Sachen, die verhindern, dass er sich frei und in Würde entfalten kann. Und für Protestanten ist die dritte (3) Facette der Befreiung nicht unbekannt. Gutiérrez ist der Meinung, dass diese nur durch die Gnade Gottes und dem erlösenden Werk Christi geschehen kann.

Die Frage die sich mir als Protestant (oder einfach nur als Christ!) stellt, ist: Sind diese drei Facetten gleichgewichtig? Bzw.: Haben wir nicht oftmals in der Geschichte der Mission die dritte Facette (unter Ausschluss der ersten zwei Facetten?) rein geistlich verstanden? Und wenn ja, haben wir da nicht einen falschen Weg eingeschlagen? Einen Weg, den Jesus selbst anders verstanden hat (siehe z.B. Lukas 4,16-30)?

Das sind Fragen mit denen ich mich noch eine Weile beschäftigen muss und auf die ich so „ad hoc“ auch keine Antworten geben kann bzw. möchte. Ich teile diese hier auf diesem Blog, damit ich meine Gedanken etwas sortieren kann und evtl. auch der Leser angestoßen wird weiterzudenken und weiterzuleben.

Wie wird Jesus in den Kirchen Lateinamerikas dargestellt?

In vielen katholischen Kirchen und Prozessionen wird Christus als der Leidende und Besiegte dargestellt (Jesus am Kreuz) oder als hilfloser Mensch (Jesus als Baby in den Armen der Maria). Im Kontrast hierzu versuchen Theologen der BT andere Bilder des Neuen Testamentes wieder aufzugreifen: Christus als der, der Macht über den Tod hat – Christus der Befreier![7]

Einige abschließende Anmerkungen:

Sollten Christen Einfluss auf die sie umgebende Gesellschaft haben (bzw. auf das Umfeld in dem sie leben)? Was hat Politik hiermit zu tun? Falls Politik eine Rolle Spielt: Wie sollte politischer Aktivismus und unser Anliegen Armut und Ungerechtigkeit zu bekämpfen zusammenspielen? All diese (und noch mehr) sind Fragen und Anliegen der BT. Meine Beobachtungen ergeben positive sowie negative Erwägungen der BT.

Negative Erwägungen (in Form von Fragen):

  • Durch die Überbetonung der sozioökonomischen Probleme, hat die BT vielleicht teilweise die geistliche Komponente aus den Augen verloren bzw. läuft sie nicht auf diese Gefahr hinzu?
  • Läuft BT nicht des weiteren Gefahr Glaube in Politik zu verwandeln?
  • Warum die Präferenz der Armen? Ist das Evangelium nicht für alle?

Positive Erwägungen:

  • BT zeigt reale Probleme auf und versucht sie zu beantworten
  • BT zieht Theologie in das Alltagsgeschehen und fragt nach konkreter Gerechtigkeit
  • BT sieht den Menschen als Ganzes und sieht das Evangelium als etwas Größeres als rein geistliche Befreiung

 

[1]     Stanley J. Grenz and Roger E. Olson, 20th-Century Theology: God and the World in a Transitional Age (Downers Grove, IL: IVP Academic, 1993), 212, nennen es die einflussreichtse Bewegung (Bewegungen) in dieser Epoche.

[2]     Samuel Escobar, “Beyond Liberation Theology: A Review Article,” Themelios 19, no. 3 (1994): 15.

[3]     H. M. Conn, “Liberation Theology,” in New Dictionary of Theology, ed. David F. Wright, Sinclair B. Ferguson, and J. I. Packer (Downers Grove, IL: InterVarsity Press, 2000), 387–388.

[4]     Dieses Buch erschien 1974 im Englischen unter dem Titel: A Theology of Liberation.

[5]     F. L. Cross and E. A. Livingstone, eds., “Liberation Theology,” in The Oxford Dictionary of the Christian Church, 3rd Revised edition. (Oxford; New York: Oxford University Press, 2005), 983. See also Schubeck, “Liberation Theology,” 3:260–61.

[6]     Gustavo Gutiérrez, “The Task and Content of Liberation Theology,” in The Cambridge Companion to Liberation Theology, ed. Christopher Rowland, trans. Judith Condor (Cambridge; New York: Cambridge University Press, 1999), 26. Siehe auch Thomas L. Schubeck, “Liberation Theology,” in The Encyclopedia of Christianity, ed. Erwin Fahlbusch and Geoffrey W. Bromiley, vol. 3 (Grand Rapids, MI; Leiden, Netherlands: Eerdmans; Brill, 1999), 260: “At the basic level, liberation means transforming material conditions so that the poor can have their basic needs met for food, shelter, and health care. At a deeper level, it means having the opportunity to make one’s own decisions. At a deeper level yet, liberation gives individuals and groups the capacity and freedom to make decisions. At the deepest level, liberation means communion with God and neighbor, which brings peace and happiness.”

[7]     Gutiérrez, “The Task and Content of Liberation Theology,” 37, schreibt folgendes: “To be a witness to the resurrection means choosing life, life in all its forms, since nothing escapes the universality of the Kingdom of God. This testimony of life (material and spiritual life, personal and social life, life present and future) assumes particular importance in a continent characterized by premature and unjust death [i.e., poverty and hindrance of human flourishing] , and also by the struggle for freedom from oppression. This reality of death and sin is a negation of the resurrection. For this reason, the witness of the resurrection is he who can always ask ironically (according to Scripture) ‘Death, where is your victory?’”

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Timothy Turned Nine

A Prayer for My Son / A Letter to Him  Dear Timothy, You have been adjusting amazingly to our new “home” – Peru. I do not know of anyone who…

A Prayer for My Son / A Letter to Him 

Dear Timothy,

You have been adjusting amazingly to our new “home” – Peru. I do not know of anyone who would write straight A’s (here AD’s) within the first weeks of school in a language he hardly understands. God has gifted you with a wonderful mind and I hope and know that I too will profit from it.

Thank you, Heavenly Father, for sending us this gift. A gentleman who knows how to treat people around him and be aware of their needs as well (although he is also a dreamer!).

Now that you have your own chess-board no one and nothing is going to stop you 😉.

Thanks Tim for keeping our lives interesting and asking the questions which need to be asked. May God give you the wisdom to keep asking the right questions, finding some of the answers, and living accordingly.

We love you.

In Christ. AMEN.

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Wie Gott mir, so ich Dir!

Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach. (Psalm 34,15) Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre. (Römerbrief 15,7) Wie passend…

Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach.
(Psalm 34,15)

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre.
(Römerbrief 15,7)

Wie passend ist doch diese Losung für den heutigen Tag! Heute feiern viele Christen den 500. Jahrestag der Reformation (unter anderen von Martin Luther eingeleitet). Vieles wird in diesen Tagen über die Reformation geschrieben und ich werde hierzu nichts hinzufügen. Was ich jedoch mache, ist ein paar kurze Gedanken zu dem Vers 7 aus dem 15. Kapitel des Römerbriefes nieder zuschreiben.

Wie in vielen Abschnitten des Neuen Testamentes kommt in Vers 7 aus dem Indikativ ein Imperativ hervor. Das heißt, es ist etwas geschehen (Indikativ) und deshalb sollen wir auf eine bestimmte Art und Weise handeln (Imperativ). Hier also konkret: Weil Christus uns angenommen hat (Indikativ), können und sollen auch wir einander annehmen (Imperativ). Ein Autor schreibt zu diesem Thema folgendes:[i]

Die christliche Ethik ist einzigartig und unvergleichlich in dieser Welt, denn sie geht nicht von Geboten und Gesetzen, von Ängsten und Zwängen aus, sie bedroht und zwingt den Menschen nicht, sondern sie hat ihre Begründung und ihren Inhalt in der Liebe Jesu zu uns! Der Grund der Ethik heißt nicht: Du sollst!, oder: Du musst!, sondern: Du bist in Jesus unendlich geliebt und gewollt. Er, der dich liebt, ist dir nahe und will dich in seiner Liebe und Versöhnung bestimmen und führen. Er will sich in dein Inneres versenken und in dir wohnen. Darum setze dich dieser ewigen Liebe aus, und dann lebe diese Liebe.

Ähnlich drückt es auch ein altes Kirchenlied aus:[ii]

Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesu offenbart;
Ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward;
Ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.

In erster Linie geht es also nicht um Frage des Dürfens oder des Verbots, sondern: „Wie kann ich als ein durch Christus befreiter Mensch meinem Herrn so nachfolgen, dass mein Leben eine Antwort auf sein ‚Ja‘ zu mir ist?“ Dieses „Ja“ gilt doch allen – in und außerhalb der Gemeinde!

Das einander Annehmen hat durchaus auch missionarische Wirkung: „Andere – gerade auch Nichtchristen – sollen an der Gemeinde erkennen können, dass Angenommen-Sein die Basis dafür ist, andere annehmen zu können.“[iii] Also wiederum das Zusammenspiel von Indikativ und Imperativ.

Es ist also nicht unser Handeln, welches unser Heil erwirkt. Als könnten wir Gott beeindrucken und Ihn in eine Art Schuld an uns drängen. So frei nach dem Motto: „Ach gucke da! Der Benni hat sich jetzt aber so angestrengt gut zu sein, dass ich ihm jetzt wirklich meine Liebe schulde.“ Nein, es ist ganz anders. Und jeder, der von der Liebe Gottes durch Seinen Sohn berührt wird, weiß dies auch. Es ist also besser zu sagen: „Unser Handeln als Christen ist Folge des Heils, nicht Voraussetzung.“[iv]

Zum Schluss noch ein Gebet Martin Luthers, das das voranstehende noch einmal bekräftigt:[v]

Siehe, mein Herr Christus, da hat mir mein Nächster Schaden zugefügt, hat mich in meiner Ehre gekränkt. Er hat sich an meinem Eigentum vergriffen. Das kann ich nicht ertragen. Darum wünsche ich ihm den Tod an. Ach, mein Gott, lass dir das geklagt sein!

Eigentlich sollte ich ihm verzeihen, aber ich kann es leider nicht! Siehe, wie ich so ganz kalt, so ganz erstorben bin. Ach Herr, ich kann mir nicht helfen!  Da stehe ich nun; machst du mich anders, so kann ich nach deinem Willen und nach deiner verzeihenden Liebe handeln. Wenn nicht, dann muss ich bleiben, wie ich bin. Ich kann nicht anders.

Und was anderes als Gnade ist es, die Gott uns schenkt und uns nicht sein lässt wie wir sind. Sola gratia!

 

 

[i]      Leider ist mir die Quelle dieses Zitats von Klaus Vollmer abhandengekommen. Da ich nun in Peru bin, habe ich auch kein Zugriff auf diesen. Daher bitte ich den Leser das Fehlen der Quellenangabe hier zu verzeihen. Hervorhebungen sind meine eigenen.

[ii]     „Ich bete an die Macht der Liebe“. Text: Gerhard Tersteegen; Melodie: Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski

[iii]     Burkhard Weber, Hrsg., Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob (Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Aussaat, 2014), 8.

[iv]    Burkhard Weber, “Exegetische und theologische Beobachtungen zur Jahreslosung,” in Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob, ed. Burkhard Weber (Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Aussaat, 2014), 29, (Hervorhebung                              beibehalten).

[v]     Friedrich Schorlemmer, Luther: Leben und Wirkung, 2. Aufl. (Berlin: Aufbau Taschenbuch, 2017), 78–79.

 

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Señor de los Milagros

Letztens dachte ich mir noch so hämisch: „Wenn ich nicht bereits Protestant wäre, so wäre ich hier (in Arequipa, Peru) bestimmt einer geworden!“ Diese Gedanken schossen mir so durch den…

Letztens dachte ich mir noch so hämisch: „Wenn ich nicht bereits Protestant wäre, so wäre ich hier (in Arequipa, Peru) bestimmt einer geworden!“ Diese Gedanken schossen mir so durch den Kopf als ich eine Prozession in unserer Nachbarschaft (urbanicación) beobachtete. Diese Prozession war eine Feier, die sich um die Wunder des „Señor de los Milagros“ („Der Herr der Wunder“) dreht.

Peru …

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Hierbei handelt es sich um ein Bild von dem gekreuzigten Jesus, welches im 17. Jh. von einem afrikanischen Sklaven hier in Peru kreiert wurde. Wie bei so vielen anderem „Verehren“ im gegenwärtigem Katholizismus in Peru wird dem Bild (oftmals auch eine Statue) Wunder und Kraft zugesprochen, da es ein Erdbeben überlebte und andere davor schützte zu sterben.Wir haben jetzt also, liebe Geschwister, einen freien und ungehinderten Zugang zu Gottes Heiligtum; Jesus hat ihn uns durch sein Blut eröffnet.
(Hebräerbrief 10, 19)

Es geht mir in diesem Beitrag aber nicht um diese spezifische Prozession bzw. um dieses Bildnis, sondern grob um den Katholizismus hier in Peru. Natürlich werde ich mit einem kurzen Beitrag diesem Thema nicht gerecht und Vieles wird in der Zukunft näher von mir verstanden werden können. Hierfür brauche ich mehr Zeit um zu beobachten und recherchieren zu können. Aber heute mal ein kleiner Einblick.

Als erstes fällt mir auf, dass viele Menschen hier dem Katholizismus und der Kirche sehr zugewandt sind. Es muss jedoch auch gesagt werden, dass der Katholizismus in Peru (und allgemein in Latein- und Mittelamerika) ein anderer ist, als der in Europa und Nordamerika. In Europa hat es vor ziemlich genau 500 Jahren einige Bewegungen gegeben, welche den christlichen Glauben reformierten. Dies hat aber wenig bis keine Auswirkungen auf unseren Kontinent hier gehabt. Somit könnte man überspitzt sagen, dass der Katholizismus, den man in Peru antrifft, ähnlich dem ist, wie Martin Luther ihn im 16. Jh. in Deutschland angefunden hatte.

Deshalb kam mir auch der oben genannte Gedanke hier Protestant zu werden. Martin Luther und andere Reformatoren wären wahrscheinlich höchst überrascht den christlichen Glauben in Peru so anzufinden, wie er heute von Vielen gelebt wird. Es gibt unzählige Heilige, Prozessionen, Kerzen (die gekauft werden müssen) … viel Business um die Kirche herum. So sind auch bei der von mir beobachteten Prozession gleich 3-4 Personen mit ihren Wägelchen hinterher gehechelt, um Kerzen, Statuen und ähnliches zu verkaufen.

Den ganzen Oktober kann man vor allem Frauen in violetten Kleidungen sehen (der Oktober wird auch „mes morado“ also „violetter Monat“ genannt). Diese Frauen geben sich in diesem Monat ganz besonders dem Señor de los Milagros hin.

Eine bestimmte Frage, die sich mir stellt ist: Ist solche Hingabe wirklich an Gott bzw. an Jesus gerichtet oder werden solche Bildnisse und Statuen wie Amulette im Animismus behandelt? D.h., schenkt man dem Schöpfer aller Dinge seine Treue und Liebe oder erhofft man sich von einem Bild, dass es einen mit Wundern und anderen Dingen beschenkt?

Einer nämlich ist Gott, einer auch ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus.
(1 Timotheus 2,5)
Neulich hatte ich ein Gespräch mit einem Peruaner (der deutsch konnte) über den Unterschied zwischen Katholizismus und Protestantismus. Um nicht ausschweifend zu antworten, habe ich mich auf eine direkte Antwort konzentriert: „Im Protestantismus benötigen wir keine anderen Mittler (sog. ‚Heilige‘) zwischen Mensch und Gott. Es gibt nur einen: Jesus Christus!“

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