Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Autor: Daniela Marx

Kindergottesdienst online

Seit Beginn der Quarantäne mussten alle Veranstaltungen in der Gemeinde online verlegt werden. Jeden Tag werden von den Pastoren Kurzandachten auf Facebook geteilt, Gebetstreffen werden über Zoom veranstaltet und Gottesdienste…

Seit Beginn der Quarantäne mussten alle Veranstaltungen in der Gemeinde online verlegt werden. Jeden Tag werden von den Pastoren Kurzandachten auf Facebook geteilt, Gebetstreffen werden über Zoom veranstaltet und Gottesdienste bei Youtube angeboten.

Auch beim Kindergottesdienst mussten wir uns auf Facebook umstellen. Wir bieten seitdem jeden Sonntag ein kurzes 15-20-minütiges Programm für die Kinder an. Dies wird vermutlich noch mindestens bis zum Ende des Jahres so weitergehen, denn die Kinder werden die Letzten sein, die sich versammeln dürfen (Schulunterricht wird auch noch bis mindestens Ende des Jahres online sein). Wir sind sehr dankbar, dass wir dadurch viel mehr Personen erreichen (derzeit 145), als das sonntags der Fall ist.

Im Gegensatz zu Deutschland sind hier in Peru die Kinder immer noch „eingesperrt“ und dürfen seit Mitte März nicht raus. Aus diesem Grunde haben wir begonnen uns ab und zu samstags mit den Kindern via Zoom zu treffen, damit die Kinder den Kontakt untereinander nicht verlieren und wir zusammen reden und spielen können.

Bei unserem letzten Treffen waren 30 Kinder dabei (auch Kirchenfremde, die von ihren Freunden eingeladen wurden). Wir nutzen die Gelegenheit, um einen kleinen Input zu geben und uns danach mit den Kindern darüber zu unterhalten. Letztes Mal ging es darum, wie wir Konflikte zu Hause lösen und besser miteinander umgehen können. Da die Familien 24 Stunden zusammen sind, sind Konflikte eben unumgänglich. Da ist es manchmal schwierig Geduld zu haben und seinen Nächsten zu lieben.

Kommentare deaktiviert für Kindergottesdienst online

Quarantäne Update

Die aktuelle Quarantäne-Periode läuft noch bis Ende diesen Monats. Sehr wahrscheinlich wird es auch weiterhin sehr strikte Bedingungen geben, denn die Zahlen sind nicht vielversprechend: Deutschland hat derzeit 204.000 bestätigte…

Die aktuelle Quarantäne-Periode läuft noch bis Ende diesen Monats. Sehr wahrscheinlich wird es auch weiterhin sehr strikte Bedingungen geben, denn die Zahlen sind nicht vielversprechend:

Deutschland hat derzeit 204.000 bestätigte Fälle und davon 9.180 Todesfälle.
Peru liegt bei 362.000 Fällen und davon 13.580 Todesfällen, obwohl wir hier nur ca. ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands haben.

Die Herausforderung ist, dass es in Deutschland wesentlich weniger neue Fälle am Tag gibt (ca. 600) als hier (ca. 4.400). Wir sind immer noch nicht soweit, dass wir die Kurve senken können.

Wie in einem vorherigen Post beschrieben ist es schwierig in diesem Land die Zahlen in den Griff zu bekommen. Viele Peruaner sind frustriert. Einige halten sich an die strikten Ausgangsregeln (Kinder dürfen ja immer noch nicht raus), aber es gibt auch genügend Menschen, die sich nicht mehr an die Regeln halten. Menschen sind an ihrem Existenslimit und suchen verzweifelt nach Möglichkeiten auf den Straßen Dinge zu verkaufen, was sie eigentlich nicht dürfen. Die Polizei ist nicht immer strikt und so bilden sich dann doch immer wieder Menschenansammlungen.

Burocracia que asfixia. El 22 de mayo, la empresa Southern ofreció 20 mil litros semanales de oxígeno a la PCM, en ese entonces bajo la jefatura de Vicente Zeballos. Este, en lugar de acelerar el trámite de la donación, derivó todo a un organismo burocrático.

Da mit der Zeit alle Krankenhäuser überfüllt sind, bekommen Menschen auf der Straßen den Sauerstoff. Teilweise sitzen sie auch in ihren Autos entlang der Straße des Krankenhauses, damit sie in der Nacht nicht so frieren (gerade ist Winter in Peru).

Arequipa: Hospital Covid en crisis por falta de camas y desborde de pacientes

Das Traurige ist, dass Menschen in den staatlichen Krankenhäusern nicht mehr behandelt werden, wenn sie nicht vom Coronavirus betroffen sind. Ein Bekannter hätte aufgrund einer Blinddarmentzündung behandelt werden müssen (was auch lebensgefährlich werden kann), wurde aber von allen Krankenhäusern abgelehnt. Dankbarerweise konnte er in einem privaten Krankenhaus behandelt werden (was sich viele Peruaner aber nicht leisten können).

Pacientes que tuvieron más suerte pernoctaron en carpas médicas en hospital covid de Arequipa

Wie es mit der Quarantäne weitergehen wird, ist noch ungewiss. Eigentlich hätten in diesem Monat die nationalen Flüge wieder beginnen sollen, aber auch das wurde zurückgenommen. Zwei Kollegen-Familien wollten eigentlich jeweils September und Oktober zurück in ihr Heimatland fliegen (für immer) und sind gespannt, ob dies überhaupt möglich sein wird, denn jeden Tag kommen neue Nachrichten. Immer wieder werden Flüge gestrichen.

Bitte betet dafür, dass wir Klarheit haben, ob wir wie geplant Ende des Jahres von Mitte Dezember bis Ende Februar zu unserem Heimataufenthalt nach Deutschland können. Wir würden ungerne um ein Jahr verschieben (weil wir immer die Sommerferien der Kinder dazu nutzen möchten, um sie nicht aus dem Schulsystem nehmen zu müssen).

Kommentare deaktiviert für Quarantäne Update

Adoption III

Im März hatten wir als letztes von unserem Adoptionsweg berichtet. Mittlerweile ist es so, dass wir seit dem 01.07. für „tauglich“ erwiesen wurden einen Jungen im Alter von 5-8 Jahren…

Im März hatten wir als letztes von unserem Adoptionsweg berichtet. Mittlerweile ist es so, dass wir seit dem 01.07. für „tauglich“ erwiesen wurden einen Jungen im Alter von 5-8 Jahren zu adoptieren.

Darüber freuen wir uns natürlich sehr, denn es gab durch die Quarantäne dann doch Schwierigkeiten, die letzten psychologischen Gespräche zu führen. Nach einigem Hin und Her konnten dann aber alle Papiere eingereicht werden.

In diesem Monat finden noch zwei Zoom Meetings statt, die uns auf den weiteren Adoptionsprozess vorbereiten sollen. Da wir die Bestätigung erst Anfang Juli erhalten hatten, sind wir erst ab August befugt Listen mit potentiellen Kindern einzusehen. Je nachdem, ob ein Kind in unserer Altersgruppe dabei ist, können wir dann weitere Informationen zu diesem Kind erfragen. Es bleibt also spannend. Danke für eure Gebete auf diesem Weg!

„Your ’success‘ as a foster or adoptive parent is not measured by your capacity to keep everything in order. It’s determined by your ability to trust that even in the chaos, Jesus is beautiful.“

(Jason Johnson)
Kommentare deaktiviert für Adoption III

Hilfe mit Lebensmittelpaketen

Wir hatten euch schon vor gut zwei Monaten von der Notwendigkeit geschrieben, in diesen Zeiten den Menschen hier in Arequipa ganz praktisch zu helfen, die ohne diese Lebensmittelpakete nicht über…

Wir hatten euch schon vor gut zwei Monaten von der Notwendigkeit geschrieben, in diesen Zeiten den Menschen hier in Arequipa ganz praktisch zu helfen, die ohne diese Lebensmittelpakete nicht über die Runden kommen würden. Heute möchten wir euch hierzu ein Update schicken.

Unser Kollege David Jeyachandran hat ein kleines Video zusammen geschnitten, was euch einen besseren Einblick gibt: Video

Montags ist für gewöhnlich Einkaufstag. Tonnenweise Kartoffeln, Reis, Zucker, Nudeln, etc. werden in ein Gemeindehaus ganz in unserer Nähe gebracht.

Dann gilt es von Dienstag bis Donnerstag zu packen. In der letzten Woche konnten 1.100 Lebensmittelpakete eingetütet werden. Dies erfordert einige Helfer und wir sind dankbar, dass auch einige Venezolaner freiwillig mit anpacken.

Auch wenn Joel noch nicht offiziell 14 Jahre alt ist (und damit das Recht hat 60 Minuten am Tag in Begleitung eines Erwachsenen im 500m Umkreis des Hauses zu laufen) nehme ich ihn trotzdem ab und zu mit, wenn er donnerstags erst um 11:30 Uhr seine erste Videokonferenz in der Schule hat. So hat er 3 Stunden, in denen er aktiv etwas tun kann und unter Menschen ist. Als sozialer Mensch tut ihm dies in dieser strikten Quarantäne sehr gut und es gefällt ihm dabei zu helfen, für andere etwas Gutes zu tun.

Mittwoch bis Freitag werden dann die Lebensmittelpakete zu den verschiedenen Bezirken Arequipas gefahren und verteilt. Auch unsere Dorcas-Mütter profitieren von diesen Paketen und sind unheimlich dankbar.

Noch ist die Quarantäne bis Ende Juli verlängert (und wer weiß, ob es dabei bleibt oder nicht). Aber es stehen schon Überlegungen an, wie es danach weitergehen kann. Viele der Venezolaner würden gerne in eine Gemeinde gehen, aber nicht jede Gemeinde ist offen dafür sie aufzunehmen. Es gibt sehr viele Peruaner, die die Venezolaner nicht gerne sehen, weil sie zum einen ihre Jobs wegnehmen und zum anderen weiß man nie wie lange sie in der Stadt bleiben, bevor sie womöglich weiterziehen.

Daher auch manche Zurückhaltung in den Gemeinden, die nicht möchten, dass Flüchtlinge nur „Nutznießer“ sind. Bitte betet für eine Offenheit, um diesen Menschen zu helfen in ihrem Glauben zu wachsen und ihnen ein Zuhause zu geben. Betet für die Überlegungen in diesem Zusammenhang, wie es weitergehen soll und wie die Venezolaner aus ihrer „Opferrolle“ in eine aktive Rolle übergehen können.

Kommentare deaktiviert für Hilfe mit Lebensmittelpaketen

Quarantäne bis 31.07. verlängert

Die Quarantäne sollte ursprünglich bis Ende Juni gehen, aber jetzt haben wir die Nachricht bekommen, dass wieder um einen Monat verlängert wurde. Ende Juli wären wir dann schon bei 4…

Die Quarantäne sollte ursprünglich bis Ende Juni gehen, aber jetzt haben wir die Nachricht bekommen, dass wieder um einen Monat verlängert wurde. Ende Juli wären wir dann schon bei 4 1/2 Monaten Quarantäne…

Für manche ist es sehr schwer nachzuvollziehen, wie wir hier immer noch unter so strikter Quarantäne leben müssen, wenn wir doch schon Mitte März mit sehr radikalen Maßnahmen begonnen hatten. Der Spiegel hat hierzu einen sehr guten Artikel verfasst. Ich werde die Punkte etwas verkürzt nennen:

„Der Andenstaat mit seinen 32 Millionen Einwohnern liegt auf Platz sechs der weltweiten Corona-Statistik; mit mehr als einer Viertelmillion Fällen hat Peru zuletzt Spanien sowie Italien überholt.“

„Für viele arme Menschen ist es unmöglich, die Corona-Regeln zu befolgen“, sagt Hugo Ñopo, Ökonom der Entwicklungsorganisation GRADE. „Unsere Regierung hat viele europäische Maßnahmen kopiert. Aber hier ist es anders als in Europa.“ So habe nur die Hälfte aller Peruaner im Haushalt einen Kühlschrank; die übrigen müssten ständig hinaus, um sich frische Lebensmittel zu beschaffen. Millionen Menschen haben nicht einmal Zugang zu fließendem Wasser, um sich die Hände zu waschen. Und nur gut ein Drittel aller Haushalte habe Internetzugang, berichtet Ñopo.

Das sehen wir besonder in den Familien des Dorcas Projektes. Viele sind auf den Kauf von Lebensmitteln auf dem Markt angewiesen, weil es dort wesentlich günstiger ist. Aber sie müssen aufgrund fehlender Lagermöglichkeit eben auch öfter gehen. Auf den Märkten wurden mittlerweile die Bedingungen strikter. Abstand wird eingehalten, Geld wird vor dem Überreichen desinfiziert und man steht auf einer Matte mit Desinfektionsmitteln während man wartet.

Fast drei Viertel der Beschäftigten arbeiten im informellen Sektor. „Die meisten Peruaner können nicht wie in Deutschland vom Homeoffice aus arbeiten“, sagt Ñopo. „Sie müssen hinaus in die Stadt, um Geschäfte zu machen, von Angesicht zu Angesicht.“

Für diese 70% ist diese lange Quarantäne zu einem großen Problem geworden!

Zudem kommt, dass nur 38% aller Peruaner ein Bankkonto haben und sie für die finanzielle Hilfe vom Staat bei der Bank ihr Geld abholen müssen und täglich stundenlang Schlange stehen. Wir leben hier in einem Land, in dem es deshalb noch kaum Online-Banking gibt. Sonst wäre das Ganze viel einfacher und die Ansteckungsgefahr auch geringer.

Wir befinden uns derzeit bei einer Zahl von 9.000 Toten in Peru, die an COVID 19 gestorben sind. In Gesprächen mit Menschen, die wir kennen stellt man aber schnell fest, dass die Sterberate noch viel höher liegt. Das Problem ist nämlich, dass das Gesundheitssystem so überlastet ist, dass „normale Fälle“ nicht mehr behandelt werden können und Menschen an „banalen Dingen“ sterben, weil das Krankenhaus voll ist und sie nicht behandelt werden können und somit an den Folgen der „Nichtbehandlung“ sterben.

Dies bedeutet auch, dass die Nothilfe Arequipa, von der wir in der Vergangenheit geschrieben haben, überlebenswichtig ist. Das ganze hatte mit 150 Tüten zu Beginn der Quarantäne angefangen und letzte Woche konnten 1.105 Pakete verteilt werden. Wem dies möglich ist, kann weiterhin auf das folgende Konto überweisen, um diese Hilfe auch in diesem Monat anbieten zu können.

Spendenkonto DMG interpersonal für die Arequipa Nothilfe

Volksbank Kraichgau
IBAN: DE02 6729 2200 0000 2692 04
(BIC: GENODE61WIE)
Verwendungszweck: P 84623, SIM Peru, Arequipa Nothilfe

Im nächsten Blogeintrag werden wir weitere Bilder vom Verpacken und Verteilen der Lebensmittel posten.

Bitte betet für dieses Land!!!

Kommentare deaktiviert für Quarantäne bis 31.07. verlängert

Heimat

In Anlehnung an die Heimattage in Sinsheim hat die DMG-Zentrale auf dem Buchenauerhof ihr eigenes Video zu diesem Thema gedreht. Video gibt es hier zu sehen Heimat, was bedeutet das…

In Anlehnung an die Heimattage in Sinsheim hat die DMG-Zentrale auf dem Buchenauerhof ihr eigenes Video zu diesem Thema gedreht.

Video gibt es hier zu sehen

Heimat, was bedeutet das für dich?
In diesen Monaten merkt man mehr denn je, dass vieles doch so vergänglich ist.

Gott begegnet Menschen. Er bietet Heimat.

DMG – Damit Menschen Gott begegnen
Kommentare deaktiviert für Heimat

Schule in Corona-Zeiten

Wir hatten in früheren Einträgen schon berichtet, dass hier in Peru bereits seit Mitte März alle Schulen geschlossen haben. Derzeit sieht es auch so aus, dass wir noch bis Ende…

Wir hatten in früheren Einträgen schon berichtet, dass hier in Peru bereits seit Mitte März alle Schulen geschlossen haben. Derzeit sieht es auch so aus, dass wir noch bis Ende des Jahres (das ist auch das Ende unseres Schuljahres, da hier ja die Sommerferien im Dezember beginnen) zu Hause unterrichten werden.

Gott sind wir unheimlich dankbar, dass wir eine (meistens) funktionierende Internetverbindung haben und den vielen Hausaufgaben nachgehen können. Aber wie geht es anderen?

Vielen Kindern aus dem Dorcas Projekt ist dieses Privileg nicht gegeben. Wenn überhaupt haben sie nur Zugang über ihr Handy und müssen zudem für die Schule immer wieder Blätter ausdrucken, um Hausaufgaben machen zu können. Wenn man zwischen dem Bezahlen von Blättern und Lebensmitteln entscheiden muss, dann gibt es für viele in diesen Zeiten keine wirkliche Wahl, da sie sowieso schon am Limit sind.

Die meisten Kinder sind also nicht mehr in der Schule. Das bedeutet auch, dass ihnen am Ende des Jahres ein ganzes Schuljahr fehlen wird.

Kinder im Hochland haben zudem noch die Herausforderung, dass sie überhaupt kein Internet haben. Die Bezirke strahlen den Unterricht stattdessen über das Radio aus (was in ruralen Gegenden sowieso oft benutzt wird). Dies bedeutet aber auch, dass manche Kinder stundenlang unterwegs sind, um auf dem Berg einen Radioempfang zu haben und dort ihren Unterricht machen können. Und das JEDEN TAG!

(Hier gibt es ein kurzes Video dazu)

Wir sind sehr dankbar, dass wir als Familie den Unterricht weiter verfolgen können und bitten besonders für die, die dieses Privileg nicht haben!

Kommentare deaktiviert für Schule in Corona-Zeiten

Tippe in das Feld unten und drücke Enter um zu suchen

Language