Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Autor: Daniela Marx

WM-Qualifikation

Heute war ein ganz besonderer Tag in der Geschichte Perus. Die peruanische Fußball-Nationalmannschaft hat sich doch tatsächlich für die WM 2018 qualifiziert!!! Dies war seit 36 Jahren nicht mehr der…

Heute war ein ganz besonderer Tag in der Geschichte Perus. Die peruanische Fußball-Nationalmannschaft hat sich doch tatsächlich für die WM 2018 qualifiziert!!! Dies war seit 36 Jahren nicht mehr der Fall.


Der Schritt dahin war gar nicht so einfach. Zum einen durfte der Kapitän die letzten beiden Spiele nicht mitspielen – ein wirklicher Verlust. In Argentinien wurde er wegen Dopingverdachts zunächst einmal ausgeschlossen. Dieser Test wird von den Peruanern in vielerlei Hinsicht sehr umstritten gesehen.

Zum anderen wurde das letzte Spiel gegen Neuseeland alles andere als spektakulär gespielt. Neuseeland hatte dadurch, dass das finale Spiel in Peru stattfand den Vorteil, dass die Tore doppelt zählen würden.

Gestern haben die Peruaner aber gezeigt, was in ihnen steckt. In ihrem eigenen Land durften sie  die Qualifikation in die Weltmeisterschaft feiern. Selbst hier in Arequipa gab es Feuerwerk, Hupkonzerte und Partys. Der Präsident hatte bereits am Dienstag festgelegt, dass falls Peru sich qualifizieren sollte, keiner am Donnerstag zur Schule gehen und auch niemand im öffentlichen Dienst arbeiten müsse.

Der Traum ist wahr geworden und die Peruaner sind Teil der WM 2018!!!

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Notfalltasche

Jeder Missionar wird in Peru dazu angehalten einen „Notfalltasche“ parat zu haben. Bekannterweise gibt es in diesem Land immer wieder Erdbeben. Meistens sind diese schwächer und nur von kurzer Dauer,…

Jeder Missionar wird in Peru dazu angehalten einen „Notfalltasche“ parat zu haben. Bekannterweise gibt es in diesem Land immer wieder Erdbeben. Meistens sind diese schwächer und nur von kurzer Dauer, aber es ist wichtig, dass wir auch für einen Ernstfall gewappnet sind. Hierfür muss bei jedem von unserem Team eine Tasche bereit stehen.

In dieser Tasche befinden sich folgende Dinge:
– Bargeld
– Pässe
– Persönliche Dokumente
– Medikamente
– 1. Hilfe Utensilien
– Taschenlampe und Batterien
– Wasserreinigungstabletten
– Decken oder Schlafsack (falls das Erdbeben in der Nacht ist)
– Ersatzkleidung (falls man im Schlafanzug raus musste)
– Dosenessen
– ausgedruckter Notfallplan

Der Notfallplan beschreibt, wer als erstes kontaktiert werden muss. Im Ernstfall besteht natürlich keine Garantie, dass das Handynetz funktionieren sollte. In diesem Falle versucht der Teamkoordinator alle per Fuß oder Fahrrad zu erreichen, um sicher zu stellen, dass alle in Ordnung sind.

Grundsätzlich sagt man, dass man 15-20 Sekunden Zeit hat, um bei einem Erdbeben das Haus zu verlassen. Aus dem 3. Stock in der Nacht wird das schon schwieriger und so haben wir mit den Jungs bereits besprochen, wo wir uns im Falle eines Erdbebens aufhalten. Dadurch, dass die Fenster parallel zueinander verlaufen hört man das Erdbeben immer sofort durch das Klappern der Fenster, so dass man theoretisch automatisch aufwacht (ich bin da eine Ausnahme… aber Benni ist sofort wach!).

Die regulären Häuser sind hier grundsätzlich erdbebensicher gebaut, so dass selbst bei größeren Erdbeben bisher keine Schäden entstanden sind.

Die Schule der Jungs besitzt ein Frühwarnsystem und ist demnach auch ein sicherer Ort.

Wir sind hier sehr gut vernetzt. Jeder muss einen Reiseplan abgeben, wenn er die Stadt verlässt. Wenn jemand ins Hochland fährt und nicht zum angegeben Zeitpunkt zurückkommt und telefonisch nicht zu erreichen ist, fährt ein Teammitglied hin und geht auf die Suche. Besonders, wenn die Straßen in der Regenzeit sehr schlecht sind, kann es gefährlich werden alleine im Hochland unterwegs zu sein.

Wie gut ist es, dass Gott immer weiß, wo wir uns befinden und wir uns beschützt wissen dürfen!

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Besuch im Garten…

Heute haben wir Spanisch-Nachhilfe ganz praktisch erlebt. Mit unserer Nachbarin waren wir im Garten ihrer Eltern und haben uns angeschaut, wie die Früchte wachsen (natürlich haben wir dabei auch alle…

Heute haben wir Spanisch-Nachhilfe ganz praktisch erlebt. Mit unserer Nachbarin waren wir im Garten ihrer Eltern und haben uns angeschaut, wie die Früchte wachsen (natürlich haben wir dabei auch alle entsprechenden spanischen Wörter gelernt).

Ihre Eltern stellen selber Eis her und benutzen hierbei ihre eigenen Früchte.

Damit auch ihr einen Einblick in die Früchte Perus bekommt poste ich hier mal ein paar Bilder:

Kleine Papayas (noch unreif)

Limonen

Orangen

Feigen

Und natürlich unheimlich viele Avocados. Wir essen sehr gerne Guacamole und Avocados gibt es hier reichlich.

Gerade genießen wir auch, dass die Zeit der Sommerfrüchte beginnt. Erdbeeren, Melonen und besonders Trauben schmecken jetzt immer besser. Wie cool muss es doch im Garten Eden gewesen sein bei all der Auswahl 🙂

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„Cristo moreno“

Da der „Señor de los Milagros“ hier in Peru den ganzen Oktober über eine wichtige Rolle spielt, gebe ich für die, die den Ursprung dieses Festes kennen möchten, noch eine…

Da der „Señor de los Milagros“ hier in Peru den ganzen Oktober über eine wichtige Rolle spielt, gebe ich für die, die den Ursprung dieses Festes kennen möchten, noch eine etwas detailliertere Ausführung. Benni hatte schon ein Video der Prozession hier in Arequipa gepostet.

In Südamerika gab es Tausende von Sklaven, die aus Westafrika nach Peru gebracht wurden. Einer dieser hatte ein Wandbild von dem gekreuzigten Jesus gemalt. Aufgrund des eigenen Hintergrundes wurde Jesus mit einer braunen Hautfarbe gemalt – deshalb nennt man das Bild auch „Cristo Moreno“ (der braune Christus).

1655 wurde Lima von einem Erdbeben erschüttert, das tausende von Menschen tötete und viele verletzte. Die Gemeinde, in der das Wandbild stand, wurde komplett zerstört, mit Ausnahme des Bildes selbst.

1670 entdeckte Antonio León dieses Bild und daraufhin begann die Verehrung. Antonio litt unter einem Gehirntumor, der laut den Ärzten nicht mehr geheilt werden konnte. Nachdem er sich dem Wandbild genähert und um Heilung gebeten hatte, geschah ein Wunder und er wurde geheilt.

Es blieb nicht nur bei diesem einen Wunder und so begann man spezielle Gottesdienste abzuhalten.

1687 gab es wieder ein stärkeres Erdbeben, aber das Wandbild blieb intakt und so hatte man veranlasst, dass eine Kopie aus Öl hergestellt werden sollte, die einmal im Jahr für eine große Prozession verwendet werden sollte. Diese Prozessionen findet seitdem jedes Jahr im Oktober in ganz Peru statt. Alle, die daran teilnehmen, erhalten einen speziellen Segen für die ganze Familie.

Die Menschen laufen in der Prozession rückwärts, weil sie ihren Blick nicht vom Bild abwenden dürfen.

Im Oktober kann man sehr viele Frauen in violetten Kleidern mit einer weißen Kordel als Gürtel sehen. Hier können verschiedene Mengen an Knoten entdeckt werden. Ein Knoten bedeutet ein Versprechen, dass man dem „Herrn der Wunder“ gegeben hat. Wenn das Bild die Bitte erfüllt (z.B. bezüglich Liebe, Geld, Gesundheit oder der Arbeit), dann verspricht die Person ihr Versprechen einzuhalten (z.B. einen ganzen Monat im violetten Kleid zu laufen, oder jeden Tag ein Gebet zu sprechen, oder…). Der Knoten soll den Gläubigen daran erinnern dieses Versprechen zu halten.

Zudem isst man im Oktober oft „El Turrón“ – eine Süßspeise aus Teig und Honig (und unheimlich viel Zucker!)

Die Tradition kam von einer Sklavin, die gelähmt war und in einer Prozession des „Herrn der Wunder“ darum gebeten hatte, geheilt zu werden. Während dieser Prozession konnte sie plötzlich wieder ihre Arme und Hände bewegen. In der gleichen Nacht hatte sie einen Traum vom Rezept dieser Süßspeise. Am darauffolgenden Tag hat sie diese zubereitet an viele arme Menschen verteilt. Seitdem wird diese Süßspeise im Oktober gegessen.

Für uns deutsche Protestanten sind diese ganzen Prozessionen gewöhnungsbedürftig. So viel beruht darauf selbst etwas tun zu müssen, bestimmte Riten einzuhalten und von Gott etwas zu „erbitten“, wofür man dann anschließend aus „Dankbarkeit“ Werke tut.

Ist das aber Gott so wie wir ihn aus der Bibel kennen?

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Titicacasee

Vier Tage haben wir von der schulfreien Woche im Oktober genutzt, um selbst ein bißchen von Peru zu sehen. Wir sind endlich mal zum Titicacasee gefahren und haben in Puno…

Vier Tage haben wir von der schulfreien Woche im Oktober genutzt, um selbst ein bißchen von Peru zu sehen. Wir sind endlich mal zum Titicacasee gefahren und haben in Puno übernachtet.


Arequipa liegt bereits auf 2.350m Höhe, Puno dagegen auf 3.850m. Die 1.500 Meter haben wir direkt bei unserer Ankunft gespürt. Zwei der Jungs mussten sich erst einmal übergeben, bevor es weitergehen konnte.

Nach und nach haben wir uns an den Höhenunterschied gewöhnt und konnten Puno besichtigen.

 

 

 


Der Titicacasee ist ca. 15x so groß wie der Bodensee. Es ist das höchst gelegenste, kommerziell befahrbare Gewässer auf der Erde.

Wir waren auf einer der schwimmenden Inseln. Hier wurde uns erklärt, wie sie die Inseln in Stand halten und wie die Menschen hier leben. Für sie ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle. Die meisten anderen Menschen leben von der Fischerei.

Anschließend sind wir noch auf einer größeren Insel gewesen, auf der wir Mittag gegessen haben.

Für uns war es sehr schön mal aus der Großstadt raus zu kommen. Einfach nur die Natur genießen! Wie schön und vielseitig Gott doch die Welt geschaffen hat!!!

 

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Volkszählung

Seit 10 Jahren hat es in Peru keine Volkszählung mehr gegeben. Im ganzen Land (!) musste man von 8-17 Uhr zu Hause bleiben, bis ein Mitarbeiter vorbeikam, um die Daten…

Seit 10 Jahren hat es in Peru keine Volkszählung mehr gegeben. Im ganzen Land (!) musste man von 8-17 Uhr zu Hause bleiben, bis ein Mitarbeiter vorbeikam, um die Daten der Hausbewohner aufzunehmen.
Kein Bus durfte fahren, kein Geschäft aufhaben. Die Menschen am Flughafen mussten dort verweilen, bis der Zensus fertig war.

Die Menschen wurden dazu angehalten nicht ihre Häuser zu verlassen (außer man trägt einen Bescheid mit sich, der bezeugt, dass man bereits gezählt wurde). Es war also ein ruhiger Sonntag!

So genau konnten wir uns das noch nicht vorstellen, da wir so etwas noch nie erlebt hatten. Einige Kollegen waren bereits in den Morgenstunden fertig, aber bei uns hat es bis 16 Uhr gedauert, bis wir dran gekommen sind. Neben den normalen Daten wurde man u. a. danach gefragt, ob man lesen und schreiben kann, welche Nationalität man besitzt und ob man verheiratet ist (sind hier viele Peruaner aus Kostengründen nicht).

Wir sind gespannt darauf, was für Schlüsse aus der Befragung gezogen werden. Theoretisch müsste man daraus auch endlich feststellen können, wie viele Einwohner Arequipa hat (das ist bisher nur eine ungenaue Zahl).

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