Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Autor: Daniela Marx

Besuch im Garten…

Heute haben wir Spanisch-Nachhilfe ganz praktisch erlebt. Mit unserer Nachbarin waren wir im Garten ihrer Eltern und haben uns angeschaut, wie die Früchte wachsen (natürlich haben wir dabei auch alle…

Heute haben wir Spanisch-Nachhilfe ganz praktisch erlebt. Mit unserer Nachbarin waren wir im Garten ihrer Eltern und haben uns angeschaut, wie die Früchte wachsen (natürlich haben wir dabei auch alle entsprechenden spanischen Wörter gelernt).

Ihre Eltern stellen selber Eis her und benutzen hierbei ihre eigenen Früchte.

Damit auch ihr einen Einblick in die Früchte Perus bekommt poste ich hier mal ein paar Bilder:

Kleine Papayas (noch unreif)

Limonen

Orangen

Feigen

Und natürlich unheimlich viele Avocados. Wir essen sehr gerne Guacamole und Avocados gibt es hier reichlich.

Gerade genießen wir auch, dass die Zeit der Sommerfrüchte beginnt. Erdbeeren, Melonen und besonders Trauben schmecken jetzt immer besser. Wie cool muss es doch im Garten Eden gewesen sein bei all der Auswahl 🙂

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„Cristo moreno“

Da der „Señor de los Milagros“ hier in Peru den ganzen Oktober über eine wichtige Rolle spielt, gebe ich für die, die den Ursprung dieses Festes kennen möchten, noch eine…

Da der „Señor de los Milagros“ hier in Peru den ganzen Oktober über eine wichtige Rolle spielt, gebe ich für die, die den Ursprung dieses Festes kennen möchten, noch eine etwas detailliertere Ausführung. Benni hatte schon ein Video der Prozession hier in Arequipa gepostet.

In Südamerika gab es Tausende von Sklaven, die aus Westafrika nach Peru gebracht wurden. Einer dieser hatte ein Wandbild von dem gekreuzigten Jesus gemalt. Aufgrund des eigenen Hintergrundes wurde Jesus mit einer braunen Hautfarbe gemalt – deshalb nennt man das Bild auch „Cristo Moreno“ (der braune Christus).

1655 wurde Lima von einem Erdbeben erschüttert, das tausende von Menschen tötete und viele verletzte. Die Gemeinde, in der das Wandbild stand, wurde komplett zerstört, mit Ausnahme des Bildes selbst.

1670 entdeckte Antonio León dieses Bild und daraufhin begann die Verehrung. Antonio litt unter einem Gehirntumor, der laut den Ärzten nicht mehr geheilt werden konnte. Nachdem er sich dem Wandbild genähert und um Heilung gebeten hatte, geschah ein Wunder und er wurde geheilt.

Es blieb nicht nur bei diesem einen Wunder und so begann man spezielle Gottesdienste abzuhalten.

1687 gab es wieder ein stärkeres Erdbeben, aber das Wandbild blieb intakt und so hatte man veranlasst, dass eine Kopie aus Öl hergestellt werden sollte, die einmal im Jahr für eine große Prozession verwendet werden sollte. Diese Prozessionen findet seitdem jedes Jahr im Oktober in ganz Peru statt. Alle, die daran teilnehmen, erhalten einen speziellen Segen für die ganze Familie.

Die Menschen laufen in der Prozession rückwärts, weil sie ihren Blick nicht vom Bild abwenden dürfen.

Im Oktober kann man sehr viele Frauen in violetten Kleidern mit einer weißen Kordel als Gürtel sehen. Hier können verschiedene Mengen an Knoten entdeckt werden. Ein Knoten bedeutet ein Versprechen, dass man dem „Herrn der Wunder“ gegeben hat. Wenn das Bild die Bitte erfüllt (z.B. bezüglich Liebe, Geld, Gesundheit oder der Arbeit), dann verspricht die Person ihr Versprechen einzuhalten (z.B. einen ganzen Monat im violetten Kleid zu laufen, oder jeden Tag ein Gebet zu sprechen, oder…). Der Knoten soll den Gläubigen daran erinnern dieses Versprechen zu halten.

Zudem isst man im Oktober oft „El Turrón“ – eine Süßspeise aus Teig und Honig (und unheimlich viel Zucker!)

Die Tradition kam von einer Sklavin, die gelähmt war und in einer Prozession des „Herrn der Wunder“ darum gebeten hatte, geheilt zu werden. Während dieser Prozession konnte sie plötzlich wieder ihre Arme und Hände bewegen. In der gleichen Nacht hatte sie einen Traum vom Rezept dieser Süßspeise. Am darauffolgenden Tag hat sie diese zubereitet an viele arme Menschen verteilt. Seitdem wird diese Süßspeise im Oktober gegessen.

Für uns deutsche Protestanten sind diese ganzen Prozessionen gewöhnungsbedürftig. So viel beruht darauf selbst etwas tun zu müssen, bestimmte Riten einzuhalten und von Gott etwas zu „erbitten“, wofür man dann anschließend aus „Dankbarkeit“ Werke tut.

Ist das aber Gott so wie wir ihn aus der Bibel kennen?

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Titicacasee

Vier Tage haben wir von der schulfreien Woche im Oktober genutzt, um selbst ein bißchen von Peru zu sehen. Wir sind endlich mal zum Titicacasee gefahren und haben in Puno…

Vier Tage haben wir von der schulfreien Woche im Oktober genutzt, um selbst ein bißchen von Peru zu sehen. Wir sind endlich mal zum Titicacasee gefahren und haben in Puno übernachtet.


Arequipa liegt bereits auf 2.350m Höhe, Puno dagegen auf 3.850m. Die 1.500 Meter haben wir direkt bei unserer Ankunft gespürt. Zwei der Jungs mussten sich erst einmal übergeben, bevor es weitergehen konnte.

Nach und nach haben wir uns an den Höhenunterschied gewöhnt und konnten Puno besichtigen.

 

 

 


Der Titicacasee ist ca. 15x so groß wie der Bodensee. Es ist das höchst gelegenste, kommerziell befahrbare Gewässer auf der Erde.

Wir waren auf einer der schwimmenden Inseln. Hier wurde uns erklärt, wie sie die Inseln in Stand halten und wie die Menschen hier leben. Für sie ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle. Die meisten anderen Menschen leben von der Fischerei.

Anschließend sind wir noch auf einer größeren Insel gewesen, auf der wir Mittag gegessen haben.

Für uns war es sehr schön mal aus der Großstadt raus zu kommen. Einfach nur die Natur genießen! Wie schön und vielseitig Gott doch die Welt geschaffen hat!!!

 

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Volkszählung

Seit 10 Jahren hat es in Peru keine Volkszählung mehr gegeben. Im ganzen Land (!) musste man von 8-17 Uhr zu Hause bleiben, bis ein Mitarbeiter vorbeikam, um die Daten…

Seit 10 Jahren hat es in Peru keine Volkszählung mehr gegeben. Im ganzen Land (!) musste man von 8-17 Uhr zu Hause bleiben, bis ein Mitarbeiter vorbeikam, um die Daten der Hausbewohner aufzunehmen.
Kein Bus durfte fahren, kein Geschäft aufhaben. Die Menschen am Flughafen mussten dort verweilen, bis der Zensus fertig war.

Die Menschen wurden dazu angehalten nicht ihre Häuser zu verlassen (außer man trägt einen Bescheid mit sich, der bezeugt, dass man bereits gezählt wurde). Es war also ein ruhiger Sonntag!

So genau konnten wir uns das noch nicht vorstellen, da wir so etwas noch nie erlebt hatten. Einige Kollegen waren bereits in den Morgenstunden fertig, aber bei uns hat es bis 16 Uhr gedauert, bis wir dran gekommen sind. Neben den normalen Daten wurde man u. a. danach gefragt, ob man lesen und schreiben kann, welche Nationalität man besitzt und ob man verheiratet ist (sind hier viele Peruaner aus Kostengründen nicht).

Wir sind gespannt darauf, was für Schlüsse aus der Befragung gezogen werden. Theoretisch müsste man daraus auch endlich feststellen können, wie viele Einwohner Arequipa hat (das ist bisher nur eine ungenaue Zahl).

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Ein Stückchen Heimat

Man könnte den Eindruck bekommen, dass es hier in Peru immer was zu feiern gibt – dem ist auch so 🙂 Kurz vor den Herbstferien haben wir in der Schule…

Man könnte den Eindruck bekommen, dass es hier in Peru immer was zu feiern gibt – dem ist auch so 🙂

Kurz vor den Herbstferien haben wir in der Schule Oktoberfest gefeiert. Hier konnten wir uns ein bißchen wie zu Hause fühlen, als zu Beginn die deutsche Nationalhymne gesungen und die deutsche Fahne gehisst wurde.

Jedes Jahr organisiert die Schule das Oktoberfest, um für ein soziales Projekt Gelder zu sammeln. Viele Eltern sind mit dabei, so dass fleißig Geld für Spiele und Essen ausgegeben wird.

Unter anderem führen die Kinder auch deutsche Tänze und Lieder vor. Auf dem Sportplatz hat jede Klasse einen Stand mit Spielen.

Es gibt Apfelschorle und Lebkuchen zu kaufen, aber auch peruanische Gerichte (hier isst Jason Rinderherzen „Anticuchos“)

Es war unser erstes „peruanisches Oktoberfest“ und wir hatten eine schöne Zeit zusammen. Der Morgen bot eine gute Gelegenheit, um mit anderen Eltern ins Gespräch zu kommen, Lehrer und auch Freunde der Kinder kennen zu lernen.

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Für uns geht die Sonne auf…

Wir haben eine Person gefunden, die den Jungs ein wenig Nachhilfe im Spanischsprechen gibt! Gott hat Sol (die Sonne) quasi direkt zu uns geführt. Während Tim und Joel in der…

Wir haben eine Person gefunden, die den Jungs ein wenig Nachhilfe im Spanischsprechen gibt! Gott hat Sol (die Sonne) quasi direkt zu uns geführt.

Während Tim und Joel in der Schule sind, bekommen sie schon eine Stunde Nachhilfe von einer Tutorin, die mit ihnen Vokabeln und Grammatik übt. Aber das Sprechen fällt ihnen natürlich noch etwas schwer. Wir haben uns gewünscht, dass wir jemanden finden, der mit den drei Jungs zu Hause lediglich das Sprechen übt.

Die Tage bekamen wir eine Anfrage einer deutschen Lehrerin, ob wir uns nicht vorstellen könnten einer anderen Lehrerin Nachhilfe in Deutsch zu geben. Sie fliegen zusammen im Februar nach Deutschland und hierfür wollte sie vorher gerne noch etwas Deutschsprechen üben. Sie würde auch ganz in unserer Nähe wohnen.

Es hat sich herausgestellt, dass sie wirklich nur ein paar Häuser weiter in unserer Straße wohnt. Anstatt bezahlt zu werden haben, wir vorgeschlagen, dass sie im Gegenzug mit den Jungs Spanisch übt. So kommen wir dienstags und donnerstags um 17 Uhr zu ihr und sie beschäftigt sich eine Stunde lang mit Joel, Tim und Jason. Da sie Lehrerin ist, macht sie das wirklich sehr gut! Spielerisch engagiert sie die Jungs in verschiedene Themen, so dass es ihnen Freude macht auf diese Art und Weise in einem geschützten Rahmen Spanisch zu sprechen und Dinge auszuprobieren.

Wenn die Jungs um 18 Uhr zum Abendessen rübergehen, bleibe ich noch da und unterhalte mich mit Sol auf Deutsch. In einer Stunde kommt man auf ganz schöne viele Themen zu sprechen. Z.B. wie wir den Katholizismus in Peru wahrnehmen und was der Unterschied zum Katholizismus in Deutschland ist. Es ist ein Privileg, dass wir direkt mit Gott sprechen dürfen und hierfür keine Heiligen benötigen, die für uns vermitteln müssen.

Wir sind Gott unheimlich dankbar, dass er das so für uns arrangiert hat! Sol ist eine sehr herzliche Person und sie ist eine große Bereicherung für unsere Familie. Gott wusste um unser Bedürfnis und hat uns auf seine Art und Weise versorgt.

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