Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Autor: Daniela Marx

Weihnachten mit Plastikbaum und Panetone…

Wie feiert man eigentlich Weihnachten in Peru? Natürlich liegen wir hier von der Temperatur her etwas höher als in Deutschland, aber da jetzt im Sommer offiziell die 3-monatige Regenzeit begonnen…

Wie feiert man eigentlich Weihnachten in Peru?

Natürlich liegen wir hier von der Temperatur her etwas höher als in Deutschland, aber da jetzt im Sommer offiziell die 3-monatige Regenzeit begonnen hat liegt bei uns derzeit die Temperatur lediglich bei 21°C.

Da wir hier leider keine Nadelwälder finden, um uns einen schönen Tannenbaum zu hacken, müssen wir uns mit einem Plastikbaum begnügen. Es gib besonders viel Dekoration, die aus billigem Plastik hergestellt ist. Der Tannenbaumduft im Wohnzimmer fehlt, aber dafür gibt es Kerzen und Lichterketten. Der Vorteil ist nämlich, dass es auch im Sommer früh dunkel wird (18:30 Uhr).

Die häufigste Tradition in Peru ist die Enthüllung des Jesus-Babys. Bei allen Krippen, die man vor Weihnachten in der Stadt sehen kann ist vor Weihnachten das Baby mit einem Tuch belegt. Auch wenn Krippen zu Hause aufgestellt werden, wird das Baby erst an Weihnachten aufgedeckt.

Wir sind froh, dass wir in einem Geschäft peruanische Krippenfiguren gefunden haben.

Seit Ende November gibt es hier in allen Läden Panetone zu kaufen. Das ist quasi vergleichbar mit Lebkuchen in Deutschland. Man isst bei jeder Gelegenheit davon, so dass man nach Weihnachten keine Panetone mehr sehen kann…

Die typische Panetone gibt es mit getrockneten Fruchtstücken. Dann gibt es aber auch eine mit Schokoladenstückchen, die für unsere Jungs wesentlich ansprechender ist. Es gibt so viele verschiedenen Marken von dem gleichen Kuchen, dass im Supermarkt eine ganze Regalreihe den Panetonen gewidmet ist! Geschmackstechnisch gibt es Unterschiede, so dass jeder seine Lieblingsmarke hat.


Für gewöhnlich wird die Panetón immer mit heisser Schokolade serviert.

Wie in so vielen anderen Ländern auch verschulden sich leider viele Menschen, um mit schlechten Kreditbedingungen ihre Liebsten mit Geschenken zu überhäufen. Die Menschen sind wie in Deutschland an jedem Dezemberwochenende im Kaufrausch.

Um Mitternacht gibt es ein riesiges Feuerwerk in der ganzen Stadt. Erst danach wird das Festmahl gegessen (meistens Truthahn), was vorher stundenlang vorbereitet wurde. Und auch erst danach werden die Geschenke ausgepackt.

Da das für uns zu spät war (besonders mit Jason), haben wir mittags mit Freunden gefeiert, sind dann in den Abendgottesdienst gegangen und haben anschließend als Familie die Bescherung gehabt. Also haben wir ein bißchen auf Deutsch gefeiert…

Durch den Vorteil der Zeitverschiebung konnten wir morgens noch mit einigen aus der Familie telefonieren.

Eines haben die Deutschen und die Peruaner aber gemeinsam:
Weihnachten ist ein Fest, wo man als Familie zusammen kommt!

 

 

Kommentare deaktiviert für Weihnachten mit Plastikbaum und Panetone…

Kindergartenabschlussfeier

Heute haben wir Jasons Abschlussfeier im Kindergarten gefeiert. Er freut sich, dass er jetzt endlich in die Schule gehen darf. Schon in Deutschland durfte er eine Kiga-Feier erleben, aber da…

Heute haben wir Jasons Abschlussfeier im Kindergarten gefeiert. Er freut sich, dass er jetzt endlich in die Schule gehen darf. Schon in Deutschland durfte er eine Kiga-Feier erleben, aber da hier das Schuljahr immer erst am Anfang des Jahres beginnt durfte er noch ein halbes Jahr in den Kindergarten.

Dieses halbe Jahr war für ihn sehr gut, um sich in der Sprache etwas besser zurecht zu finden.

Die Feier bestand darin, dass ein Elternteil eine kleine Ansprache halten durfte und dann anschließend die Kerze ausgezündet wurde (es beginnt jetzt quasi ein neuer Abschnitt).

Eines der jüngeren Kinder hat dann dem neuen Schulkind eine Karte überreicht, die er/sie gestaltet hat. Da Jason sehr beliebt bei den Mädchen ist, war es nicht verwunderlich, dass ihm ein Mädchen eine Karte geschrieben hat…

Die Kinder bekamen dann ihre Ordner und eine spezielle Tasche für die erste Klasse überreicht. Anschließend haben sie noch zusammen gesungen und getanzt.

Wir sind sehr froh darüber, dass sich Jason in seiner Gruppe sehr wohl gefühlt hat. Er konnte die Sprache lernen und neue Freunde finden. Seine Erzieher waren sehr dankbar, dass er Teil der Gruppe sein konnte.

Auch die beiden anderen hatten einen speziellen Tag. Es war der letzte Tag für ihre Spanischnachhilfe, die sie montags und donnerstags in der ersten Stunde hatten. Die Nachhilfe hat ihnen eine gute Grundlage gegeben und im nächsten Schuljahr werden sie es dann so versuchen.

Danke Herr für all dein Versorgen und deinen Schutz in dieser Zeit. Danke, dass du Jason in eine so tolle Klasse gesteckt hast und wir auch mit den Familien einen guten Kontakt haben können.

Kommentare deaktiviert für Kindergartenabschlussfeier

Adventszeit

Bei 24°C kommt man nicht allzu schnell in Weihnachtsstimmung. Deshalb haben wir letztes Wochenende schon einmal damit begonnen unsere Wohnung zu dekorieren. Zum ersten Mal müssen wir uns mit einem…

Bei 24°C kommt man nicht allzu schnell in Weihnachtsstimmung. Deshalb haben wir letztes Wochenende schon einmal damit begonnen unsere Wohnung zu dekorieren.

Zum ersten Mal müssen wir uns mit einem Plastikbaum begnügen (überhaupt ist hier fast alles in Plastik)! Der schöne Tannenduft fehlt, aber wir sind froh, dass wir überhaupt in einem Land wohnen, wo es (fast immer) Strom gibt und wir Lichterketten und Co. zur Verfügung haben.

Die beiden Jüngsten haben sich daran gesetzt den Baum zu dekorieren und ich habe meinen perfektionistischen Drang gezügelt, den Baum anschließend noch zu bearbeiten und alles symmetrisch umzuhängen…

Der Vorteil ist, dass es hier im Sommer schon um 18:30 Uhr dunkel wird und wir demnach abends noch im Kerzenschein zusammen sitzen können.

Hängt! In der jetzigen Wohnung dürfen wir in der Decke keine Nägel reinhauen, so dass wir uns anderweitig zu helfen wissen, um unseren deutschen Weihnachtsstern anzubringen. Die Fassung ist leider zu klein, als dass man sie für den Stern benutzen konnte, aber es geht auch so.

Hier ist unsere Art von Schneemann…

Sonntag waren wir in einem deutsch-lutheranischen Gottesdienst in der Stadtmitte, der einmalig vom neuen Pfarrer veranstaltet wurde. So hatten wir einen Sonntag, wo wir zusammen deutsche Adventslieder singen konnten. Jason durfte sogar die Adventskerze anzünden. Wir sind gespannt darauf, wie die nächsten Gottesdienste in unserer peruanischen Gemeinde ablaufen werden.

Die Jungs durften bei einer anderen deutschen Familie gestern fleißig Plätzchen backen.

Wir freuen uns darauf zu entdecken, was wir noch alles in der Adventszeit erleben dürfen und was wir über das peruanische Weihnachtsfest in Erfahrung bringen werden…

 

Kommentare deaktiviert für Adventszeit

Nikolaus

Heute haben wir nicht nur zu Hause Nikolaus gefeiert, sondern auch im Kindergarten. Benni wurde gefragt, ob er sich vorstellen könnte in diesem Jahr den Nikolaus zu spielen. Der Kindergarten…

Heute haben wir nicht nur zu Hause Nikolaus gefeiert, sondern auch im Kindergarten. Benni wurde gefragt, ob er sich vorstellen könnte in diesem Jahr den Nikolaus zu spielen. Der Kindergarten hatte bereits die Verkleidung parat.

Dies ist ein nicht ganz einfacher Job, denn Benni musste 9 Gruppen besuchen und es wurden Fotos mit 253 Kindern gemacht (inkl. anschließendem Gruppenfoto)! Ich glaube ich muss nicht erwähnen, dass es im Sommer unter dem Gewand auch mollig warm wurde 🙂

Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Die Kinder haben mit leuchtenden Augen auf den Nikolaus gewartet. Zwei Kinder haben sogar extra Briefe für den Nikolaus verfasst. Benni hat ihnen einen Brief vorgelesen, den die Erzieherinnen für die Gruppe geschrieben haben. Anschließend bekam jedes Kind noch eine kleine Tüte mit Keksen.

Die Überraschung war, dass wir Jason nichts von all dem verraten hatten. Seine Gruppe war die Letzte und er war natürlich mega stolz, dass sein Papa der Nikolaus war. Für ihn war es wohl die größte Überraschung.

Es war sehr schön, dass wir die Gruppe von Jason besuchen konnten. Mittlerweile kennen wir auch mehr und mehr von den Kindern.

Es war ein sehr schöner Morgen, auch wenn es anstrengend war.

Benni hat der Kontakt mit den Kindern gut gefallen. Gerne hätte er sich noch mehr ausdrücken wollen, aber sprachlich können wir eben noch nicht alles sagen. Vielleicht nächstes Jahr…

Die Kinder hatten einen wunderschönen Morgen und es war eine sehr gute Gelegenheit die Kontakte zu Erziehern und Kindern zu vertiefen.

Kommentare deaktiviert für Nikolaus

„Día de los muertos“ – Der Tag der Toten

Im Nachhinein möchten wir euch noch etwas mehr darüber informieren, wie in Peru der 01. und 02. November gefeiert wird. Am 1. November feiern die Peruaner Allerheiligen. Jeder Tag im…

Im Nachhinein möchten wir euch noch etwas mehr darüber informieren, wie in Peru der 01. und 02. November gefeiert wird.

Am 1. November feiern die Peruaner Allerheiligen. Jeder Tag im Jahr ist nach einem Heiligen benannt. Wenn man z. B. am 18.06. ein Kind bekommt, dann integriert man meistens den Namen des Heiligen als Erst- oder Zweitnamen. Im Kalender steht die Heilige „Marina“. Der Name wird dann jeweils auf männlich oder weiblich angepasst (hier würde man den Jungen dann Marino nennen).

Da das Jahr aber zu wenig Tage für alle Heilige hat, gibt es den 01. November, damit man an diesem Tag alle anderen Heiligen berücksichtigen kann.

 

Am 02. November wird anschließend der Tag der Toten gefeiert. Hier geht es darum, dass die Lebenden Dinge tun, bzw. Gebete für die verstorbenen Gläubigen sprechen, die sich im Fegefeuer befinden.

Für die katholischen Peruaner ist das Fegefeuer ein Ort, wo die Seelen ruhen, bis sie in den Himmel gehen dürfen. Die Gebete der Lebenden helfen ihnen in den Himmel zu kommen.

Sie glauben ebenso, dass die Seelen während der ersten beiden Novembertage auf die Erde hochkommen können, um ihre Liebsten zu besuchen. Aus diesem Grunde treffen sich alle Familien am Friedhof.

Peruaner haben verschiedene Dinge, die sie an diesem Tag auf den Grabstein legen:

  • Essen (das Lieblingsessen des Toten) oder Lieblingsgetränk
  • Ebenso Blumen und Kerzen
  • Bei Kindern werden kleine Spielzeuge draufgelegt
  • „Guaguas“ (Brotgebäck in Form eines Babys – siehe unten)

Die Familie selbst isst und trinkt an diesem Tage ausgiebig(!)„mit den Toten“, in dem sie sich um das Grab versammeln. Manche organisieren sich auch spezielle Musik.

Hier gibt es ein gutes, kurzes Video darüber. Und hier noch ein Längeres.

An diesem Tag ist der Vorhof des Friedhofes wie ein großer Marktplatz. Hier gibt es Blumen, Kerzen, Essen, Spielsachen und vieles mehr zu kaufen. Im Friedhof selbst verkaufen kleine Jungs Wasser, um das Grab säubern zu können.

 

„Guaguas/Wawas“:

Eine „Wawa“ ist ein Brotgebäck in Form eines Babys (inkl. kleinem Gesicht), das mit einer süßen Karamellfüllung gefüllt ist.

Die Tradition besagt, dass die „Wawas“ der Heiligen im Februar beginnen – in der Zeit des Karnevals. Bei diesen Festen herrscht Zügellosigkeit in jeglicher Hinsicht und so ist im November eine Anhäufung von Babys festzustellen.

Diese „Wawas“ werden den Toten auf die Gräber gelegt (quasi als Opfer, wie man das früher im antiken Peru getan hat) und anschließend gemeinsam als Familie gegessen.

Die Peruaner haben eine Faszination für den Tod und Geister allgemein. Im Kino gibt es wesentlich mehr Horrorfilme, als das in Deutschland der Fall ist. Immer mal wieder findet man auch schlimm anzusehende Werbung in einem ganz normalen Einkaufszentrum. Kinder erzählen sich gegenseitig Horrorgeschichten. Geister sind im Alltag präsent.

Es ist deswegen auch unheimlich wichtig, dass man an den ersten beiden Tagen im November unbedingt am Grab gewesen ist, damit die Geister einen nicht verfolgen, sondern wieder ruhen können.

Diese Riten sind für manche eine Art, mit dem Tod besser fertig zu werden.

 

Die Denkweise ist oft so, dass man während dem Leben alles machen kann, was man will. In der Kirche kann man für die Sündenvergebung bitten und anschließend dann gleich wieder lügen oder andere Dinge tun, ohne dass es einen beeinflusst.

Wenn man dann tot ist, tut die Familie alles für einen, um durch Gebet und Riten die Seele aus dem Fegefeuer zu bekommen. Damit liegt die Last nicht auf einem selbst.

Kommentare deaktiviert für „Día de los muertos“ – Der Tag der Toten

Erster Kindergeburtstag

Wir haben unseren ersten Kindergeburtstag in Peru überlebt… Tim hat sich gefreut, dass er in Zukunft nie im Kalten feiern muss. Hier kann man von März bis November alle geplanten…

Wir haben unseren ersten Kindergeburtstag in Peru überlebt…

Tim hat sich gefreut, dass er in Zukunft nie im Kalten feiern muss. Hier kann man von März bis November alle geplanten Feiern mit 100%iger Sicherheit draußen feiern, weil das Wetter immer gut ist (blauer Himmel mit 20-25°C). Bei einer kleinen Wohnung ist das natürlich ein Bonus.

Auf die Geburtstagseinladung hatten wir notiert, dass wir einen Geburtstag nach deutscher Art feiern werden. Eine deutsche Lehrerin hatte uns empfohlen hinter die Uhrzeit „hora exact“ zu notieren. Wenn ein Geburtstag nämlich um 10 Uhr beginnt kommt man um 11 Uhr und das Programm beginnt um 12 Uhr.

Für gewöhnlich werden Animateure organisiert, die die Kinder unterhalten (z.B. ein Clown). Stattdessen haben wir notiert, dass wir mit den Kindern (ohne Eltern) eine Schatzsuche machen werden.

Wir haben dem Tag gespannt entgegen gesehen, weil wir nicht sicher waren, wie wir uns mit unseren limitierten Spanischkenntnissen durchschlagen würden. Aber, preis den Herrn, Alles hat super geklappt.

Zunächst haben wir draußen im Park Fangen gespielt bis alle da waren. Alle kamen pünktlich!

Anschließend gab es Kuchen, Kekse und Melone (oh wie schön, dass wir Sommer haben!) und die Geschenke wurden geöffnet. Leider konnte Tims bester Freunde Facundo nicht mit dabei sein, weil er das Wochenende über weg war. Aber wir sind froh, dass Tim in den letzten drei Monaten auch zu anderen Freundschaften aufbauen konnte.

Die Kinder hier machen normalerweise nicht wirklich Schatzsuchen und so waren sie aufmerksam dabei. Benni hat die Schatzsuche mal wieder hervorragend organisiert und die Hinweise in unserem gesamten Wohngebiet verteilt. Die Kinder waren überraschenderweise sehr schnell mit allem, weil sie die komplette Strecke von einer Station zur anderen gerannt sind.

Auch der Schatz konnte nach einer kurzen Eispause bei unserer Nachbarin gefunden werden.

Wir sind Gott sehr dankbar, dass es so gut gelaufen ist! Eine Mutter schrieb uns später, dass ihr Sohn meinte, dass es der beste Geburtstag war, auf dem er bisher gewesen ist. Die Kinder konnten miteinander spielen und wurden nicht nur von vorne unterhalten.

Zum Abschluss des Tages waren wir noch bei unserer Nachbarsfamilie „buñuelos“ essen. Dies ist ein typischer peruanischer Snack. Unheimlich fettig mit viel Zuckersirup… aber unheimlich lecker!!!

Kommentare deaktiviert für Erster Kindergeburtstag

Tippe in das Feld unten und drücke Enter um zu suchen

Language