Wie sieht so ein „Ruf in die Mission“ aus?

Viele Menschen wünschen sich, dass Gott ihnen ganz deutlich sagt, was sie tun sollen – nicht nur bei der Frage, ob es mal aufs Missionsfeld geht, sondern auch in ganz praktischen, alltäglichen Dingen (Soll ich wirklich den Job wechseln? Sollen wir umziehen, irgendwo ganz neu anfangen? Nach welchen Maßstäben sollen wir unsere Kinder erziehen?)

Während unseres Urlaubs habe ich „Bei uns ist alles ganz anders – Handbuch für Ehefrauen in der Mission“ von Elisabeth Wagner gelesen. Dort berichten einige Frauen über ihren Ruf zu dem, wo Gott sie haben wollte. Eine Frau schrieb:

„Ich hatte kein besonderes Erlebnis, keinen ‚Ruf‘ in dem Sinne. Ich sah Mission als Möglichkeit für mich. Ich lebte nach dem Prinzip, dass man nur ein bewegliches Fahrzeug lenken kann. So habe ich bestimmte Schritte in Richtung Mission unternommen, und der Herr hat gelenkt!

Dieses Prinzip habe ich in der Vergangenheit als sehr hilfreich erlebt. Oft sind wir überwältigt von Möglichkeiten und Wegen, die wir gehen könnten. Wir fragen uns immer, was der richtige Weg ist. Manchmal geht es aber auch einfach nur darum kleine Schritte nach vorne zu wagen und Gott zu bitten, Weisheit bei den zu treffenden Entscheidungen zu bekommen. Ich bete dann bewusst dafür, dass Gott Türen schließt, wenn wir den Weg nicht gehen sollen. Sonst gehen wir weiter im Vertrauen darauf, dass er uns führt. Oftmals zeigen sich dann erst beim Gehen neue Wege auf, die wir vorher nicht bedacht hatten.

Ich lebte nach dem Prinzip, dass man nur ein bewegliches Fahrzeug lenken kann

Auch Abraham hat von Gott nicht den ganzen Plan gezeigt bekommen. Es ging zunächst schlicht und ergreifend darum los zu gehen. Der Rest ergibt sich mit der Zeit.