Dies war die letzte Hochlandreise, die ich gemeinsam mit meinem Kollegen und Freund Markus Völker verbringen durfte. Ab September hat Markus eine Stelle als internationaler Direktor der Organisation SEAN und zusammen mit seiner Familie werden sie Ende Dezember Peru verlassen. Er wird nicht nur von den hermanos schwer vermisst werden.

Diesmal waren wir an einem Ort (Cabanaconde) das nur ein sehr kleine I.E.P.-Gemeinde (Iglesia Evangélica Peruana) hat – wenn ich es recht mitbekommen habe, besteht diese Gemeinde aus ca. drei Mitgliedern fortgeschrittenen Alters. Somit waren die Räumlichkeiten mit geplanten 30 Studenten doch etwas eng. Allerdings sind nicht alle 30 anwesend gewesen, so dass es für die täglichen Zusammenkünfte ausreichend war und auch nicht zu kalt wurde.

Auch andere Missionare waren mit um an der Verabschiedung Markus teilnehmen zu können. Wir hatten allgemein eine sehr gute Zeit gemeinsam. Da nicht genug Platz für alle war, sind wir in ein kleines „Hotel“ (ist in Peru etwas anders zu verstehen) mit drei anderen hermanos für zwei Nächte gezogen. Zum Frühstück gab es also keine Suppe, Reis, Nudel und Fleisch, sondern Eier, Brötchen und Marmelade (mit Instant-Kaffee) … was für ein Segen!

Denn sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe? (1. Könige 8,27)

An diesem Wochenende habe ich wiederum die Predigt am Sonntagmorgen halten dürfen. Dies verlief auch etwas besser als das letzte Mal und ich fühle mich im Spanischen immer sicherer (obwohl an ein komplettes frei-predigen noch nicht zu denken ist). Ich merke allerdings, dass meine Predigten für das Hochland doch oft noch etwas zu kompliziert sind. Hier gilt es noch viel zu lernen, so zu predigen, dass die hermanos gut folgen können und ich nicht über ihre Köpfe hinweg predige.

Er, der das Wort ist, wurde ein Mensch von Fleisch und Blut und lebte unter uns. Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit, wie nur er als der einzige Sohn sie besitzt, er, der vom Vater kommt. (Johannes 1,14)

Das Wochenende lief wie gewöhnlich ab. Da wir uns samstags um 5 Uhr und sonntags um 6 Uhr bereits zur Andacht und Gebet trafen und die Abendveranstaltung bis 21-22 Uhr ging, war ich auf der Rückfahrt doch recht müde. Zu Hause angekommen, habe ich erst einmal alle Dinge in die Waschmaschine gepackt und auf meine Lieben gewartet, die auf einer Schulveranstaltung waren.

Die Geschwister im Hochland wachsen mir immer mehr ans Herz und für mich sind sie echte Helden des Glaubens. In meiner von Tränen geplagten Worte bei Markus Abschied habe ich den Geschwistern gesagt: „Wisst ihr was. Meine Helden im Glauben sind nicht die großen Theologen dieser Welt, sondern ihr. Ihr, die ihr so ein hartes Leben mit schweren Herausforderungen habt, und täglich unserem Herrn die Ehre gibt.“

Herr, forme mich!