Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Kategorie: Allgemein

Abancay

Ich durfte mit einer Kollegin aus Arequipa für eine Woche die Arbeit in Abancay anschauen. Meine Kollegin Anna ist Personalleiterin und besucht immer mal wieder die verschiedenen Einsatzorte, um zu…

Ich durfte mit einer Kollegin aus Arequipa für eine Woche die Arbeit in Abancay anschauen. Meine Kollegin Anna ist Personalleiterin und besucht immer mal wieder die verschiedenen Einsatzorte, um zu sehen, wie es den Mitarbeitern und ihren Arbeitsbereichen geht. Da man im ersten Jahr u. a. auch die verschiedenen Arbeitsbereiche kennen lernen soll, war es eine gute Möglichkeit mit zu fahren.

Um nach Abancay zu kommen muss man eine Stunde nach Cusco fliegen und dann 4 Stunden mit dem Auto durch die Berge fahren.

Leider wurde genau am Tage unserer Ankunft gegen die Benzinpreise gestreikt. In Arequipa verläuft das meistens zivilisierter ab, aber in anderen Städten werden alle Straßen, die aus der Stadt rausführen, mit Felsbrocken, Glasscherben, Autoreifen und Baumwurzeln blockiert, so dass wirklich keiner mit dem Auto raus kann. Es ist auch nicht ratsam, denn sonst werden die Fenster eingeschlagen oder die Reifen aufgeritzt.

Demnach mussten wir quasi vom Flughafen aus 8 km mit unserem Koffer laufen, weil natürlich auch keine Taxis oder Busse fuhren.

Wir mussten sowieso den Tag in Cusco verbringen, weil die „Colectivos“ (die Autos, die mehrere Leute mitnehmen und längere Strecken fahren) vor 15 Uhr die Stadt nicht verlassen konnten. So haben wir die Chance genutzt uns zumindest die Innenstadt etwas anzuschauen.

Mit dem Koffer in der Hand waren wir zwar nicht ganz so mobil, aber es war trotzdem sehr gut.

Links sieht man die Autos, die als „Colectivos“ die Strecke nach Abancay fahren. Man steigt quasi ein und wartet so lange, bis das Auto voll ist. Erst dann lohnt es sich für den Fahrer die Strecke zu fahren (10€ für 4 Std. Fahrt). Leider sind die Autos alle neu gewesen und dementsprechend sind die Fahrer die Strecke gerast. Bei den vielen Kurven die Berge hinauf und wieder runter waren wir sehr dankbar, als wir nach 4 Stunden mit etwas mulmigem Magengefühl ankamen.

Die Tage über konnten wir uns mit den verschiedenen Mitarbeitern treffen. Besonders beeindruckt hat mich die Bibelübersetzung ins Quechua. Fünf verschiedene Mitarbeiter arbeiten daran das Alte Testament in Quechua zu übersetzen, so dass die Einheimischen die Bibel in ihrer Sprache lesen können. Es sind fünf Pastoren aus unterschiedlichen Gemeinden und auch mit unterschiedlicher Herkunft, denn Quechua ist sehr flexibel und variiert je nach Ort. So können sie sicherstellen, dass ein gut verständliches Quechua verwendet wird. Zudem gibt es noch weitere Theologen in den USA, die das ganze noch mal überarbeiten und Anregungen geben. Dieser ganze Prozess dauert sehr lange (das Neue Testament ist bereits übersetzt). Sie hoffen im Frühjahr 2020 endlich fertig zu sein.

Die Mappe zeigt die verschiedenen Orte, in denen sie bereits mit Audiobibeln des NT unterwegs sind und die Menschen mit Literatur versorgen. Da Quechua bis vor Kurzem immer nur eine gesprochene Sprache war und es viele Analphabeten gibt, werden sie auch im lesen und Schreiben unterrichtet.

Brendan stellt verschiedenen Pastoren die Audiobibel vor und erklärt ihnen die Bedienung. Sie sind solarbetrieben, so dass sie leicht in der allgegenwärtigen Sonne aufgeladen werden können. Diese Pastoren nehmen sie dann mit in ihre Dörfer, um bei den Menschen im Dorf Hausbesuche machen zu können. Für sie ist es etwas besonderes, die Bibelgeschichten in ihrer Heimatsprache hören zu können!

Wir sind sehr dankbar für die Erfahrungen, die wir hier machen dürfen! Zum einen die Lebensweise der Menschen kennen zu lernen und zum anderen zu sehen, wie unsere Kollegen hier arbeiten!

 

 

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Projekt Dorcas

Wir haben wieder Babykleidung im Haus! Zumindest vorübergehend… Eine Schweizerin arbeitet für gewöhnlich im Projekt „Dorkas“. Während der Zeit ihres Urlaubes und dann auch während ihres Heimataufenthaltes in der Schweiz…

Wir haben wieder Babykleidung im Haus! Zumindest vorübergehend…

Eine Schweizerin arbeitet für gewöhnlich im Projekt „Dorkas“. Während der Zeit ihres Urlaubes und dann auch während ihres Heimataufenthaltes in der Schweiz von Juni bis August hat sie mich gebeten, ob ich sie in ihrem Projekt vertreten könnte. Normalerweise hat sie noch eine peruanische Helferin, die ihr an den Mittwochmorgenden hilft die Kleidung für die Mütter herauszusuchen, aber leider ist diese Peruanerin nicht immer zuverlässig (mal kommt sie, mal nicht).

In diesem Projekt geht es darum, dass Müttern mit Babys ausgeholfen wird, in dem wir ihnen die Kleidung für das erste Jahr ausleihen. Sie bringen sie dann nach Benutzung zurück und wir waschen sie noch einmal, bevor wir sie dann erneut zum Verleihen herausgeben (nicht alle haben warmes Wasser zum Waschen zur Verfügung).

Die Kleidung wurde Martha entweder aus der Schweiz geschenkt, oder auch von vielen anderen Unterstützern weltweit geschickt. Wenn mal Pullover oder Sonstiges fehlen sollte, dann hat sie auch Kontakte zu Frauen in Arequipa, die sie mit gestrickten Sachen ausstatten. So wird unter anderem den Frauen geholfen, die nebenbei noch etwas dazu verdienen müssen.

Wir treffen uns Mittwochmorgens in einem christlichen Café und haben in einem der Räume die Möglichkeit die Kleidung zu lagern. Derzeit sind ca. 30 Frauen im Programm, die abwechselnd immer mal wieder kommen, um sich Kleidung auszuleihen und dann auch wieder zurück zu bringen. Die Nachricht spricht sich herum und so hatten wir beim letzten Treffen 3 neue Mütter, die gekommen sind.

Während des Treffens hat man die Möglichkeit sich mit den Frauen (und teilweise Ehemännern) zu unterhalten und zu sehen, ob bei ihnen und den Kindern alles ok ist. Zusätzlich lädt Martha (links) sie noch zu größeren Treffen im Laufe des Jahres ein, wo ihnen auch etwas von Gottes Wort weitergegeben wird. Die Frauen sind sehr dankbar für die Hilfe, die sie erfahren. Sie haben teilweise eine Anreisezeit von 1,5 Stunden, um zum Café zu kommen.

Die Arbeit ist eine sehr gute Möglichkeit, um Gottes Liebe und Versorgung ganz praktisch zum Ausdruck zu bringen.

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Chaclaya

Vom 04. bis zum 06. Mai war ich wieder im Hochland Arequipas unterwegs. Diesmal war ich alleine – naja nicht ganz. René, der Leiter der theologischen Ausbildung vor Ort war…

Vom 04. bis zum 06. Mai war ich wieder im Hochland Arequipas unterwegs. Diesmal war ich alleine – naja nicht ganz. René, der Leiter der theologischen Ausbildung vor Ort war natürlich auch mit dabei. Alleine aber in dem Sinne, dass Markus diesmal nicht dabei war.

Das war schon etwas aufregender. Denn diesmal musste ich konstant aufpassen, falls zwischen dem ganzen Quechua eine Frage an mich auf Spanisch gestellt werden sollte – war hier und da auch geschah. Es ist jedoch ziemlich anstrengend die ganze Zeit voll aufmerksam dabei zu sein, wenn man weiß, dass gerade kein Spanisch gesprochen wird und man eh nichts versteht.

Da Markus diesmal nicht mit konnte, waren wir auf den normalen Busverkehr angewiesen. Das hat sehr gut geklappt und nach ca. 3,5h sind wir auch in Chaclaya (im Distrikt San Juan de Tarucani) angekommen. Chaclaya ist ein kleiner Ort mit evtl. 150-200 Einwohnern. Die meisten sind jedoch unterwegs – meistens in der Stadt Arequipa – um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Auch viele der Jugendlichen sind in die Stadt gezogen, um dort zu studieren oder zu arbeiten.

René und ich waren bei einer Witwe untergebracht, die auf ihrem kleinen Grundstück zwei „Zementhütten“ hat. So nach und nach trafen dann auch die Studenten ein. Da es aber in der Gegend noch eine andere Veranstaltung gab und eine Hochzeit in Arequipa anstand, kamen insgesamt so um die 5 Studenten.

Zum Frühstück, Mittag- und Abendessen gab es jeweils eine ordentliche Portion Reis mit Kartoffeln und ein wenig Alpakafleisch. Diese ausgewogene Mahlzeit hat mir dann am Samstag sehr auf den Magen geschlagen, so dass das Plumpsklo zu einem Ort der ständigen Erleichterung wurde. Etwas fiebrig habe ich mich dann samstags etwas früher ins Bett gelegt.

Die meisten Menschen in Chaclaya haben Alpakas. Auch unsere Gastgeberin hatte mehrere Alpakas, auf die sie aufpasste. Am Samstagmorgen wurde dann vor dem Frühstück ein Alpaka geschlachtet um uns zu versorgen und dann Fell zu verkaufen.

Insgesamt war es eine sehr gute Reise und ich konnte René (der ein sehr gutes Spanisch spricht) etwas besser kennenlernen. Obwohl man nicht wirklich viel „macht“, merkt man, dass die meisten sehr dankbar sind, dass ein Missionar anwesend ist. Dies gibt ihnen und ihrer Arbeit Wertschätzung. Dies ist etwas, was ich einen „Dienst der Präsenz“ nenne.

René hat jedoch noch weitere Vorstellungen wie man Unterrichtseinheiten oder ähnliches in dieser Zeit einführen kann. Da die theologische Ausbildung vor Ort auf Büchern, wöchentliches Treffen der Studenten mit Mentoren und Examen basiert, ist unsere Arbeit an den Wochenenden (2x im Jahr in einem Distrikt) eher administrativ und auch manchmal seelsorgerlich.

 

Ich bin sehr gespannt wie diese Arbeit in Zukunft für mich aussehen mag und was Gott noch so alles mit uns vorhat!

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Unfall in Chivay

Einige von euch haben vielleicht von dem Busunglück in den Anden gehört, wo 2 Deutsche ums Leben gekommen sind und es 12 Verletzte gab. Erst ein Wochenende zuvor ist Benni…

Einige von euch haben vielleicht von dem Busunglück in den Anden gehört, wo 2 Deutsche ums Leben gekommen sind und es 12 Verletzte gab.

Erst ein Wochenende zuvor ist Benni in Chivay gewesen. Die Straßenverhältnisse sind teilweise sehr schwierig. Es gibt kaum Leitplanken, die einen davor schützen den Hang hinunter zu stürzen. Zudem sind die Straßen oft eng und schwierig zu befahren. Besonders in der Regenzeit ist es nicht ratsam auf einigen dieser Straßen unterwegs zu sein.

Manche fragen sich, warum man bei so vielen Unfällen im Jahr nicht mal was an den Straßen ändern kann (vor allem weil der Colca-Canyon ein beliebtes Touristen-Ausflugsziel ist und man dadurch viel Geld verdient). Die Antwort ist relativ einfach: Korruption! Die Menschen, die im Colca wohnen sehen nichts von dem Geld. Das Geld wird leider auch nicht in die Ausbesserung der Straßen investiert. Stattdessen bereichern sich nur die, die sowieso schon Geld haben.

Wir haben einige Missionare, die immer wieder im Hochland unterwegs sind. Gerne dürft ihr für sicheres Reisen beten. Das ist hier nicht selbstverständlich!

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Chivay

Am letzten Wochenende war ich mit Markus Völker im Hochland Arequipas – in Chivay. Dort gab es eine Zusammenkunft (taller) der Studenten des Programmes E.T.E. (Educación Teológica por Extensión; im…

Am letzten Wochenende war ich mit Markus Völker im Hochland Arequipas – in Chivay. Dort gab es eine Zusammenkunft (taller) der Studenten des Programmes E.T.E. (Educación Teológica por Extensión; im Deutschen „Theologische Ausbildung vor Ort“; im Englischen „Theological Education by Extension“ [TEE]). Dies war eine besondere Zeit, da es für mich der erste „richtige“ taller im Hochland war. Für 2 Tage haben wir mit den Leitern der Quechua verbracht, viel gelacht, gesungen und auch so einiges gelernt. Was mich besonders an dieser Arbeit freut, ist die Herzlichkeit der Menschen. Und noch etwas (wahrscheinlich sogar wichtiger als das eben genannte), was ich richtig klasse finde, ist, dass die Leitung der E.T.E. Arbeit in peruanischer Hand liegt. Im Bild rechts könnt ihr hermano René sehen, der gerade etwas vorträgt. René ist Quechua, der in Arequipa lebt, und leitet die E.T.E. Arbeit in der Provinz Arequipas.

Außer der Herausforderung der Höhe, gibt es zwei Aspekte mit denen man „zu kämpfen“ hat. Das eine ist das Essen. Ich meine  nicht, dass das Essen nicht schmeckt – ganz im Gegenteil! Sondern ich spreche von den Portionen. Die Quechua sind oft Alpakabauern und arbeiten den ganzen Tag auf dem Feld und auf der Heide. Deshalb haben sie auch oft ordentlichen Appetit.

Einmal konnte ich meine Portion nicht leer essen. Daraufhin fragte ich einen hermano neben mir, ob es ihm etwas ausmachen würde mir behilflich zu sein. Ein breites Grinzen füllte sein Gesicht und meine Portion war im Nu verschwunden. Im Bild links seht ihr das Sonntag morgen Frühstück – Kartoffel, Habas (eine Art Bohne) und Hühnchen.

Der zweite Kampf ist ein Kampf mit der Kälte. Im Hochland kann es bitter kalt werden und die Räume sind weder beheizt noch isoliert. Deshalb haben Markus und ich uns in Schlafsäcke, Decken und Mützen eingehüllt um bei den 11°C ein wenig schlafen zu können. Morgens hat man da nicht unbedingt Lust aufzustehen (oftmals treffen sich die hermanos bereits um 5 Uhr um miteinander zu beten und zu singen). Wenn es dann aber die Sonne mal über einen der Berge in den Anden geschafft hat, dann sucht man sich schnell einen Platz um etwas in der Sonne zu baden.

Unten ist das Gebäude in den wir gegessen und geschlafen haben. Rechts könnt ihr dann auch nochmals René (etwas von den mamacitas eingeengt) sehen, der sich mit anderen auf den Weg in ein benachbartes Dorf macht.

 

 

 

 

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Interessantes…

Es gibt manche Dinge, die uns hier im Alltag begegnen, die einfach anders sind, als wir das gewohnt waren. Heute poste ich mal ein paar von diesen Dingen: Man kann…

Es gibt manche Dinge, die uns hier im Alltag begegnen, die einfach anders sind, als wir das gewohnt waren. Heute poste ich mal ein paar von diesen Dingen:

Man kann hier im Supermarkt gleich ein ganzes Ferkel kaufen.

Die Peruaner essen deutlich mehr Teile vom Tier. Hier sind Hühnerpfoten. Die Zunge wird auch sehr gerne gegessen und Herzen sind eine Delikatesse (vor allem vom Rind).

Hier sieht man eine typische Straße. Sie heißt „Calle Grande“ (große Straße), obwohl hier mit Ach und Krach zwei Autos nebeneinander passen. Hinter der Kurve ist derzeit eine Baustelle, so dass ich mal ein Foto machen konnte, weil die Straße leer war.

Die Peruaner sind etwas kleiner als Deutsche :). Oft können Benni und ich nicht mit beiden Beinen im Sitz sitzen, sondern strecken die Knie seitlich raus. Einige Busse sind auch so niedrig, dass wir gar nicht gerade stehen können.

Auf die Sicherheit am Bau wird nicht immer so großer Wert gelegt. Hier schauen wir direkt auf die Baustelle außerhalb unseres Wohnung. Man kann gut die typischen Metallstreben sehen, die hier in allen Häusern sind, um dem Haus mehr Stabilität während Erdbeben zu geben. Außerdem sieht man auch sehr gut, dass nicht immer alle Hausfassaden gestrichen werden.

Unsere Kinder sind hoch erfreut, dass es hier in diesem Jahr auch ein Panini-Heft gibt. Da sich Peru seit Jahrzehnten mal wieder für die Weltmeisterschaft qualifiziert hat gibt es einen großen Hype und besonders viele Produkte zu kaufen. In den Klassen der Jungs sind einige reiche Familien, die ihre Kinder mit Sticker-Paketen überschütten und von denen wir dann durch doppelte Karten profitieren. Bis zum Juni bekommen wir bestimmt alles voll…

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