Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Kategorie: Allgemein

Hauskreis

Hauskreise sind für peruanische Gemeinden eher untypisch. Als unsere Gemeinde vor einem Jahr die Hauskreise gestartet hat, glaubte keiner, dass dies etwas sein würde, wo die Menschen regelmäßig hingehen würden….

Hauskreise sind für peruanische Gemeinden eher untypisch. Als unsere Gemeinde vor einem Jahr die Hauskreise gestartet hat, glaubte keiner, dass dies etwas sein würde, wo die Menschen regelmäßig hingehen würden. Gestartet wurde dennoch mit 11 Hauskreisen und seit diesem Jahr sind sie auf 15 angewachsen. Es gibt Hauskreise für Frauen, Männer, Ehepartner und seit neustem jetzt auch Familien. Die Hauskreise geben einen intimeren Rahmen, um Fragen zu stellen und sich auszutauschen.

In meinem Hauskreis sind Donnerstags immer zwischen 6-12 Frauen. Meistens bin ich die Jüngste, aber ich genieße es von dern Geschichten der Älteren zu hören. Wir essen zunächst eine Kleinigkeit und dann wird noch mal die Predigt vom Sonntag besprochen. Jeden Sonntag gibt es ein Handout, auf dem man sich Notizen machen kann. Auf der Rückseite gibt es dann Fragen und eine weitere Bibelpassage, die speziell im Hauskreis besprochen wird.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Notizen sich die Einzelnen machen und wie gut sie am Donnerstag noch den Inhalt der Predigt wiedergeben können! Auch wenn die meisten Themen sehr grundlegend behandelt werden, ist dies hier doch oft sehr nötig.

Von den einzelnen Frauen lerne ich sehr viel. Einige von ihnen hat Gott durch Eheprobleme zu sich gerufen. Sie wurden von ihren Männern für eine andere Frau verlassen. In der katholischen Kirche durften sie daraufhin aber nicht mehr am Abendmahl teilnehmen. Sie wurden stattdessen vom Priester dazu angehalten wieder mit ihren Ehemännern zusammen zu ziehen (was aber problematisch ist, wenn der Mann das nicht will und zu der neuen Frau zieht). Daraufhin sind sie mehr ins Nachdenken darüber gekommen, warum sie dafür bestraft werden, dass ihre Männer sie verlassen, obwohl sie doch Teil der Gemeinde sind.

Gott hat an so vielen gearbeitet und ihnen neue Hoffnung für sich und das Leben mit ihren Kindern geschenkt. In der IBC Gemeinde haben sie eine neue Heimat gefunden. Sie berichten immer wieder davon, wie sie sich von Gott verändern lassen und wie dies ganz konkret im Alltag aussieht. Dies ist sehr ermutigend!

Beim letzten Mal kam eine Freundin mit, die einen großen Hunger für Gottes Wort hat. Sie sucht nach Antworten auf ihre Fragen und ist sehr froh darüber, dass sie jetzt auch in den Hauskreis kommen und ihre Fragen loswerden darf.

Kommentare deaktiviert für Hauskreis

Imata

Letztes Wochenende (01.-03. Juni) waren Markus, Claudio (Kurzzeitler aus der Schweiz), René (Leiter der theologischen Ausbildung), seine Frau und ich wieder im Hochland unterwegs. Diesmal ging es nach Imata (ca….

Letztes Wochenende (01.-03. Juni) waren Markus, Claudio (Kurzzeitler aus der Schweiz), René (Leiter der theologischen Ausbildung), seine Frau und ich wieder im Hochland unterwegs. Diesmal ging es nach Imata (ca. 4.600m Höhe). Imata liegt auf dem Weg nach Puno. Da es nur eine Straße Richtung Puno gibt, fahren hier viele Autos durch den Ort (vor allem viele Lastwagen aus den Minen).

Dies war bisher meine kälteste Erfahrung. Am Samstagabend hat es dann auch noch angefangen zu schneien. Ja, in Chicago war es natürlich auch sehr kalt (vielleicht sogar noch kälter), aber man hatte immer die Chance sich im Haus oder in einem Geschäft aufzuwärmen. Der größte Teil der Bevölkerung im Hochland hat aber weder Heizung noch Kamin, so dass auch die kleinen Häuser und Kirchen unheimlich kalt sind und bleiben.

An diesem Wochenende hatte ich aber nicht nur mit der Kälte zu kämpfen. Wie in anderen Einträgen bereits erwähnt, essen die Quechua viel. Schon am Morgen gibt es meisten Reis mit Kartoffeln und Alpaka-fleisch. Am Ende unseres Aufenthalts konnte ich das Essen einfach nicht mehr sehen und so war ich froh am Montag wieder in Arequipa einfach morgens meinen Kaffee zu trinken und nichts zu essen.

Aber zurück zu unserem Workshop (spanisch: taller). So ein Wochenende hat normalerweise eine einheitliche Struktur. Das heißt, in den fünf „Bezirken“, in denen wir regelmäßig unterwegs sind (ein Bezirk trifft sich alle 4-6 Monate zu so einem taller), verläuft das Wochenende recht gleich.

Freitagabend ist Ankunftszeit. Hier trudeln so nach und nach einige der Studenten ein (manche kommen auch erst am Samstag). Das ist immer eine schöne Zeit. Man grüßt sich herzlichst und teilt die neuesten Nachrichten untereinander aus. Diesmal war die Ankunft besonders schön, da einer der hermanos (der coordinador dieser Gruppe) solch eine herzliche und außergewöhnliche Lache hat, dass man diese nicht vergessen kann. Am Abend gibt es dann eine kleine Andacht und Einführung in den Verlauf der nächsten Tage.

Samstagmorgens trifft man sich so um 5:00 Uhr (oder auch mal 06:00 Uhr) zur Andacht und Gebet. Zu dieser Zeit ist die Sonne noch nicht aufgegangen und es ist weiterhin schweinekalt. So gegen 7:00 Uhr gibt es dann Frühstück. Den weiteren Verlauf des morgens nutzen die Geschwister um im pueblo den Menschen von Jesus zu erzählen und sie für den Abendgottesdienst (auch Samstag) einzuladen.

Nach dem Mittagessen kommt der administrative Teil, in dem neue Studenten angelernt, immatrikuliert und weitere Dinge abgesprochen werden. Ab und zu gibt es dann auch eine offen Frage-Antwort-Stunde. Hier darf jeder jegliche Fragen zum christlichen Leben, Bibel, Theologie stellen und alles sind eingeladen bei der Findung einer geeigneten Antwort zu helfen. Diese Zeit ist für mich oft sehr schön, denn ich kann die Studenten beim Theologisieren beobachten und mich über die Weisheit, die Gott ihnen schenkt, freuen. Eine kleine Beobachtung, die ich hier mache ist, dass obwohl die Lebensumstände, die Kultur und die Gemeinden sehr unterschiedlich sind (gerade in Bezug auf Deutschland), doch viele der Fragen ähnlich sind – zumindest ähnliche biblische-theologische Prinzipien unterschwingen auch wenn natürlich die kulturbezogenen Anwendungen und Fragestellung eine komplett andere ist. In diesen Zeiten bin ich Beobachter und merke auch oft, dass man erst einmal die Fragestellung und Kultur wirklich verstehen muss um „biblische Antworten“ geben zu können. Das benötigt Zeit und deshalb sind wir auch langzeitlich hier. Gott gebe Du uns Einsicht und Geduld!

Wie bereits erwähnt feiern wir am Abend dann einen Gottesdienst. Sonntagmorgens (5:00 oder 6:00 Uhr) ist wieder Gebet und Andacht. Danach Frühstück. Dann feiern wir noch Gottesdienst essen Mittag und verabschieden uns recht bald, da der Heimweg für viele recht lange ist.

So also verläuft ein Wochenende im Hochland. Zuhause angekommen, nehme ich meisten erst einmal eine heiße Dusche (warmes Wasser gibt es im Hochland meistens nicht), schmeiße meine ganzen Klamotten in die Wäsche und ruhe mich aus. Auch montags ist dann ein Ruhetag, den der Körper dringend nach oftmals 2000m und mehr Höhenunterschied gut gebrauchen kann.

Der nächste taller findet hier am 01. Juli in Arequipa (Stadt) statt. Darauf freue ich mich schon.

Kommentare deaktiviert für Imata

Zahnarzteinsatz im Hochland

Am Wochenende konnten wir unsere Kollegen auf einem Zahnarzteinsatz im Hochland begleiten. Mit vollbepacktem Auto und noch zwei weiteren Autos mit den Helfern sind wir zu einem Kinderheim etwa 1…

Am Wochenende konnten wir unsere Kollegen auf einem Zahnarzteinsatz im Hochland begleiten.

Mit vollbepacktem Auto und noch zwei weiteren Autos mit den Helfern sind wir zu einem Kinderheim etwa 1 1/2 Stunden von Abancay entfernt gefahren. Eine Kollegin ist Zahnärztin und arbeitet zum Teil bei Diospi Suyana, was einige kennen werden, und macht alle zwei Wochen einen Wochenendeinsatz im Hochland. So decken sie die verschiedenen kleinen Dörfer in der Umgebung Abancays ab, um auch ihnen eine Möglichkeit zu geben, zahnärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen!

Dieses Mal wurden alle Kinder eines Kinderheimes behandelt (23 Kinder und 4 Erwachsene). Das Equipment wird komplett mitgebracht (inklusive die Möglichkeit Röntgenbilder zu machen).

Dieses Mal waren drei Zahnärzte mit dabei. Im Kinderheim üben sie normalerweise regelmäßig die Zähne zu putzen. Dennoch bleibt oftmals nur die Möglichkeit einen Zahn zu ziehen, wenn der Kariesbefall immens ist. Dies war bei einigen Kindern der Fall. Die Zahnärzte hoffen, dass sie dadurch sensibilisiert werden in Zukunft mehr auf ihre Zähne zu achten. Glücklicherweise muss in dem Alter ja nur ein Milchzahn gezogen werden und es kommt noch einer nach.

Meine Kollegin aus Arequipa und ich waren für den Papierkram und das Desinfizieren zuständig. In einem „Schnellkochtopf“ werden die Instrumente unter Druck in einem Prozess von 45 Minuten vollständig desinfiziert, so dass sie wieder verwendet werden können. Zwischendurch haben wir dann immer mal wieder Händchen gehalten, wenn kleine Mädchen unheimlich Angst vor der Betäubungsspritze hatten. Manche Kinder waren vorher noch nie bei einem Zahnarzt.

Kurz vor Ende wurde in einem Theaterstück noch einmal verdeutlicht, warum es wichtig ist, sich regelmäßig die Zähne zu putzen und was für Essen Karies verursacht.

Am Ende sind wir dann ganz erschöpft nach einem langen Tag nach Hause gekommen. Das Kinderheim war sehr dankbar, dass sie diese kostenlose Hilfe in Anspruch nehmen konnten, weil sie sonst nicht die Möglichkeit hätten sich einen Zahnarztbesuch zu leisten.

Am Ende möchte ich euch nicht die wundervolle Aussicht vorenthalten, die wir vom Kinderheim aus hatten. Einfach atemberaubend!!!

Kommentare deaktiviert für Zahnarzteinsatz im Hochland

Abancay

Ich durfte mit einer Kollegin aus Arequipa für eine Woche die Arbeit in Abancay anschauen. Meine Kollegin Anna ist Personalleiterin und besucht immer mal wieder die verschiedenen Einsatzorte, um zu…

Ich durfte mit einer Kollegin aus Arequipa für eine Woche die Arbeit in Abancay anschauen. Meine Kollegin Anna ist Personalleiterin und besucht immer mal wieder die verschiedenen Einsatzorte, um zu sehen, wie es den Mitarbeitern und ihren Arbeitsbereichen geht. Da man im ersten Jahr u. a. auch die verschiedenen Arbeitsbereiche kennen lernen soll, war es eine gute Möglichkeit mit zu fahren.

Um nach Abancay zu kommen muss man eine Stunde nach Cusco fliegen und dann 4 Stunden mit dem Auto durch die Berge fahren.

Leider wurde genau am Tage unserer Ankunft gegen die Benzinpreise gestreikt. In Arequipa verläuft das meistens zivilisierter ab, aber in anderen Städten werden alle Straßen, die aus der Stadt rausführen, mit Felsbrocken, Glasscherben, Autoreifen und Baumwurzeln blockiert, so dass wirklich keiner mit dem Auto raus kann. Es ist auch nicht ratsam, denn sonst werden die Fenster eingeschlagen oder die Reifen aufgeritzt.

Demnach mussten wir quasi vom Flughafen aus 8 km mit unserem Koffer laufen, weil natürlich auch keine Taxis oder Busse fuhren.

Wir mussten sowieso den Tag in Cusco verbringen, weil die „Colectivos“ (die Autos, die mehrere Leute mitnehmen und längere Strecken fahren) vor 15 Uhr die Stadt nicht verlassen konnten. So haben wir die Chance genutzt uns zumindest die Innenstadt etwas anzuschauen.

Mit dem Koffer in der Hand waren wir zwar nicht ganz so mobil, aber es war trotzdem sehr gut.

Links sieht man die Autos, die als „Colectivos“ die Strecke nach Abancay fahren. Man steigt quasi ein und wartet so lange, bis das Auto voll ist. Erst dann lohnt es sich für den Fahrer die Strecke zu fahren (10€ für 4 Std. Fahrt). Leider sind die Autos alle neu gewesen und dementsprechend sind die Fahrer die Strecke gerast. Bei den vielen Kurven die Berge hinauf und wieder runter waren wir sehr dankbar, als wir nach 4 Stunden mit etwas mulmigem Magengefühl ankamen.

Die Tage über konnten wir uns mit den verschiedenen Mitarbeitern treffen. Besonders beeindruckt hat mich die Bibelübersetzung ins Quechua. Fünf verschiedene Mitarbeiter arbeiten daran das Alte Testament in Quechua zu übersetzen, so dass die Einheimischen die Bibel in ihrer Sprache lesen können. Es sind fünf Pastoren aus unterschiedlichen Gemeinden und auch mit unterschiedlicher Herkunft, denn Quechua ist sehr flexibel und variiert je nach Ort. So können sie sicherstellen, dass ein gut verständliches Quechua verwendet wird. Zudem gibt es noch weitere Theologen in den USA, die das ganze noch mal überarbeiten und Anregungen geben. Dieser ganze Prozess dauert sehr lange (das Neue Testament ist bereits übersetzt). Sie hoffen im Frühjahr 2020 endlich fertig zu sein.

Die Mappe zeigt die verschiedenen Orte, in denen sie bereits mit Audiobibeln des NT unterwegs sind und die Menschen mit Literatur versorgen. Da Quechua bis vor Kurzem immer nur eine gesprochene Sprache war und es viele Analphabeten gibt, werden sie auch im lesen und Schreiben unterrichtet.

Brendan stellt verschiedenen Pastoren die Audiobibel vor und erklärt ihnen die Bedienung. Sie sind solarbetrieben, so dass sie leicht in der allgegenwärtigen Sonne aufgeladen werden können. Diese Pastoren nehmen sie dann mit in ihre Dörfer, um bei den Menschen im Dorf Hausbesuche machen zu können. Für sie ist es etwas besonderes, die Bibelgeschichten in ihrer Heimatsprache hören zu können!

Wir sind sehr dankbar für die Erfahrungen, die wir hier machen dürfen! Zum einen die Lebensweise der Menschen kennen zu lernen und zum anderen zu sehen, wie unsere Kollegen hier arbeiten!

 

 

Kommentare deaktiviert für Abancay

Projekt Dorcas

Wir haben wieder Babykleidung im Haus! Zumindest vorübergehend… Eine Schweizerin arbeitet für gewöhnlich im Projekt „Dorkas“. Während der Zeit ihres Urlaubes und dann auch während ihres Heimataufenthaltes in der Schweiz…

Wir haben wieder Babykleidung im Haus! Zumindest vorübergehend…

Eine Schweizerin arbeitet für gewöhnlich im Projekt „Dorkas“. Während der Zeit ihres Urlaubes und dann auch während ihres Heimataufenthaltes in der Schweiz von Juni bis August hat sie mich gebeten, ob ich sie in ihrem Projekt vertreten könnte. Normalerweise hat sie noch eine peruanische Helferin, die ihr an den Mittwochmorgenden hilft die Kleidung für die Mütter herauszusuchen, aber leider ist diese Peruanerin nicht immer zuverlässig (mal kommt sie, mal nicht).

In diesem Projekt geht es darum, dass Müttern mit Babys ausgeholfen wird, in dem wir ihnen die Kleidung für das erste Jahr ausleihen. Sie bringen sie dann nach Benutzung zurück und wir waschen sie noch einmal, bevor wir sie dann erneut zum Verleihen herausgeben (nicht alle haben warmes Wasser zum Waschen zur Verfügung).

Die Kleidung wurde Martha entweder aus der Schweiz geschenkt, oder auch von vielen anderen Unterstützern weltweit geschickt. Wenn mal Pullover oder Sonstiges fehlen sollte, dann hat sie auch Kontakte zu Frauen in Arequipa, die sie mit gestrickten Sachen ausstatten. So wird unter anderem den Frauen geholfen, die nebenbei noch etwas dazu verdienen müssen.

Wir treffen uns Mittwochmorgens in einem christlichen Café und haben in einem der Räume die Möglichkeit die Kleidung zu lagern. Derzeit sind ca. 30 Frauen im Programm, die abwechselnd immer mal wieder kommen, um sich Kleidung auszuleihen und dann auch wieder zurück zu bringen. Die Nachricht spricht sich herum und so hatten wir beim letzten Treffen 3 neue Mütter, die gekommen sind.

Während des Treffens hat man die Möglichkeit sich mit den Frauen (und teilweise Ehemännern) zu unterhalten und zu sehen, ob bei ihnen und den Kindern alles ok ist. Zusätzlich lädt Martha (links) sie noch zu größeren Treffen im Laufe des Jahres ein, wo ihnen auch etwas von Gottes Wort weitergegeben wird. Die Frauen sind sehr dankbar für die Hilfe, die sie erfahren. Sie haben teilweise eine Anreisezeit von 1,5 Stunden, um zum Café zu kommen.

Die Arbeit ist eine sehr gute Möglichkeit, um Gottes Liebe und Versorgung ganz praktisch zum Ausdruck zu bringen.

Kommentare deaktiviert für Projekt Dorcas

Chaclaya

Vom 04. bis zum 06. Mai war ich wieder im Hochland Arequipas unterwegs. Diesmal war ich alleine – naja nicht ganz. René, der Leiter der theologischen Ausbildung vor Ort war…

Vom 04. bis zum 06. Mai war ich wieder im Hochland Arequipas unterwegs. Diesmal war ich alleine – naja nicht ganz. René, der Leiter der theologischen Ausbildung vor Ort war natürlich auch mit dabei. Alleine aber in dem Sinne, dass Markus diesmal nicht dabei war.

Das war schon etwas aufregender. Denn diesmal musste ich konstant aufpassen, falls zwischen dem ganzen Quechua eine Frage an mich auf Spanisch gestellt werden sollte – war hier und da auch geschah. Es ist jedoch ziemlich anstrengend die ganze Zeit voll aufmerksam dabei zu sein, wenn man weiß, dass gerade kein Spanisch gesprochen wird und man eh nichts versteht.

Da Markus diesmal nicht mit konnte, waren wir auf den normalen Busverkehr angewiesen. Das hat sehr gut geklappt und nach ca. 3,5h sind wir auch in Chaclaya (im Distrikt San Juan de Tarucani) angekommen. Chaclaya ist ein kleiner Ort mit evtl. 150-200 Einwohnern. Die meisten sind jedoch unterwegs – meistens in der Stadt Arequipa – um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Auch viele der Jugendlichen sind in die Stadt gezogen, um dort zu studieren oder zu arbeiten.

René und ich waren bei einer Witwe untergebracht, die auf ihrem kleinen Grundstück zwei „Zementhütten“ hat. So nach und nach trafen dann auch die Studenten ein. Da es aber in der Gegend noch eine andere Veranstaltung gab und eine Hochzeit in Arequipa anstand, kamen insgesamt so um die 5 Studenten.

Zum Frühstück, Mittag- und Abendessen gab es jeweils eine ordentliche Portion Reis mit Kartoffeln und ein wenig Alpakafleisch. Diese ausgewogene Mahlzeit hat mir dann am Samstag sehr auf den Magen geschlagen, so dass das Plumpsklo zu einem Ort der ständigen Erleichterung wurde. Etwas fiebrig habe ich mich dann samstags etwas früher ins Bett gelegt.

Die meisten Menschen in Chaclaya haben Alpakas. Auch unsere Gastgeberin hatte mehrere Alpakas, auf die sie aufpasste. Am Samstagmorgen wurde dann vor dem Frühstück ein Alpaka geschlachtet um uns zu versorgen und dann Fell zu verkaufen.

Insgesamt war es eine sehr gute Reise und ich konnte René (der ein sehr gutes Spanisch spricht) etwas besser kennenlernen. Obwohl man nicht wirklich viel „macht“, merkt man, dass die meisten sehr dankbar sind, dass ein Missionar anwesend ist. Dies gibt ihnen und ihrer Arbeit Wertschätzung. Dies ist etwas, was ich einen „Dienst der Präsenz“ nenne.

René hat jedoch noch weitere Vorstellungen wie man Unterrichtseinheiten oder ähnliches in dieser Zeit einführen kann. Da die theologische Ausbildung vor Ort auf Büchern, wöchentliches Treffen der Studenten mit Mentoren und Examen basiert, ist unsere Arbeit an den Wochenenden (2x im Jahr in einem Distrikt) eher administrativ und auch manchmal seelsorgerlich.

 

Ich bin sehr gespannt wie diese Arbeit in Zukunft für mich aussehen mag und was Gott noch so alles mit uns vorhat!

Kommentare deaktiviert für Chaclaya

Tippe in das Feld unten und drücke Enter um zu suchen

Language