Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Kategorie: Alltag

Kuriositäten II

Gerade befinden wir uns in der Vorweihnachtszeit. So richtig in Stimmung kommt man bei den warmen Temperaturen noch nicht, aber man wird daran erinnert, so bald man ein Einkaufszentrum betritt….

Gerade befinden wir uns in der Vorweihnachtszeit. So richtig in Stimmung kommt man bei den warmen Temperaturen noch nicht, aber man wird daran erinnert, so bald man ein Einkaufszentrum betritt. Grundsätzlich ist viel mehr los und aus allen Lautsprechern erschallt die Weihnachtsmusik.

 

 

 

Immer wieder sieht man auch Menschen aus dem Hochland ihre Einkäufe tätigen. Das kuriose ist hierbei, dass manche von ihnen noch nie eine Rolltreppe betreten haben. Oft stehen sie eine Zeit lang am Aufstieg und man merkt, dass sie sich nicht drauf trauen. Die Angestellten nehmen sie dann an die Hand und zeigen ihnen, wie man Rolltreppe fährt. Für uns ist das unvorstellbar… Die großen Einkaufszentren kamen erst in den letzten 5-10 Jahren und man merkt, dass sie mehr und mehr überall auftauchen. Früher gab es nur die kleinen Tante-Emma Läden in der Stadt.

Benni nimmt auf seinen Hochlandfahrten auch immer wieder „hermanos“ (Brüder) aus dem Hochland mit. Neulich bat er einen der Studenten doch bitte den Autogurt anzulegen, weil er vorne gesessen hat. Im Hochland hat natürlich nicht jeder ein Auto und wenn, dann schnallen sich die meisten sowieso nicht an. Er wusste gar nicht, wie er mit dem Gurt umgehen sollte und hat ihn sich um den Hals gelegt.

Rückspiegel werden überbewertet… Hier in Arequipa gibt es unheimlich viele Taxis, weil man sehr günstig von einem Ort zum anderen kommt (zwischen 1-3 Euro). Immer mehr Taxifahrer haben vorne ein Handy hängen, um sich die Zeit mit Youtube zu vertreiben. Neulich im Taxi hing aber gleich ein ganzes Tablet am Spiegel!

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Kuriositäten I

Die nächsten beiden Blogeinträge nenne ich mal „Kuriositäten“. Es sind Dinge, die anders sind, als wir das in Deutschland gewöhnt gewesen sind. Nicht schlechter, nicht besser… einfach anders. Die Peruaner…

Die nächsten beiden Blogeinträge nenne ich mal „Kuriositäten“. Es sind Dinge, die anders sind, als wir das in Deutschland gewöhnt gewesen sind. Nicht schlechter, nicht besser… einfach anders.

Die Peruaner haben ganz selten in ihren Häusern „richtige Lampen“. Für gewöhnlich sieht man einfach nur die Halterung mit einer Glühbirne drin. Dankbarerweise gibt es hier auch „warmes Licht“, aber oftmals ist in den Häusern nur „Kaltlicht“ vorzufinden.

 

 

 

Tabletten kann man bei der Apotheke auch einzeln kaufen. Als ich einmal Medikamente kaufen musste war ich ganz erstaunt über die Frage, wie viele Pillen ich denn haben möchte (brauchte nur drei). Aber eigentlich ist es praktisch.

 

Dinge nicht in einer Packung zu kaufen, sondern auf Nachfrage gibt es aber oft. Hier links bin ich in einem Dekoladen. Da kann ich durchaus auch einfach nur einen Meter von einem bestimmten Band kaufen.

Wenn ich auf dem Markt bin, kann ich die Verkäuferin bitten mir eine halbe Ananas zu schneiden, oder ein halbes Käserad. Das ist überhaupt kein Problem.

 

Einen Briefkasten sucht man hier vergeblich. Für alles muss man zur Post laufen, oder einen privaten Kurierdienst beauftragen (wobei man hierfür auch zum Office laufen muss).

Die Strom- und Wasserrechnung wird einem einfach über den Zaun geschmissen. Wenn sie mal weggeweht wurde, hat man Pech gehabt. In meinem Kalender steht, wann sie ungefähr kommt. Wenn sie dann nicht da ist, kann ich die Rechnung in einem Tante Emma Laden auch mit meiner Nummer bezahlen.

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Chicha

„Chicha morada“ ist ein Getränk, das man hier in Peru sehr häufig vorfindet. Bei jeder Geburtstagsfeier gibt es standardmäßig Chicha. Es ist kostengünstig herzustellen und schmeckt lecker, wenn es mit…

„Chicha morada“ ist ein Getränk, das man hier in Peru sehr häufig vorfindet. Bei jeder Geburtstagsfeier gibt es standardmäßig Chicha. Es ist kostengünstig herzustellen und schmeckt lecker, wenn es mit Ananas hergestellt wird (das ist eher die Version hier in Arequipa).

Für unsere Teamfeier am Wochenende habe ich einen Eimer Chicha gekocht. Die Hauptzutat ist der lilane Mais, den man hier finden kann.

Für 12l benutzt man 4 Maiskolben, wo man am besten die Maiskörner abtrennt, damit der Geschmack intensiver ist.

Hinzu kommt dann noch die Schale einer kompletten Ananas (die wir die Woche über schon gegessen hatten). Anschließend noch eine Zimtstange zerbrechen und 1 TL Anis sowie 6 Nelken hinzufügen.

Das ganze wird dann eine halbe Stunde lang gekocht, bis sich eine schöne lilane Flüssigkeit ergibt.

Durch den Sieb geschüttet lässt man die Flüssigkeit abkühlen und gibt dann noch 500g Zucker (auf 12 Liter ist es gar nicht mal so viel) und den Saft von 24 Limetten dazu.

Der Saft ist wirklich sehr lecker und mit der Zeit haben wir uns daran gewöhnt. Bei Tims Geburtstagsfeier nächste Woche werden wir auch zum ersten Mal Chicha servieren. So nach und nach gleichen wir uns der Kultur an…

 

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Korruption

Korruption spielt in Peru noch eine größere Rolle, als wir das bisher in Deutschland kennen gelernt hatten. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Verderbnis, Verdorbenheit und Bestechlichkeit. Gerade…

Korruption spielt in Peru noch eine größere Rolle, als wir das bisher in Deutschland kennen gelernt hatten. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Verderbnis, Verdorbenheit und Bestechlichkeit.

Gerade haben wir wieder neu erlebt, wie Korruption doch der einfachere Weg sein kann als Ehrlichkeit, als wir unseren Führerschein beantragt haben (hierzu folgt noch ein separater Post…). Es wäre viel einfacher gewesen „einem Freund von einem Freund“ 100€ in die Hand zu drücken, als ehrlich den normalen Behördengang zu wählen.

Neulich hat eine Mutter in der Whatsapp-Gruppe von Tims Klasse folgendes gepostet:

Das echte Antikorruptions-Gesetzt beginnt bereits zu Hause:

  • Benutze keine falschen Dokumente deiner Kinder
  • Erkaufe nicht den Platz deiner Kinder in der Universität oder in der Schule
  • Kaufe ihm nicht den Führerschein (!)
  • Gib deinem Kind nicht Geld, damit andere für ihn seine Uniarbeit machen
  • Besteche niemals die Polizei, erst Recht nicht, wenn dein Kind mit dir im Auto sitzt
  • Kaufe keine gestohlenen Handys
  • Bezahle deine Angestellten fair
  • Niemals über rote Ampeln fahren und die Straßenregeln missachten
  • Besteche nicht die Lehrer
  • Stelle dich in der Schlange hinten an und drängle dich nicht vor
  • Besteche keine Politiker oder Beamte, um Vorteile zu ergattern
  • Demütige nicht diejenigen, die weniger Geld und Macht haben
  • Unterstütze kein Bullying und rede respektvoll mit deinen Mitmenschen (besonders bei Autounfällen…)
  • Sage deinem Kind nicht, dass das Wichtigste in der Welt Geld ist und dass man immer besser sein muss als die anderen
  • Bezahle deine Steuern
  • Gib Eigentum anderer an die Besitzer zurück

In so vielen Dingen kann man in Peru mit Geld den einfacheren Weg gehen. Korruption begegnet man selbst bei der Polizei. Da fragt man sich manchmal wirklich, ob man dieser Korruption überhaupt irgendwie entgegentreten kann. Alles beginnt zu Hause…

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Zoobesuch

Da wir am Mittwoch keine Schule hatten habe ich mich mit den Jungs mal zum Zoo in unserer Stadt aufgemacht. Ich wurde schon vorgewarnt, dass wir nicht zu große Erwartungen…

Da wir am Mittwoch keine Schule hatten habe ich mich mit den Jungs mal zum Zoo in unserer Stadt aufgemacht.

Ich wurde schon vorgewarnt, dass wir nicht zu große Erwartungen haben sollen. Der Zoo ist natürlich nicht so groß und die Gehege meistens viel zu klein für die Tiere. Alles eben auf peruanischem Niveau.

Dennoch haben wir den Ausflug sehr genossen und waren positiv überrascht. Der Zoo liegt auf der anderen Seite der Stadt in einem äußeren Stadtviertel und es ist eine wunderschöne einstündige Busfahrt dorthin. Für uns ist es immer noch ungewöhnlich, dass man für eine Busfahrt pro Person nur 25 Cent bezahlt, egal wie lange man im Bus sitzt. Manche Busse fahren wirklich von einer Seite der Stadt komplett bis zur anderen.

Für uns war es auch eine gute Möglichkeit die Tiere Südamerikas von nahem zu sehen.

 

So ein Condor hat doch schon eine ganz schöne Spannweite seiner Flügel!

 

Wir hatten sehr viel Spaß und haben wieder ein bißchen mehr über peruanische Tiere kennen gelernt.

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Henna Färbung

Viele kennen die Henna Farbe im Zusammenhang mit Tattoos, die man auf die Hände und Arme malen kann, ohne dass sie permanent auf der Haut bleibt. In Peru habe ich…

Viele kennen die Henna Farbe im Zusammenhang mit Tattoos, die man auf die Hände und Arme malen kann, ohne dass sie permanent auf der Haut bleibt.

In Peru habe ich gelernt, dass hier einige Frauen Henna auch als Haarfärbemittel benutzen. Bei schwarzen Haaren erstrahlen dann einzelne graue Haare durchaus in rot oder orange.

Der Vorteil bei Henna ist, dass die Masse natürlichen Ursprungs ist. Die Kopfhaut juckt demnach nicht und nach dem Färben sind die Haare nicht strohig wie bei normaler Haarfarbe mit Ammoniak. Man muss eben nur darauf achten, dass man sich vorher den Gesichtsrand mit Vaseline einschmiert, um nicht noch gleichzeitig die Haut zu färben.

Das Pulver wird mit kochendem Wasser angerührt und kann noch mit Vanilleextrakt oder anderen Gewürzen angereichert werden, falls einem der Kräutergeruch zu stark ist.

Sobald die Masse erkaltet ist, kann sie auf die Haare aufgetragen werden. Es ist ein bißchen so, als wenn man sich Matsch in die Haare schmieren würde. Sollte man keine Duschhaube parat haben reicht auch eine einfache Plastiktüte. Nach einer Stunde kann die Masse ausgewaschen werden.

Hätten wir an dem Tag dann auch noch warmes Wasser gehabt, wäre das Auswaschen eine Leichtigkeit gewesen. So musste ich dann mit dem Wasserkocher Warmwasser mischen und mir das Wasser mittels Krug über die Haare schütten 🙂

Die Haare sind dadurch wirklich dunkler geworden.

Es ist eine einfache und günstige Methode, die man selbst leicht zu Hause machen kann und die dem Haar nicht schadet, es aber permanent färbt. Der Kräutergeruch lässt nach einigen Haarwäschen nach. Außerdem gibt es das Henna in ganz vielen verschiedenen Farben.

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