Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Kategorie: Alltag

Heilige im Hubschrauber

Schon mal eine Heilige im Hubschrauber gesehen? Gestern war nicht nur Muttertag, sondern die „Beschützerin Arequipas“ (das Bilder der Jungfrau von Chapi, über die wir bereits mal hier berichtet hatten)…

Schon mal eine Heilige im Hubschrauber gesehen?

Gestern war nicht nur Muttertag, sondern die „Beschützerin Arequipas“ (das Bilder der Jungfrau von Chapi, über die wir bereits mal hier berichtet hatten) ist auch über unsere Stadt geflogen! In Coronazeiten muss sich auch bei den Prozessionen angepasst werden!

Gestern ist uns aufgefallen, dass die Nachbarn mit weißen Taschentüchern gewunken und in den Himmel geschaut hatten. Auf Facebook stand:

Unsere Mutter, die Jungfrau von Chapi, kam in dieser Zeit der Pandemie in unsere Stadt, um für uns einzutreten.

Eine Zeitung berichtet: „Das Bild der Jungfrau von Chapi flog am Muttertag in einem Hubschrauber über die Stadt, um allen Müttern ihrer Zeit und der Bevölkerung im Allgemeinen Segen zu schenken, und um die Ausbreitung des neuen Coronavirus zu stoppen.“

Viele Menschen hier beten regelmäßig zu verschiedensten Heiligen, um für ihren Schutz zu bitten. Auch in Zeiten von Corona war es also für die Bevölkerung möglich mit ihrer Heiligen in Kontakt zu sein, auch wenn die Kirchen geschlossen sind.

Wie gut, dass wir wissen, dass wir jederzeit zu Gott kommen können, auch wenn wir in unseren Häusern eingesperrt sind – direkt, ohne erst durch Heilige bitten zu müssen!

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Quarantäne II

Hiermit schicken wir euch mal wieder ein kleines Quarantäne Update: Mittlerweile sind wir bei Tag 47 angelangt. 47 Tage, wo die Kinder nicht aus dem Haus durften!!! Leider ist es…

Hiermit schicken wir euch mal wieder ein kleines Quarantäne Update:

Mittlerweile sind wir bei Tag 47 angelangt. 47 Tage, wo die Kinder nicht aus dem Haus durften!!! Leider ist es nicht so wie in Deutschland, dass man auch mal raus spazieren gehen darf, sondern wirklich so, dass die Jungs seit 47 Tagen nicht mehr auf die Straße durften (dafür muss man sonst Bußgeld bezahlen). Wir sind sooo dankbar, dass wir wenigstens einen kleinen Garten haben, wo wir nach den Hausaufgaben mal spielen können!!! Preis den Herrn! In unserer alten Wohnung wäre es sehr spannungsgeladen verlaufen…

Derzeit sieht es so aus, dass wir noch zwei weitere Wochen mit den jetzigen strikten Quarantäne-Regeln vor uns haben. Danach versucht der Staat die strengen Regelungen etwas zu lockern.

Die Hausaufgaben beschäftigen uns den meisten Tag über, aber wir versuchen auch immer mal etwas Schönes zu machen, was nicht mit der Schule zu tun hat. Vor allem das Wochenende nutzen wir, um im Schlafanzug bleiben und was Lustiges machen zu können.

Dieses Wochenende gab es auch eine Übernachtungsparty im Wohnzimmer. Die Matratzen mussten dann tagsüber noch zum turnen genutzt werden.

Der Garten wird für sportliche Aktivitäten genutzt und Abends gibt es dann ab und zu eine Vorführung von gelernten Zaubertricks.

Auch die Schule versucht kreativ zu sein und interessante Aufgaben in Kunst, Sport oder anderen Fächern zu stellen. Benni war am Freitag für die Darstellung der Kunstprojekte zuständig.

Wir sind sehr dankbar, dass wir durch die Quarantäne gerade viel mehr Zeit haben, um uns über biblische Geschichten und Wahrheiten auszutauschen. Das tut uns allen sehr gut.

Eigentlich hätten wir nächsten Montag eine Woche Frühlingsferien gehabt. Die wurden jetzt aber leider gestrichen, so dass die Schulaufgaben weitergehen. Manche Gerüchte sagen, dass die Schule noch bis zum Ende des Schuljahres online weitergehen wird (unser Schuljahr geht noch bis Dezember!!!). Das hoffen wir nicht. Aber wir warten jetzt einfach mal geduldig ab. Ein Schritt nach dem anderen.

Demnächst soll das Verbot von Kindern auf der Straße gelockert werden… Schritt für Schritt!

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Oster-Spezial

Liebe Kinder, In diesen Tagen seid ihr vermutlich genauso eingeschlossen wie wir hier in Peru. Quarantäne ist nicht einfach, aber wir können das Beste draus machen. In unserer Gemeinde haben…

Liebe Kinder,

In diesen Tagen seid ihr vermutlich genauso eingeschlossen wie wir hier in Peru. Quarantäne ist nicht einfach, aber wir können das Beste draus machen.
In unserer Gemeinde haben wir begonnen auch etwas Online-Programm für die Kinder anzubieten, damit nicht nur die Eltern ihren Gottesdienst haben. Deshalb schicken wir dir hier ein paar Ideen, damit du dich an diesem verlängerten Wochenende beschäftigen kannst.

Viel Spaß dabei!

Fußwaschung.
In unserem Kindergottesdienst ging es um die Fußwaschung (Jesus hat die Füße seiner Jünger bei ihrem letzten Abendmahl gewaschen und ihnen damit gedient).

Wie wäre es, wenn ihr euch mal als Familie gegenseitig die Füße wascht?

Bastelidee:
Passend zur Fußwaschung haben wir die Füße auf ein Blatt Papier gemalt.

Anschließend haben wir die Füße ausgeschnitten, den Lernvers darauf notiert, und noch ein wenig angemalt:

Den Lernvers findest du in Johannes 13,15:

„Ich habe euch ein Beispiel gegeben,
damit auch ihr so handelt,
wie ich an euch gehandelt habe.“

Außerdem werden wir für den Sonntag noch „Auferstehungs-Brötchen“ backen. Hier legt man den Leichnam (Marshmallow) in das Grab (Teig) und nach dem Backen ist das Grab leer 😊

„Auferstehungs-Brötchen“

Zutaten:

  • 100 ml lauwarme Milch
  • 1 EL Zucker
  • 2 TL Trockenhefe
  • 45g weiche Butter
  • 3 EL Zucker     
  • 1 Ei
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • ½ TL Salz
  • ½ TL Zimt
  • 280g Mehl

Zusätzlich:

  • 8 Marshmallows
  • 3 EL Zucker
  • 1 TL Zimt
  • 30g flüssige Butter

Anleitung:
Vermische die laufwarme Milch, Zucker und die Trockenhefe und lass diese für fünf Minuten stehen. Anschließend füge die weiche Butter, Zucker, Ei und den Vanillezucker hinzu.
Nun gib die restlichen Zutaten (Salz, Zimt und Mehl) in die Schüssel und verknete den Teig, bis er weich und formbar ist und nicht mehr an deinen Händen klebt. Eine Stunde darf der Teig nun ruhen.

Rolle den Teig nun zu einem großen Kreis aus (ca. 35 cm) und schneide daraus 8 Dreiecke.

Nimm nun ein Marshmallow und rolle ihn in der flüssigen Butter und anschließend in der Zucker-Zimt-Mischung. Nun falte den Teig um das Marshmallow, so dass keine Öffnung mehr zu sehen ist (wichtig! – denn sonst fließt es raus).
Mache das Gleiche mit den restlichen Marshmallows und lege alle auf ein Backblech.
Backe sie für 15-20 Minuten bei 180°C

Guten Appetit!

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Quarantäne

Mittlerweile haben wir die erste Quarantäne-Woche hinter uns gebracht. Quarantäne bedeutet, dass die Straßen so ruhig sind, wie noch nie. Die Natur atmet auf und man genießt richtig die Ruhe….

Mittlerweile haben wir die erste Quarantäne-Woche hinter uns gebracht.

Quarantäne bedeutet, dass die Straßen so ruhig sind, wie noch nie. Die Natur atmet auf und man genießt richtig die Ruhe. Keine einzige Autohupe ist zu hören! Von 20 Uhr – 5 Uhr morgens darf absolut kein Mensch auf der Straße sein und tagsüber benötigt man eine Erlaubnis.

Da die meisten Menschen zunächst nicht wirklich die Quarantäne eingehalten hatten, wurde am nächsten Tag das Militär auf den Straßen verteilt, um die Menschen davon abzuhalten, trotzdem mit ihren Autos zu fahren. Jeder muss sich online ein Schreiben ausdrucken, das ihn berechtigt an diesem Tag draußen zu sein. Als Einzige der Familie habe ich z.B. das Schreiben, dass ich mittwochs und samstags einkaufen gehen darf.

Vor dem Eintritt in die Mall, werden einem die Hände desinfiziert und bevor man dann in den Supermarkt selbst eintreten darf, muss man Schlange stehen und es wird einem die Temperatur gemessen. Nur jeweils eine Person der Familie darf eintreten.

Natürlich gibt es auch bei uns einiges, was gerade nicht vorhanden ist (im Bild z.B. Brot), aber das, was wir in Massen haben ist Klopapier! Da mangelt es uns nicht…

Benni meinte schon, dass die Quarantäne eigentlich eine wunderbare Zeit wäre, um die vielen Straßen zu reparieren, die in der Regenzeit kaputt gegangen sind.

Von der Schule werden wir über „google classroom“ mit ausreichend Hausaufgaben versorgt (manchmal zu viele…). Wir versuchen sie alle bis spätestens 16 Uhr fertig zu bekommen, damit wir danach noch freie Zeit für schönere Dinge haben.

Das Wochenende haben wir dann genutzt, um Zeit zum Lesen, puzzeln und Lego spielen zu haben – und endlich mal wieder einen Pyjama-Tage zu machen.

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Ausgangssperre

Ich hatte vergessen von unseren Supermarktregalen ein Foto zu machen… aber vermutlich sehen sie genauso aus, wie bei euch gerade. Seit heute besteht für uns offiziell die Ausgangssperre. Der einzige…

Ich hatte vergessen von unseren Supermarktregalen ein Foto zu machen… aber vermutlich sehen sie genauso aus, wie bei euch gerade.

Seit heute besteht für uns offiziell die Ausgangssperre. Der einzige Grund, um rauszugehen ist für einen Notfall zur Apotheke, Bank oder dem Supermarkt. Alles soll beschränkt werden, damit der Kontakt zu anderen weitestgehend eingeschränkt wird. Wie das klappen wird, bleibt abzuwarten!

Fest steht auf jeden Fall, dass wir von der Schule aus schon seit Donnerstag letzter Woche online mit Hausaufgaben versorgt werden. Wir haben für uns persönlich festgelegt, wie unser Tagesablauf aussieht, damit wir nicht ganz in Ferienstimmung kommen. Unter anderem gehört dazu, dass die Jungs (zu ihrem Leiden) sich normal anziehen und nicht den ganzen Tag im Schlafanzug gammeln dürfen.

Den ersten Tag haben wir jetzt schon fast überlebt und wir sind gespannt darauf, ob es (hoffentlich) lediglich bei den 2 Wochen Sperre bleiben wird. Noch gibt es in Peru nicht so viele Coronavirus-Fälle, aber wer weiß, wie viele wirklich gemeldet sind…

Die Herausforderung besteht hauptsächlich im nur sehr schlecht ausgebildeten Gesundheitssystem. Für die ärmere Bevölkerung ist es besonders schwierig ihr Geld zu verdienen, wenn sie von Tag zu Tag leben und die Ausgangssperre respektieren müssen. Die Mütter, mit denen ich arbeite haben sowieso schon kein Geld Lebensmittel auf Vorrat zu kaufen.

Auch sanitäre Aspekte wie das Reinigen der Hände ist für die eine Herausforderung, die sowieso schon wenig Körperhygiene betreiben und manchmal gar kein fließend Wasser in ihrer Hütte zur Verfügung haben.

Unser Leben ist aber ruhiger geworden! Alle Termine sind abgesagt und Gemeindeversammlungen gibt es nur noch online (auch Teammeetings). Wir sind gespannt darauf, wie Gott diese Zeit nutzen wird!

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Adoption II

Wir haben euch vor ein paar Wochen (hier) in unsere Gedanken zur Adoption mit rein genommen. Im August letzten Jahres war es dann soweit, dass wir uns nach 2 Jahren…

Wir haben euch vor ein paar Wochen (hier) in unsere Gedanken zur Adoption mit rein genommen.

Im August letzten Jahres war es dann soweit, dass wir uns nach 2 Jahren Aufenthalt in Peru, offiziell in das System einschreiben konnten. Als erster Schritt galt es die verschiedenen Formulare online auszufüllen und sich anschließend in eines der 5x im Jahr stattfindenden Workshops einzutragen. Da Benni im September unterwegs war, haben wir den nächstmöglichen Termin im November in Anspruch genommen.

Die Worshops waren sehr anstrengend, da man 5 Stunden ohne Pause zu zwanzigst in einem Büro ohne Fenster gesessen hat. Nur die Tür zum Flur sorgte für etwas „frischen“ Sauerstoff… Es wurde über die verschiedenen Aspekte der Adoption gesprochen und jeder musste die 150 Seiten im Ordner durcharbeiten.

Die Teilnehmer waren eine Mischung aus verschiedenen Altersgruppen. Außer uns gab es nur noch ein Paar, was bereits ein Kind hatte. Für gewöhnlich wird in diesem Land hauptsächlich adoptiert, wenn man selbst keine Kinder bekommen kann.

Leider gibt es in Peru nicht das System von Pflegefamilien, wo die Kinder zwischenzeitig unterkommen können. Stattdessen sind sie in überfüllten Kinderheimen untergebracht. Zur Adoption freigegeben sind derzeit um die 380 Kinder im ganzen Land. Das ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr wenig. In Deutschland waren es vor 2 Jahren knapp 3.700 Kinder.

Grundsätzlich ist es gut, dass zunächst versucht wird die Kinder in irgendeiner Art und Weise mit einem anderen Familienmitglied (auch wenn weit entfernt) zu verbinden. Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann das Kind zur Adoption freigegeben werden. Dies bedeutet aber auch, dass der Prozess durchaus sehr langwierig sein kann.

Nachdem wir den Workshop abgeschlossen hatten, wurden uns ein Monat Zeit gegeben, um zu signalisieren, dass wir weitermachen wollen und ein weiterer Monat, um die nötigen Papiere zusammen zu tragen. U. a. haben wir in dieser Zeit auch das Hochbett von Kollegen abgekauft, um eine Schlafmöglichkeit für das Kind beim Hausbesuch aufzuweisen. Jason freut sich schon, dass er dann einen Bruder und Spielkameraden im Zimmer haben wird.

Die Dokumente zusammen zu bekommen, hat uns viele Nerven gekostet. Man bezahlt hier nicht mit Geld, sondern mit Zeit und Energie. Ein Beispiel:

Wir mussten vom Arzt bestätigt bekommen, dass wir gesund sind. Dies kann man aber aufgrund sonst möglicher Bestechung, nur in zwei öffentlichen Krankenhäusern hier in Arequipa machen.

Zunächst einmal verbringt man dann einen Morgen damit das System des Krankenhauses kennen zu lernen, weil kaum einer Bescheid weiß und man alles erfragen muss.

Zur Blutabnahme steht man bereits um 6 Uhr in der Schlange an, um sicher zu gehen, dass man an diesem Tag noch dran kommt. Glücklicherweise konnte man dann um 10 Uhr noch beim Röntgen anstehen, um dann um 13 Uhr fertig zu sein. Immerhin zwei Sachen an einem Tag erledigt!

Für die Gespräche beim Psychologen (theoretisch drei) sieht es dann anders aus. Entweder man steht um 5 Uhr morgens an, um einen Termin für den gleiche Tag auszumachen (in der Hoffnung, dass was frei ist). Die Termine sind dann ab 8 Uhr, aber die Ärzte kommen erst um 9 Uhr und bis man dran ist, kann es durchaus schon wieder 13 Uhr sein. Also IMMER was zu lesen mitbringen…

Es gibt aber auch die Möglichkeit einen Termin im voraus zu machen (aber nur 2 Tage im voraus…). Das bedeutet aber auch, dass man dafür extra ins Krankenhaus fährt, sich um 6 Uhr in die Schlange anstellt, um dann hoffentlich bis 8 Uhr dran gewesen zu sein (da schließt das Fenster wieder) und einen Termin zu haben. Aber wie oben beschrieben, kann man dann am Tag seines Termins durchaus den ganzen Morgen draußen in der Sonne warten.

Das ist wirklich nur ein minikleiner Einblick in das, was wir erlebt haben. Zudem kommt es vor, dass man nicht den richtigen Stempel, oder die richtige Unterschrift bekommen hat und noch mal zurück darf.

Ein bestimmtes Dokument wird angefordert, was andere aber nicht brauchten. Hin und Her…

Wir sind auf jeden Fall dankbar, dass alle unsere 118 Seiten letztendlich doch angenommen wurden und wir nun bis Ende März noch verschiedene Gespräche mit der Psychologin und einem Hausbesuch verbringen werden.

Schritt für Schritt kommen wir der Adoption also näher!

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Regenzeit in Arequipa

Pünktlich zum 01.01. hat bei uns die Regenzeit begonnen. Nachdem wir 9 Monate lang keinen Tropfen Regen gesehen hatten, war es eine willkommene Abwechslung. Endlich wieder etwas Luftfeuchtigkeit und man…

Pünktlich zum 01.01. hat bei uns die Regenzeit begonnen. Nachdem wir 9 Monate lang keinen Tropfen Regen gesehen hatten, war es eine willkommene Abwechslung. Endlich wieder etwas Luftfeuchtigkeit und man muss den Garten nicht so oft gießen.

Diese Stadt für die Regenzeit aber leider nicht wirklich gut ausgerüstet. Die Straßen werden überflutet und vieles vom Teer wird einfach weggespült. Das Tückische daran ist, dass man nie weiß, wie tief die Pfützen sind und ob man mit einem kleinen Auto ohne stecken zu bleiben durchfahren kann. So fahren selbst die Taxifahrer äußerst vorsichtig.

Die Löcher werden mittlerweile mit Backsteinen gefüllt, damit die Reparatur länger hält (sonst sind im nächsten Jahr wieder die gleichen Löcher da).

Tunnel werden überschwemmt, so dass immer mal wider Straßensperren existieren, wenn das Wasser zu hoch ist. Der Fluss führt mehr Wasser als sonst und ist braun, weil er u.a. das Regenwasser aus den Bergen abtransportiert.

Noch bis Ende März wird die Regenzeit dauern, doch schon gegen Ende diesen Monats wird man merken, dass die Regenwahrscheinlichkeit rapide abnimmt.

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Adoption I

Warum eigentlich adoptieren, wenn ihr schon drei Kinder habt? Wie sind wir überhaupt auf die Idee gekommen über Adoption nachzudenken? In unserer Zeit in Chicago sind wir mehr und mehr…

Warum eigentlich adoptieren, wenn ihr schon drei Kinder habt?

Besonders hier in Peru ist es ungewöhnlich, dass Ehepaare adoptieren, die selbst schon Kinder haben. Für gewöhnlich adoptiert man nur, weil man selbst keine Kinder bekommen kann. Aber dazu später mehr…

Wie sind wir überhaupt auf die Idee gekommen über Adoption nachzudenken?

In unserer Zeit in Chicago sind wir mehr und mehr mit dem Gedanken konfrontiert worden. In unserer dortigen Gemeinde wurde das folgende Prinzip sehr gut gelebt:

Not everyone is called to adopt children into their family, but every Christian has a part to play in fostering a culture of adoption that welcomes the unwanted.“

(The Gospel & Adoption – Russel D. Moore)

Nicht jeder hat die Möglichkeit zu adoptieren und auch nicht jeder sollte dies tun. Aber wir können als Gemeinde eine Kultur pflegen, in dem wir die unterstützen, die dies für sich als Aufgabe gemacht haben.

Wir wussten, dass es für uns damals in den USA noch nicht dran war zu adoptieren. Allein finanziell konnten wir uns das nicht leisten. Dazu kam, dass wir gerade selbst mit drei kleinen Jungs gut beschäftigt waren. Es war einfach noch nicht dran.

Zudem hatten wir das Gefühl, dass wir ein älteres Kind adoptieren würden, anstatt wie viele ein Baby. Für ältere Kinder ist es immer schwieriger und so haben wir erst einmal abgewartet, wo Gott uns noch hinführen würde.

Als klar war, dass wir noch einmal ins Ausland gehen würden und unsere Kinder schon älter waren, hatten wir uns neu mit dieser Frage beschäftigt.

In Peru kann man adoptieren, wenn man bereits 2 Jahren im Land gelebt hat. Für uns war es einleuchtend aus Peru selbst zu adoptieren, da wir hier schließlich noch länger bleiben und das Kind nicht aus dem Land herausnehmen würden. Zudem bezahlt man in Peru nicht für die Adoption, wodurch wir dies mit unserem Gehalt in Betracht ziehen können. Lediglich Gebühren für die eingereichten Unterlagen müssen bezahlt werden.

Haben wir Angst vor diesem Schritt?

Don’t let fear stand in the way of doing something
you know in your heart you are supposed to do.

(Confessions of an Adoptive Parent – Mike Berry)

Natürlich! Wir wissen nicht was auf uns zukommen wird. Außerdem gibt es nicht nur schöne Geschichten von Adoptionsfamilien. Nicht immer ist klar, was die Kinder schon alles durchgemacht haben. Hier in Peru gibt es z.B. keine Pflegefamilien – das sind quasi die überfüllten Kinderheimen. Dort halten sie sich monate- bzw. in den meisten Fällen jahrelang auf, bis sie für den Adoptionsprozess freigegeben werden können.

Those children grieve. They go into a deep, deep sense of grief for that loss. And they feel alien. They’re going someplace where they don’t recognize the smells or the feel of the people or the sound around them. Especially if they’re little, they’ve lost their points of reference. Children are absolutely grieving when they’re removed from their family. And there’s nothing neurotic or mentally ill about it; it’s just our human nature.

(Adoption Therapy: Perspectives from Clients and Clinicians on Processing and Healing Post-Adoption Issues)

Natürlich haben wir einen großen Respekt davor, was auf uns zukommen wird und reden auch mit den Kindern immer wieder darüber. Man fühlt sich wie werdende Eltern, die Bücher über Bücher gelesen haben, bevor das Kind kommt, aber erst mit dem Baby ins kalte Wasser geschmissen werden.

Nur weil etwas schwierig werden wird, heißt es nicht, dass wir es nicht tun sollten. So gehen wir stattdessen einen Schritt nach dem anderen und vertrauen darauf, dass Gott uns führen wird.

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