Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Kategorie: Geschichte

Virgen de Chapi – 01.05.

Der erste Mai ist auch in Peru ein Feiertag. Die Jungs haben keine Schule, weil beim „Tag der Arbeit“ alle zu Hause bleiben. Jeder Schüler hat für die Arbeiter der…

Der erste Mai ist auch in Peru ein Feiertag. Die Jungs haben keine Schule, weil beim „Tag der Arbeit“ alle zu Hause bleiben. Jeder Schüler hat für die Arbeiter der Schule (Busfahrer, Reiniger, Wachmänner…) ein Lebensmittel mitgebracht, was die Schule dann den Arbeitern für den 01.05. aushändigt. Meistens verdienen diese Arbeiter nicht sehr viel und sind deshalb sehr dankbar für diese Geste.

Am 01.05. wird aber auch noch etwas anderes gefeiert: Die Jungfrau von Chapi. Diese wird als Beschützerin Arequipas angesehen.

Sie hat sogar einen eigenen Tempel ca. 90 km entfernt von Arequipa (in der Wüste Namens Chapi), zudem viele Menschen hinpilgern.

Tausende Menschen pilgern in diesen Tagen nach Chapi, um der Jungfrau während der Wanderung Gesänge und Gebete zu widmen.

Das Fest von der Jungfrau von Chapi stammt aus dem 18. Jahrhundert. Das Bild wurde möglicherweise von Franziskanern oder Jesuiten aus Spanien gebracht. Eine alte Überlieferung besagt, dass das Bild auf einem Hügel in der Nähe von Churajón gefunden wurde. Auch dieser Jungfrau werden diverse Wunder zugeschrieben, die ihre weitere Verehrung zusichern. Es wird gesagt, dass das Bild bei einem Erdbeben von 1868 unter den Trümmern nicht zu schaden gekommen ist.

Auch heute noch findet man Bilder von ihr in den öffentlichen Bussen wieder. Sie hängen vorne als Bitte um Schutz an den Windschutzscheiben. Die Heiligenverehrung spielt in Peru eine sehr wichtige Rolle.

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Kultur

In den letzten paar Wochen habe ich zwei sehr interessante Bücher gelesen und bin gerade an einem dritten. Die ersten beiden sind mehr kultur-anthropologisch und das letzte etwas mehr historisch….

In den letzten paar Wochen habe ich zwei sehr interessante Bücher gelesen und bin gerade an einem dritten. Die ersten beiden sind mehr kultur-anthropologisch und das letzte etwas mehr historisch. Hier möchte ich nur „Snippets“ vorstellen – Dinge, die mich angesprochen haben.

Richard E. Nisbett schreibt in seinem Buch The Geography of Thought: How Asians and Westerners Think Differently…and Why davon wie westliche Menschen (primär aus den USA) und asiatische Menschen verschieden denken. Natürlich kann man nicht von „der asiatischen“ oder „der westlichen“ Denkweise sprechen, jedoch gibt es zwischen den einzelnen Kulturen (z.B. des Westens) große Überlappung, so dass man diese durchaus etwas zusammenfassen kann.

Wie bereits geschrieben kann ich hier nur Highlights nennen. In dem Kapitel „Is the World Made Up of Nouns or Verbs? Categories and Rules vs. Relationships and Similarities“ schreibt Nisbett (S. 144):

Explicit modeling or rule-making seems to be less characteristic of the causal explanations of East Asians than of Westerners. If Asians are less likely to use rules to understand the world, and less likely to make use of categories, they might find it particularly hard to learn categories by applying explicit rules to objects.

Es geht im gesamten mehr um Beziehungen, die ihren Ausdruck in Verben finden, und nicht um Kategorien, welche durch Nomen beschrieben werden. Dies hat selbstverständlich Implikationen wie man Theologie erlernt und welche Ansätze man hier benutzt. Die westliche Theologie (und besonders die der Dogmatik) benutzt durchweg Kategorien wohingegen die Beziehung der biblischen Theologie als Gesamtes betrachtet werden kann. Meine Frage hierzu ist, ob Peruaner mehr dem westlichen oder dem asiatischen Denken näherstehen. Diese gilt zu beobachten und auf die Art und Weise des Unterrichtens anzuwenden.

Was mir besonders gut an dem Buch gefällt, ist, dass der Autor in keinerlei Weise dahin verfällt „Alles“ aus dem Westen anzuschwärzen und „Alles“ aus Asien zu verherrlichen. In seinen letzten Kapiteln zeigt er durchaus die Vorteile des westlichen Denkens auf, aber natürlich auch die des gesamtheitlichen Denkens Asiens. Wiederum stelle ich fest, dass eine internationale Fakultät mehr als eine Bereicherung für die Studenten, die Lehrkräfte selbst und für die Kultur sein können.

Ein weiteres Buch ist Ministering in Honor-Shame Cultures: Biblical Foundations and Practical Essentials von Jayson George und Mark. D. Baker. In diesem Buch gibt es viele Aspekte, die mich sehr angesprochen haben. Am besten lest ihr das Buch nochmals selber. Aber hier ein paar Eindrücke mit ein paar sehr hilfreichen Tabellen.

Der erste Teil handelt primär von Kulturantrhopologie und gibt große Umrisse der Schamkulturen (Honor-Shame) und der Schuldkulturen (Guilt- Innocence). Es gibt zwar keine reine Schuldkultur und auch keine reinen Schamkulturen, sondern lediglich Kulturen, in denen eines der beiden überwiegt.

Die folgende Tabelle (s. 38) zeigt diese groben Konturen auf:

 

Guilt-Based Cultural Behavior Shame-Based Cultural Behavior
Cultural Context Individualistic, Western Corporate, Majority World
Definition of Normal Rules and laws Expectations and ideals
Guide for Behavior Introspective conscience Public community
Result of Violations guilt Shame
Core Problem “I made a mistake” (action) “I am a mistake” (being)
Affected Party The transgressor The group
Violator’s Response Justify, confess or apologize Hide, flee or cover
Society’s Response Punish to serve justice Exclude to remove shame
Means and Resolution forgiveness Restoration

Und diese Tabelle (S. 60) wie verschiede kulturelle Aspekte von der jeweilig anderen Kultur aufgenommen werden:

Arena of Life Honor-Shame Cultures G-I Assessment of H-S Cultures Guilt-Innocence Cultures H-S Assessment of G-I Cultures
Money Patronage Corrupt, dependent Independence, capitalism Stingy, ungenerous
Communication Indirectness Lying, deceptive Direct, explicit Inconsiderate, crass
Time Event Lazy, tardy Task, efficiency Arrogant, unkind
Hygiene Purity Ritualistic, pharisaical Science, secularism Defiled, unclean
Food Hospitality Obligatory, ostentatious Convenience, functionality Isolated, neglectful
Behavior Social roles Unequal, oppressive Egalitarian, equality Disrespectful, presumptuous

Jetzt noch kurz zwei weitere Aspekte. Im Juni 2016 habe ich einen Vortrag zum Thema „Rettet der Glaube allein`“ gehalten. In diesem Vortrag geht es mir primär um die Verkürzung des Evangeliums und wie wir Glaube (und auch Gnade) verstehen. Oftmals wird das Evangelium mit der Vergebung der Sünde gleichgesetzt. Dies ist aber nicht mit dem biblischen Verständnis vereinbar. Ja, Vergebung unserer Sünden ist ein Teil, eine Auswirkung des Evangeliums, doch das Evangeliums selbst ist viel mehr (dazu demnächst dann nochmal mehr).

Diese Tabelle (S. 181) zeigt die zwei verschiedenen Verständnisse der Erlösung auf:

Process of Salvation

Guilt Based Shame Based

Problem
of Sin

Transgression

People have broken God’s law
through a particular action

Unfaithfulness

People have broken the relationship
with God by being disloyal

Dilemma
of Humans

Guilt

Our moral violations
merit punishment

Shame

Our disgrace
merits banishment

Solution
of Jesus
Restitution

Jesus satisfies the legal
requirements of justice by
enduring retribution for us

Restoration

Jesus bears shame to reconcile
the relationship by repairing honor

Response
of Faith

Confession

People must acknowledge
their wrongdoing

Allegiance

People must be loyal
to honoring God

Result
of Salvation
Forgiveness

God pardons wrongdoings and declares lawbreakers to be innocent

Honor

God makes outcasts his children
and exalts people to eternal glory

Das sind zwei sehr unterschiedliche Ansätze. Beide haben ihre Stärken. Doch ich denke, dass vor allem unsere Antwort des Glaubens (Response of Faith) besser mit Loyalität beschrieben werden sollte.

Der letzte Aspekt aus dem Buch, den ich hier nennen möchte, ist wie Gemeinschaft, vor allem christliche Gemeinschaft, verstanden und auch gelebt wird. Georges und Baker (von Paul Hiebert herkommend) beschrieben zwei Arten der Gemeinschaft:

  • Bounded Group
  • Cenetered Group

Im Gegensatz zur „bounded group“ setzt die „centered group” einen Schwerpunkt auf den Mittelpunkt der Gemeinschaft und orientiert sich zu diesem Zentrum (Christus!) hin. Zwar gibt es auch Abgrenzungen (boundaries) zu anderen Leuten, diese werden aber weniger von diesen boundaries als von der Beziehung zur Mitte hergesehen. Dies hat Implikationen in der Debatte von „believe-belong“ oder der „belong-believe“ Orientierung. Im Sinne der Evangelisation und der Gemeindegründungsarbeit stellen die Autoren dies so da (s. 185):

Western ministry model Evangelism -> Discipleship -> Community
Majority World model Community -> Discipleship -> Evangelism

Ich habe hierzu noch keine konkrete Antwort und bin für Gespräche mehr als offen. Das folgende Zitat (S. 235) spricht jedoch gute Gedanken aus:

The origin of shame is exclusion, rejection and isolation—a disunion with community, both divine and human. Therefore, the solution for shame is not simply the theological idea of honor, but the realization of honor through genuine community.

Das letzte Buch möchte ich noch nicht vorstellen (da ich es auch noch nicht ganz gelesen habe), sondern nur Werbung hierfür betreiben für alle, die es interessiert:

Literaturhinweis:

  1. Georges, Jayson, and Mark D. Baker. Ministering in Honor-Shame Cultures: Biblical Foundations and Practical Essentials. Downers Grove, IL: IVP Academic, 2016.
  2. González, Justo L., and Ondina E. González. Christianity in Latin America: A History. Cambridge ; New York: Cambridge University Press, 2007.
  3. Nisbett, Richard E. The Geography of Thought: How Asians and Westerners Think Differently…and Why. New York: Free Press, 2004.
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Ostern – „Semana Santa“

Um Osterhasen und -eier zu finden, muss man in Peru schon länger suchen. Die spielen hier höchstens für Touristen eine Rolle. Peruaner kaufen sie für gewöhnlich nicht. In der Stadtmitte…

Um Osterhasen und -eier zu finden, muss man in Peru schon länger suchen. Die spielen hier höchstens für Touristen eine Rolle. Peruaner kaufen sie für gewöhnlich nicht.

In der Stadtmitte haben wir einen kleinen Karren mit Ostereiern gefunden, die man vor einer Prozession kaufen konnte.

Für die Peruaner ist es eher typisch möglichst viele Kirchen während der „Semana Santa“ (Heilige Woche von Palmsonntag bis Ostersonntag) zu besuchen. Auch die Teilnahme an einer Prozession ist wichtig.

Hier haben wir lediglich den Beginn einer Prozession gesehen, da in unserer Gemeinde ein spezielles Theaterstück aufgeführt wurde, wo wir hinwollten. Leider haben wir erst zu spät bemerkt, dass es in einem Stadtteil auf der anderen Seite der Stadt an Karfreitag sogar eine längere Prozession gibt, in der die Ostergeschichte über mehrere Stunden hinweg in den Straßen der Stadt dargestellt wird. Nächstes Jahr…

An den Prozessionen nehmen verschiedene Statuen teil.

Hier ist z.B. die trauernde Maria, die darauf wartet von Trägern mitgenommen zu werden. Auch der Körper Jesu wird in vielen Prozessionen durch die Straßen getragen.

Donnerstag ist in Peru ein offizieller Feiertag. Die Schulen haben Donnerstag und Freitag geschlossen, die meisten Geschäfte aber nur freitags (wie in den USA kann man hier ja sonst rund um die Uhr an allen Tagen der Woche einkaufen).

Donnerstags und freitags darf „offiziell“ kein Alkohol getrunken werden. Das heißt, dass die Geschäfte auch kein Alkohol an diesen Tagen verkaufen. Die Menschen trinken aber trotzdem in ihren Häusern, oder vor allem diejenigen, die an den Strand gefahren sind.

Donnerstag werden den ganzen Tag über die verschiedenen Kirchen besucht. Wenn möglich versucht man in 7 Gottesdiensten gewesen zu sein. Oftmals gibt es lange Schlangen, um sich mit dem Weihwasser bekreuzigen und dann in die nächste Kirche gehen zu können.

Bis Ostersonntag werden die Heiligen in den Kirchen bedeckt. An Karfreitag tragen viele Menschen schwarz.

Das Oster-Wochenende ist auch sehr beliebt für Reisen. Die Preise für den Transport und Unterkünfte verdoppeln sich. So haben wir es genossen, dass es in Arequipa etwas ruhiger war als sonst (vor allem die Verkehrslage). Viele fahren noch ein letztes Mal an den Strand, weil der Sommer vorbei und das Wetter anschließend das Jahr über dort nicht mehr so schön ist (stattdessen ist es dann in Arequipa sonnig, da hier die Regenzeit vorüber ist).

Es gibt besondere Gerichte, die die Osterwoche begleiten:

Die Ostersuppe „Caldo de pascua“: Eine Suppe mit sieben Fleischsorten
(Huhn, Hähnchen, Rind, Lamm, Schwein, getrocknetes und gesalzenes Lamm- und Rindfleisch mit Kartoffeln, Reis und speziellen getrockneten Kartoffeln (Chuño) aus dem Hochland)

Adobo arequipeño: Eine Suppe, die über viele Stunden köchelt und die man dann meistens zum Frühstück isst.

Masamoras: Das sind ganz viel Süßspeisen, die man das ganze Wochenende über isst. Wir waren mal wieder bei unserer Nachbarsfamilie eingeladen und durften ganz viel kosten.

Der lilane Nachtisch wird mit lilanem Mais gemacht. Der Saft wird hier sehr oft getrunken (Chicha Morada). Daneben ist ein Nachtisch aus eingedickter Milch mit Zimt. Unten ein beliebter Milchreis.

Wir haben zu Hause trotzdem noch ein paar Eier bemalt, um ein bißchen die deutsche Tradition beizubehalten..

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

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Huacachina + Pisco + Nazca

Huacachina ist eine Oase inmitten der peruanischen Wüste. Es ist eine winzige Stadt umgeben von bis zu 100 Meter hohen Sanddünen. Hier haben wir eine Dünentour mit dem Sandbuggy gemacht….

Huacachina ist eine Oase inmitten der peruanischen Wüste. Es ist eine winzige Stadt umgeben von bis zu 100 Meter hohen Sanddünen.

Hier haben wir eine Dünentour mit dem Sandbuggy gemacht. So konnten wir das Ausmaß der Dünen besser sehen.

Dies war mit Sicherheit eine der rasantesten Fahrten, die wir je gemacht hatten. Die Haare von Tim zeigen wie schnell die Fahrt war!

Selbst in den Außenbezirken, die von den Dünen geprägt sind und in denen Dürre herrscht, gibt es viele Bewohner.

Zu guter letzt durften wir dann noch alle die Dünen herunter rutschen. Wenn wir hier schon keinen Schnee haben, dann können wir wenigstens auf Sand mit dem Board herunterfahren.

Die Dünenlandschaft war auf jeden Fall atemberaubend!

Dies war definitiv das Highlight unserer Sightseeing-Tour!

Anschließend hielten wir mit der Reisetruppe auf dem Weg nach Nazca noch zu einer Pisco-Tour in Ica an. Pisco ist ein Traubenschnaps, der besonders in Peru hergestellt wird. Pisco-Sour ist ein Nationalgetränk, wo Pisco mit Limettensaft, Zuckersirup und Eiweiss angereichert wird.

In einem 130 Jahre alten Weinberg wurden wir über die Herstellung von Pisco und die Bedeutung der verschiedenen Traubenarten unterrichtet. Hier können 8.000 kg Weintrauben auf einmal verwertet werden.

Anschließend durften noch die verschiedenen Wein- und Piscoarten probiert werden (die Kinder durften nur dran riechen 🙂 )

Mit dem Bus ging es anschließend nach Nazca weiter. Berühmt geworden ist die Stadt durch ihre mysteriösen Linien, die sich um hunderte Kilometer rund um die Stadt hinweg erstrecken und deren Bedeutung bis heute noch nicht geklärt ist.

Da wir keine Flugzeug-Tour gemacht haben, konnten wir nur die „kleineren“ Tierfiguren in der Nähe unseres Aussichtspunktes entdecken. Aus der Luft sind dagegen Figuren von bis zu 20 km Länge (!) zu entdecken. aus diesem Grunde wurden die Linien auch erst im 20. Jahrhundert gefunden, als Flugzeuge über diesen Teil der Erde flogen.

Es ist schon sehr beeindruckend, wie Menschen früher solche weitläufigen Bilder in das Gestein graben konnten, ohne sie aus der „Adlerperspektive“ sehen zu können!

Wir haben uns gefreut durch diese Rückreise etwas mehr von unserem Land zu erfahren. Es ist beeindruckend, wie vielfältig dieses Land ist und wir freuen uns schon jetzt darauf zu sehen, was es in der Zukunft noch zu entdecken geben wird.

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Paracas

Von Lima aus ging es in das nicht allzu weit entfernte Paracas. Paracas ist ein kleiner Küstenort, der heutzutage primär dem Tourismus dient. Viele Menschen kommen hierher, um die berühmten…

Von Lima aus ging es in das nicht allzu weit entfernte Paracas.

Paracas ist ein kleiner Küstenort, der heutzutage primär dem Tourismus dient. Viele Menschen kommen hierher, um die berühmten „Islas Ballestas“ und das Naturreservat von Paracas zu sehen.

  

Die Jungs haben ihren Muschelvorrat wieder erweitern können und das Meerwasser genossen.

Allgemein ist in Peru die Kabelführung sehr interessant… Immerhin muss man nicht die Straße aufbuddeln, sondern kann sein Kabel sehr einfach dazufügen und durch das eigene Fenster umleiten.

Der „Kerzenleuchter von Paracas“.  Die in den Felsen gekratzte Zeichnung ähnelt den Nazca-Linien (zukünftiger Post) und ist ca. 2000 Jahre alt und 180 Meter hoch. Bis heute ist nicht geklärt, was diese Furchen im Sand bedeuten sollen. Die Erklärungen reichen von:

  • Heilige Dreifaltigkeit – Einladung den fremden Kontinent zu betreten und ihn zu missionieren
  • Armleuchter deutet auf einen Schatz hin (damit die Piraten den Schatz wieder finden)
  • Wegweiser für Schiffskapitäne
  • Hinweis auf den San-Pedro-Kaktus (ist auf vielen Keramikteilen von Ausgrabungen zu sehen), der heute immer noch in Peru wächst.
  • Zeichen für einen wichtigen Gott aus der Inka-Mythologie

Was auch immer es ist, es bleibt für immer ungelöst.

Mit einem Boot kann man zu den „Islas Ballestas“ fahren. Die Inseln bergen viele hunderte Vogelarten und werden besonders von Pinguinen und Seelöwen bewohnt. Auf der Bootsfahrt zu den Inseln konnten wir viele Vögel beobachten, die Fische gejagt hatten.  Zu einigen Zeiten kann man auch Delphine sehen, was bei uns aber leider nicht der Fall gewesen ist.

Stattdessen konnten wir unheimlich viele Seelöwen beobachten. Sie waren gerade dabei Sonne zu tanken und es sich gut gehen zu lassen. Alleine wegen der schönen Felskonstellationen lohnt es sich die Inseln zu sehen.

Sobald die Wellen etwas abgesunken sind, konnten man an den Felsen viele verschiedene Seesterne entdecken.

Die Inseln sind für Menschen nicht betretbar, sondern stehen unter Naturschutz. Die Bootstour hat uns einen schönen Flecken an unberührter Natur gezeigt.

Ebenso erging es uns, als wir auf die Halbinsel in das Naturschutzgebiet Paracas gefahren sind. Hier dürfen sich Autos nur auf den ausgewiesenen Routen bewegen.

Das Naturreservat ist wie eine einzig große Sandlandschaft anzusehen. An den Außenpunkten bekommt man dann einen wunderbaren Blick auf die Felsen. Hier kann man kilometerlang mit dem Fahrrad an menschenleeren Sandstränden entlang radeln und die schöne Tierwelt beobachten.

Die farbenfrohe Wüste zeigt sich am Ende noch mit einem roten Sandstrand. Wie bunt und vielfältig Gott doch diese Gegend geschaffen hat! Es war sehr schön so viel unberührte Natur entdecken zu können!

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Lima + Chincha

Nach der Mitarbeiterkonferenz in der Nähe von Lima haben wir mit einer anderen Familie zusammen eine Woche Urlaub genommen und sind den langsamen Weg von Lima nach Arequipa mit dem…

Nach der Mitarbeiterkonferenz in der Nähe von Lima haben wir mit einer anderen Familie zusammen eine Woche Urlaub genommen und sind den langsamen Weg von Lima nach Arequipa mit dem Bus gefahren, um ein bißchen mehr von Peru kennen zu lernen.

Um euch an der Schönheit Perus teilhaben zu lassen werde ich in den nächsten Berichten ein paar Fotos von den Städten posten, die wir besichtigt haben.

Lima ist die Hauptstadt des Landes und mit knapp 10 mio. Einwohnern auch die größte Stadt. Hier herrscht 9 Monate lang bewölkter Himmel und nur in der Sommerzeit kommt ab und zu die Sonne raus.

In der Stadt herrscht unheimlich viel Verkehr, aber wir konnten auch ein schönes Örtchen am Strand kennen lernen, wo in die Grünanlagen investiert wird. Hier gibt es sogar Fahrradfahrer, die die Strandpromenade nutzen (in Arequipa haben Radfahrer eher schlechte Karten, denn es wird nicht auf sie geachtet).

Zeit, um einfach mal über den frischen Rasen zu rollen…

Ein Ort, der uns von allen sehr ans Herz gelegt wurde, war der Wasserpark. Hier gibt es an die 20 verschiedene Springbrunnen.

Da es hier im Sommer bereits früh dunkel wird, konnten wir noch die Lichtershow sehen.

Im März letzten Jahres gab es in Lima starke Überschwemmungen. Darunter hat diese Brücke auch gelitten. Dankbarerweise konnte der Bus durch das Flussbett fahren.

Auf unserer Weiterreise in den Süden hat der Bus einen Stop in Chincha eingelegt. Hier konnten wir die geheimen Tunnelsysteme der Sklaven besichtigen.

Es ist erschreckend zu hören, dass Sklaven teilweise bis zu 14 Tage in diesen Tunnelsystemen (17 km lang) im Stockdunklen warten mussten, bis sie einem Ort zugewiesen wurden.

Hacienda San José war einer der größten Landgute an der peruanischen Küste während des 18. Jahrhunderts. Nicht nur wegen dem großen Zuckerrohranbau und den Baumwollplantagen, sondern auch wegen der vielen Sklaven, die aus dem Ausland eingeschifft wurden. Sklaverei war zu diesem Zeitpunkt legal und um Steuern zu vermeiden, wurden die unterirdischen Tunnel (natürlich von Sklaven) bis in Richtung Küste gebaut.

Die Sklaven kamen in der Nacht am Hafen an und wurden direkt in die Tunnel geführt, so dass der Staat die Sklaven nicht registrieren konnte.

Heute wird das Landgut benutzt, um über die peruanische Geschichte des Sklavenhandels zu berichten und Eindrücke zu geben, wie die Menschen damals gelebt haben.

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