Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Kategorie: Losungen

Wie Gott mir, so ich Dir!

Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach. (Psalm 34,15) Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre. (Römerbrief 15,7) Wie passend…

Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach.
(Psalm 34,15)

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre.
(Römerbrief 15,7)

Wie passend ist doch diese Losung für den heutigen Tag! Heute feiern viele Christen den 500. Jahrestag der Reformation (unter anderen von Martin Luther eingeleitet). Vieles wird in diesen Tagen über die Reformation geschrieben und ich werde hierzu nichts hinzufügen. Was ich jedoch mache, ist ein paar kurze Gedanken zu dem Vers 7 aus dem 15. Kapitel des Römerbriefes nieder zuschreiben.

Wie in vielen Abschnitten des Neuen Testamentes kommt in Vers 7 aus dem Indikativ ein Imperativ hervor. Das heißt, es ist etwas geschehen (Indikativ) und deshalb sollen wir auf eine bestimmte Art und Weise handeln (Imperativ). Hier also konkret: Weil Christus uns angenommen hat (Indikativ), können und sollen auch wir einander annehmen (Imperativ). Ein Autor schreibt zu diesem Thema folgendes:[i]

Die christliche Ethik ist einzigartig und unvergleichlich in dieser Welt, denn sie geht nicht von Geboten und Gesetzen, von Ängsten und Zwängen aus, sie bedroht und zwingt den Menschen nicht, sondern sie hat ihre Begründung und ihren Inhalt in der Liebe Jesu zu uns! Der Grund der Ethik heißt nicht: Du sollst!, oder: Du musst!, sondern: Du bist in Jesus unendlich geliebt und gewollt. Er, der dich liebt, ist dir nahe und will dich in seiner Liebe und Versöhnung bestimmen und führen. Er will sich in dein Inneres versenken und in dir wohnen. Darum setze dich dieser ewigen Liebe aus, und dann lebe diese Liebe.

Ähnlich drückt es auch ein altes Kirchenlied aus:[ii]

Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesu offenbart;
Ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward;
Ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.

In erster Linie geht es also nicht um Frage des Dürfens oder des Verbots, sondern: „Wie kann ich als ein durch Christus befreiter Mensch meinem Herrn so nachfolgen, dass mein Leben eine Antwort auf sein ‚Ja‘ zu mir ist?“ Dieses „Ja“ gilt doch allen – in und außerhalb der Gemeinde!

Das einander Annehmen hat durchaus auch missionarische Wirkung: „Andere – gerade auch Nichtchristen – sollen an der Gemeinde erkennen können, dass Angenommen-Sein die Basis dafür ist, andere annehmen zu können.“[iii] Also wiederum das Zusammenspiel von Indikativ und Imperativ.

Es ist also nicht unser Handeln, welches unser Heil erwirkt. Als könnten wir Gott beeindrucken und Ihn in eine Art Schuld an uns drängen. So frei nach dem Motto: „Ach gucke da! Der Benni hat sich jetzt aber so angestrengt gut zu sein, dass ich ihm jetzt wirklich meine Liebe schulde.“ Nein, es ist ganz anders. Und jeder, der von der Liebe Gottes durch Seinen Sohn berührt wird, weiß dies auch. Es ist also besser zu sagen: „Unser Handeln als Christen ist Folge des Heils, nicht Voraussetzung.“[iv]

Zum Schluss noch ein Gebet Martin Luthers, das das voranstehende noch einmal bekräftigt:[v]

Siehe, mein Herr Christus, da hat mir mein Nächster Schaden zugefügt, hat mich in meiner Ehre gekränkt. Er hat sich an meinem Eigentum vergriffen. Das kann ich nicht ertragen. Darum wünsche ich ihm den Tod an. Ach, mein Gott, lass dir das geklagt sein!

Eigentlich sollte ich ihm verzeihen, aber ich kann es leider nicht! Siehe, wie ich so ganz kalt, so ganz erstorben bin. Ach Herr, ich kann mir nicht helfen!  Da stehe ich nun; machst du mich anders, so kann ich nach deinem Willen und nach deiner verzeihenden Liebe handeln. Wenn nicht, dann muss ich bleiben, wie ich bin. Ich kann nicht anders.

Und was anderes als Gnade ist es, die Gott uns schenkt und uns nicht sein lässt wie wir sind. Sola gratia!

 

 

[i]      Leider ist mir die Quelle dieses Zitats von Klaus Vollmer abhandengekommen. Da ich nun in Peru bin, habe ich auch kein Zugriff auf diesen. Daher bitte ich den Leser das Fehlen der Quellenangabe hier zu verzeihen. Hervorhebungen sind meine eigenen.

[ii]     „Ich bete an die Macht der Liebe“. Text: Gerhard Tersteegen; Melodie: Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski

[iii]     Burkhard Weber, Hrsg., Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob (Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Aussaat, 2014), 8.

[iv]    Burkhard Weber, “Exegetische und theologische Beobachtungen zur Jahreslosung,” in Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob, ed. Burkhard Weber (Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Aussaat, 2014), 29, (Hervorhebung                              beibehalten).

[v]     Friedrich Schorlemmer, Luther: Leben und Wirkung, 2. Aufl. (Berlin: Aufbau Taschenbuch, 2017), 78–79.

 

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Religion?

Lass mich am Morgen deine Gnade hören, denn auf dich vertraue ich. (Psalm 143,8) [Die Jünger] gingen zum Boot hinaus und legten ab, aber in jener Nacht fingen sie nichts….

Lass mich am Morgen deine Gnade hören, denn auf dich vertraue ich. (Psalm 143,8)

[Die Jünger] gingen zum Boot hinaus und legten ab, aber in jener Nacht fingen sie nichts. Als es dann Tag wurde, stand Jesus am Ufer. (Johannes 21,3-4)

In letzter Zeit habe ich durchaus Schwierigkeiten meine Vier-Buchstaben aus dem Bett zu bekommen. Gestern ging es mir genauso. Da die Kinder etwas später Schule hatten, habe ich einfach mal bis 7:00 Uhr im Bett gelegen.

Dann aber habe ich etwas gemacht, was ich sonst nicht tue; ich habe gleich mein Handy angeschaltet… keine Ahnung warum. Als ich dann noch einmal drauf schaute, war die Losungs-App „zufällig“ geöffnet. Und da sind mir die beiden obigen Verse in die Augen gesprungen.

Erst habe ich, in meinem Halbschlaf, den Zusammenhang gar nicht so richtig geschnaggeld. Dann aber … nach einigen Momenten. Der Psalmbeter betet darum schon am Morgen (so wie ich in meinem Halbschlaf) von der Gnade Gottes zu hören, sich darin zu baden, sie zu erfahren. Und was anderes ist Gnade als dass Gott sich uns zuwendet in Seiner Liebe und Vergebung.

Genau das passiert „natürlich“ in Seinem Sohn, den Er uns schickte. Jesus ist die Offenbarung Gottes. Er ist Gott selbst. So wie es der Evangelist Johannes bereits am Anfang seines Berichtes schreibt: „Niemand hat Gott je gesehen. Der einzige Sohn hat ihn uns offenbart,
er, der selbst Gott ist und an der Seite des Vaters sitzt.“ Niemand hat Gott je gesehen. Der einzige Sohn hat ihn uns offenbart, er, der selbst Gott ist und an der Seite des Vaters sitzt..

Der christliche Glaube – wie ich es schon oft gesagt habe – beruht in erster Linie nicht auf Wahrheitsaussagen oder Glaubenslehren per se…er gründet sich auf einer Person.

Laut Duden bedeutet Religion: 1. (meist von einer größeren Gemeinschaft angenommener) bestimmter, durch Lehre und Satzungen festgelegter Glaube und sein Bekenntnis oder 2. gläubig verehrende Anerkennung einer alles Sein bestimmenden göttlichen Macht; religiöse Weltanschauung.

Ich denke, dass diese Definition nicht 100% auf den christlichen Glauben passt. Ein Christ ist eine Person, die Christus nachfolgt. Mit allem was dazu gehört.

Also will auch ich beten:

Lass mich am Morgen Jesus hören, denn auf ihn vertraue ich.

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Entfernung

Alle, die dich verlassen, werden zuschanden…, denn die Quelle lebendigen Wassers haben sie verlassen: den HERRN. (Jeremia 17,13) Kommt, alles ist schon bereit! (Lukas 14,17) Hier in Arequipa (Peru) ist…

Alle, die dich verlassen, werden zuschanden…, denn die Quelle lebendigen Wassers
haben sie verlassen: den HERRN. (Jeremia 17,13)

Kommt, alles ist schon bereit! (Lukas 14,17)

Hier in Arequipa (Peru) ist Vieles sehr anders als ich es gewohnt bin. Vieles kommt mir fremd vor bzw. Vieles kann ich nicht verstehen und auch nicht einordnen. Neulich lief ich mit meinem australischen Kollegen die Straße entlang und da lag ein Mann scheinbar leblos auf dem Bürgersteig. Mein Kollege meinte etwas salopp: „Should we check if he is dead?“ Should we check if he is dead?(Sollen wir nachschauen, ob er tot ist?). So begaben wir uns zu der Person und checkten seinen Puls und Atem [da man in Peru auf Überfälle etc. aufmerksam sein muss, checkte ich auch zugleich die Umgebung]. Gott sei Dank, atmete die Person noch und somit gab es Lebenszeichen.

Es gibt auch andere Begegnungen. In Deutschland bin ich öfters an Kadavern vorbeigefahren. Tote Tiere am Straßenrand, wenn auch nicht oft, gehören irgendwie dazu. Es scheint irgendwie „normal“ zu sein oder normal geworden zu sein. Aber, das ist es eben nicht. Der Tod ist eben nicht normal. bzw. er war es nicht von Anfang an:

„Da bildete der HERR, Gott, den Menschen aus Staub vom Erdboden und blies Lebensatem
in seine Nase. So wurde der Mensch ein lebendiges Wesen“ (1. Mose 2,7)

Gott erschuf den Menschen um zu leben – um wahres Leben zu haben. Wahres Leben gibt es aber nur in der Verbindung mit der Quelle des Lebens. Was anderes außer Tod kann es dann geben, wenn wir uns von dieser Quelle entfernen?

Aber dabei bleibt es ja nicht bestehen. Gott ist ein Gott der Liebe, ein Gott der Initiative. Deswegen lesen wir schon im Alten Testament von dem Propheten Hesekiel (16,4-6) wie bildlich gesprochen der Herr sich um die Seinen kümmert:

Bei deiner Geburt hat niemand deine Nabelschnur durchtrennt, du wurdest nicht mit Wasser gewaschen und gereinigt, nicht mit Salz abgerieben und nicht gewickelt.

Niemand erbarmte sich deiner und tat aus Mitleid etwas von diesen Dingen für dich. Stattdessen wurdest du am Tag deiner Geburt hinaus aufs Feld geworfen, weil man dich verabscheute.

Da kam ich vorbei und sah dich in deinem Blut zappeln, und ich sagte zu dir in deinem Blut: Du sollst leben! Ja, zu dir in deinem Blut sagte ich: Lebe!

Du sollst leben. Das „Lebe“ in Hesekiel entspricht dem „Lazarus, komm heraus“ von Jesus in Joh 11,43. Gott möchte den Tod nicht „So wahr ich lebe, spricht Gott, der Herr, ich freue mich nicht über den Tod eines gottlosen Menschen, sondern ich freue mich viel mehr, wenn er sein Verhalten ändert und am Leben bleibt. Kehrt um!“ (Hesekiel 33,11). Gott ist das wahre Leben und nur, wenn wir an dieser Quelle bleiben haben auch wir wahres Leben.

Deshalb sprich auch der Sohn Gottes: „Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben. Zum Vater kommt man nur durch mich.“

Aus welcher Quelle schöpfen wir?

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Komm

Ich habe es gewagt, zu meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin. (1. Mose 18,27) Lasst nicht nach im Beten. (Kolosser 4,2) Mir fällt es manchmal überhaupt…

Ich habe es gewagt, zu meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin.
(1. Mose 18,27)

Lasst nicht nach im Beten. (Kolosser 4,2)

Mir fällt es manchmal überhaupt nicht leicht mit Gott zu reden. Das hat wahrscheinlich viele Gründe, aber einer der Gründe ist meine Faulheit. Ein anderer Grund ist folgender: Wenn ich mir bewusst bin mit wem ich da rede, kann mich das durchaus einschüchtern. Denn, wenn der Gott der Bibel der ist, der er sagt er sei, dann haben wir es mit dem Schöpfer aller Dinge zu tun.

Wird dieser Erschaffer des Universums auf mich hören? Oder zumindest mich überhaupt hören? Manchmal geht es mir so, dass ich denke, meine Gespräche mit Gott (für manchen als „Gebet“ bekannt) bleiben an der Zimmerdecke hängen. Als wäre da eine Art Schallschutz eingebaut, so dass der König des Universums mich eh nicht hören kann.

Dann gibt es in meinem Leben aber auch immer wieder Phasen in denen ich mit voller Zuversicht zu Gott kommen kann, mit Ihm rede. Gebet ist ja keine rituelle Handlung, sondern ein Gespräch, ein Anruf an Gott (auch wenn es manchmal nur WhatsApp-mäßig ist). Ich bin der tiefen Überzeugung, dass Er uns immer hört … auch wenn wir das nicht immer fühlen.

Ja, Er ist der Schöpfer aller Dinge. Ja, Er ist der Allmächtige. Ja, Er hält Alles in Seiner Hand. Aber Er ist auch unser Vater. So wie es uns das „Vater Unser“ und das „Apostolische Glaubensbekenntnis“ lehrt: „Vater unser im Himmel“ bzw. „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde“.

Vater unser im Himmel

Wir dürfen immer zu dem Allmächtigen, dem Schöpfer aller Dinge kommen. Er ist es, der auch ein fürsorglicher und gutgewillter Vater ist.

Ich lade Dich ein – vielmehr lädt Er Dich ein – zu Ihm zu kommen und mit Ihm zu reden. Auch wenn es manchmal nur zu einem „Ach“ reicht. Er hört und Er kümmert sich.

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Trost und Halt

Ich, ich bin euer Tröster! Wer bist du denn, dass du dich vor Menschen fürchtest, die doch sterben? (Jesaja 51,12) Lasst euch nicht irremachen! Den Herrn aber, Christus, haltet heilig…

Ich, ich bin euer Tröster! Wer bist du denn,
dass du dich vor Menschen fürchtest, die doch sterben? (Jesaja 51,12)

Lasst euch nicht irremachen! Den Herrn aber,
Christus, haltet heilig in euren Herzen. (1.Petrus 3,14-15)

Petrus zitiert und präzisiert hier aus Jesaja 8,12-13. Dort heißt es: „Erachtet nichts außer dem Herrn, dem Allmächtigen, als heilig. Ihn sollt ihr fürchten und vor ihm sollt ihr Ehrfurcht haben.“ Wir können schon mit einem Blick erkennen, dass es den neutestamentlichen Schreibern (hier Petrus) nicht schwer fiel

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Frieden

Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. (1. Mose 9,13; LU 2017) Doch müsst ihr unerschütterlich und…

Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. (1. Mose 9,13; LU 2017)

Doch müsst ihr unerschütterlich und unbeugsam am Glauben festhalten und dürft euch nicht von der Hoffnung abbringen lassen, die euch das Evangelium schenkt. In der ganzen Schöpfung unter dem Himmel wurde das Evangelium verkündet. (Kolosser 1,23; EU)

Ich erinnere mich noch sehr genau (zumindest dachte ich das, bevor ich weiter schrieb) als einer meiner Professoren für das Alte Testament uns erklärte, wie Abbildungen des Alten Orients zu deuten seien. Eines der Bilder zeigte zwei Könige, welche sich gegenüberstanden. Einer hielt einen Bogen in der Hand. Je nachdem in welche Richtung dieser Bogen zeigt, bedeutet dies Krieg oder Frieden.

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