Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Kategorie: Theol.Eck

Cono Norte

Letzten Sonntag hatten Markus und ich wieder eine gemeinsame Reise im Zuge der theologischen Ausbildung vor Ort. Da dieses Treffen innerhalb der Stadt Arequipa war (Cono Norte ist ein Stadtteil),…

Letzten Sonntag hatten Markus und ich wieder eine gemeinsame Reise im Zuge der theologischen Ausbildung vor Ort. Da dieses Treffen innerhalb der Stadt Arequipa war (Cono Norte ist ein Stadtteil), haben wir nur einen Tag anstatt einem Wochenende gehabt.

Dieses Treffen war aber nicht nur zeitlich anders. Anstatt der üblichen „3-8“ Leute waren wir diesmal wesentlich mehr. Es waren über 100 Studenten angemeldet, und es kamen so zwischen 50-70 (es ist nicht immer klar wer Student ist, da viele mit Familie anreisen und auch manche Geschwister der Gemeinde vor Ort anwesend sind).

Es gab diesmal auch noch ein weiteres Highlight. Im Zuge der Veranstaltung wurde auch ein stückweit Abschied von Markus genommen. Da wir mit einer Gruppe/einem Ort uns immer nur alle 6 Monate treffen, war dies für Cono Norte die Chance sich bei Markus zu bedanken und ihm Gottes reichen Segen zu wünschen.

Dies war ein sehr bewegender Augenblick und zeigte mir wiederum wie sehr unsere Quechua-Geschwister die Anwesenheit, das Mittragen und das Beisammensein mit den Missionaren schätzen. Danke Herr, dass ich hier sein darf!

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Babel

Im heutigen Text meines Bibellesens durch das Buch der Offenbarung (letztes Buch der Bibel) las ich heute folgendes (Kapitel 21 Verse 1-4): Danach sah ich einen neuen Himmel und eine…

Im heutigen Text meines Bibellesens durch das Buch der Offenbarung (letztes Buch der Bibel) las ich heute folgendes (Kapitel 21 Verse 1-4):

Danach sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Der frühere Himmel und die frühere Erde waren vergangen; auch das Meer gab es nicht mehr. Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, schön wie eine Braut, die sich für ihren Bräutigam geschmückt hat. Und vom Thron her hörte ich eine mächtige Stimme rufen: »Seht, die Wohnung Gottes ist jetzt bei den Menschen! Gott wird in ihrer Mitte wohnen; sie werden sein Volk sein – ein Volk aus vielen Völkern, und er selbst, ihr Gott, wird ´immer` bei ihnen sein. Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Schmerzen, und es werden keine Angstschreie mehr zu hören sein. Denn was früher war, ist vergangen.«

Ich muss gestehen, dass dies einer meiner „Lieblingstexte“ der Bibel ist. Normalerweise fällt mein Fokus auf die „Wohnung Gottes“ und wie sich das Bild der Wohnung Gottes (Stiftshütte [Zelt] und Tempel) durch die ganze Bibel zieht. Aber heute wurde mein Augenmerk durch einen Kommentar auf etwas anderes gelenkt: das neue Jerusalemauf das „neue Jerusalem“ (wie oben im Bild von Pieter Brueghel dem Älteren, [1563] zu sehen ist). Aber nicht auf das neue Jerusalem im Allgemeinen, sondern als das neue Jerusalem als die Vollendung: die Vollendung der Freude – Gott und Mensch zusammen.

Diese Vollendung ist durch Gott erlangt. Es ist nicht das Handeln des Menschen. Und genau hier hat der Kommentar mir geholfen. Das neue Jerusalem (von Gott gesandt) als Kontrast zum Turm von Babel (von Menschen erschaffen).

Im Alten Testament (1. Mose oder auch „Genesis“ genannt) finden wir die Geschichte des „Turmbaus zu Babel“. Im Kapitel 11 Vers 4 lesen wir: Turmbau zu Babel„Sie sagten: »Ans Werk! Wir bauen uns eine Stadt mit einem Turm, der bis an den Himmel reicht! Dann wird unser Name in aller Welt berühmt.«“ Der Mensch wollte also sich einen eigenen Namen machen (man merke den Kontrast zu der Bitte des Vaterunsers: „Dein Name [Gottes Name] werde geheiligt“) und sich einen Weg in den Himmel bahnen.

Dies kann man mit vielen „religiösen“ Versuchen vergleichen, in denen man versucht sich einen Weg zu Gott zu bahnen. Wir versuchen durch unsere eigenen Werke Gott zu beeindrucken (oder wie in Babel zu verachten). Geheiligt werde Dein Name!Der Schreiber von Genesis lässt sich die Ironie aber nicht nehmen, wenn er im Vers 5 schreibt: „Da kam der Herr vom Himmel herab, um die Stadt und den Turm anzusehen, die sie bauten.“ Gott kommt vom Himmel herab … also ganz so „hoch“ kann der Turm ja dann doch nicht geworden sein.

Nun aber mal die Ironie beiseitegeschoben. Gott kam tatsächlich vom Himmel herab, und zwar in Jesus – Jesus der Menschensohn und Gottessohn. In Jesus versöhnt Gott die Welt mit sich.

»Seht, die Wohnung Gottes ist jetzt bei den Menschen!
Gott wird in ihrer Mitte wohnen; sie werden sein Volk sein – ein Volk aus vielen Völkern, und er selbst, ihr Gott, wird ´immer` bei ihnen sein.
Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Schmerzen, und es werden keine Angstschreie mehr zu hören sein.
Denn was früher war, ist vergangen.«

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Gebet an Paulus!?!

Wie manche von Euch vielleicht schon wissen, nehme ich als Gasthörer an der Universidad Católica de Santa María (UCSM) teil. Ich mache dies aus verschiedenen Gründen. Zu Einem hilft es…

Wie manche von Euch vielleicht schon wissen, nehme ich als Gasthörer an der Universidad Católica de Santa María (UCSM) teil. Ich mache dies aus verschiedenen Gründen. Zu Einem hilft es mir das universitäre Leben in Peru kennen zulernen; zum Anderem kann ich so meine Spanischkenntnisse verbessern. Noch ein Grund ist, dass ich durch den Unterricht Realidad Nacional die Geschichte und Kultur Perus besser verstehe. In dem Programm der Theologie (auf Bachelor-Ebene) kann ich einfach so teilnehmen und die Mitstudenten haben mich prima aufgenommen (in diesem Video könnt ihr auch meine Kommilitonen sehen…ist allerdings auf Spanisch).

Naja, warum ich eigentlich diesen Eintrag schreibe, hat einen anderen Grund. Eine der Ordensschwestern kam nach dem Unterricht auf mich zu und gab mir einen Flyer für Veranstaltungen eines Bücherladens, in dem sie zu arbeiten scheint. Die Veranstaltungen klingen spannend und ich werde bestimmt einmal reinschauen.

Dann drehte ich den Flyer einmal um. Da war ich dann schon etwas schockiert…denn was ich da las, ist meines Eerachtens „etwas“ problematisch:

Grob übersetzt heißt es:

Oh heiliger Apostel Paulus,
unser Vater, Lehrer und Wegweiser,
dir sind wir dankbar und von dir erbitten wir,
dass du in uns die Geistesgabe Gottes wiederbelebst,
dass du uns zur Erkenntnis der Liebe Christi führst
und dass du die Früchte des Geistes fruchtbar machst.

An diesem Gebet sieht man wie weit der Protestantismus vom Römischen Katholizismus entfernt ist. Natürlich muss hier noch hinzugefügt werden, dass der Katholizismus in Lateinamerika ein anderer ist als der, den ich in den USA oder in Deutschland antreffe.

Nun bin ich kein Experte – weder im Katholizismus, noch in der Ikonographie –, jedoch wäre laut dem Neuen Testament solch ein Gebet an Christus oder den Vater gerichtet und nicht an einen der Heiligen … mag es auch der Apostel Paulus sein.

Es widerstrebt mir sehr solche Gebete zu sehen. Jedoch versuche ich auch die Motivation und die Gedanken hierzu zu verstehen. Dafür brauche ich Zeit, Geduld und die richtigen Gesprächspartner.

Oh heiliger Christus Jesus
Weg zum Vater und unser Lehrer,
dir danken wir und erbitten von dir,
dass du die Geistesgaben in uns wiederbelebst,
dass du uns zur Erkenntnis deiner Liebe führst,
und dass wir fruchtbar werden für dich.

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Jüngerklatsch

Thema: Beruf & Geld In diesen kurzen Episoden unterhalten sich zwei Theologen über Jesus, das alltägliche Leben und genießen dabei Kaffee, obwohl sie auf zwei Kontinenten leben. Was könnte spannender…

Thema: Beruf & Geld

In diesen kurzen Episoden unterhalten sich zwei Theologen über Jesus, das alltägliche Leben und genießen dabei Kaffee, obwohl sie auf zwei Kontinenten leben. Was könnte spannender und entspannender sein als sich in regelmäßigen Abständen zum Jüngerklatsch zu treffen? Bist Du dabei?

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Souverän

Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt! (Hiob 1,21) Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die…

Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
(Hiob 1,21)

Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.
(Römer 8,28)

Als ich letztens von dem schweren Unfall in unserer Nähe gehört habe, bei dem zwei Deutsche ums Leben kamen und zehn weitere verletzt wurden, kamen mir Gedanken der Hilflosigkeit.

Was macht man als Tourist, wenn man in so einem schweren Unfall verwickelt ist und evtl. die Landessprache nicht spricht? Wie kommuniziert man mit den Behörden, mit den Ärzten? Von welcher Hoffnung, wenn überhaupt, kann man da noch sprechen? Ich bin froh, dass sich zwei unserer deutschen Missionare auf den Weg gemacht haben, die Leute im Krankenhaus zu besuchen, sie zu trösten, ihnen bei Übersetzungen zu helfen, ihre Angehörigen (die aus Deutschland kamen) in ihr Haus aufzunehmen usw.

So ein Unfall ist eine schwere Tragödie und ich will diese gar nicht erst versuchen vollkommen zu verstehen oder theologisch zu deuten. In diesem Beitrag möchte ich lediglich ein paar Gedanken zu der Losung am 25. April 2018 niederschreiben. Primär zu dem Vers aus Hiob:

Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen;
der Name des HERRN sei gelobt!

Dieser Vers wird auch in modernen Lobpreisliedern gesungen. So heißt es in einer „bridge“ eines Liedes:

English Deutsch Español
You give and take away
God give and take away
My heart will choose to say
Lord, blessed be Your name
Du gibst und nimmst hinweg
Du gibst und nimmst hinweg
Mein Herz ruft aus zu Dir
Dein Name sei gelobt

Tú das y tomas, Dios
Tú das y tomas, Dios
Y yo siempre diré
Bendito eres Señor

Oft frage ich mich, ob wir uns bewusst sind, was wir da eigentlich singen. Den ersten Teil kann ich natürlich theologisch zustimmen. Der Herr des Universums hat selbstverständlich das Recht so zu handeln wie es Seiner Natur entspricht. Ob ich aber jedes Mal „gepriesen sei der Herr“ rufen kann, das kann ich nur schwer singen.

Ähnlich geht es mir bei dem Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen” von Dietrich Bonhoeffer. Dort heißt es in einer Strophe:

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bitter’n
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Bonhoeffer hat es aus der Kraft Gottes so erlebt und gelebt. Ich möchte solche Strophen aber nicht einfach so daher singen (und das am besten noch mit einer Tasse Kaffee in der Hand…). Ich kenne mich und mein Herz und bete oft innerlich bei solchen Liedern, dass Gott mir die Kraft dazu schenken möchte und mein Herz bewahrt.

Zum Schluss noch drei wichtige Aussagen, an denen ich festhalte. Als Theologe und Christ beharre ich an diesen Überzeugungen:

  1. Gott ist gut; Er ist unser Vater und liebt uns
  2. Gott ist souverän; Er hält Alles in Seiner Hand und hat Alles unter Kontrolle
  3. Gott kam zu uns in Jesus Christus und hat am Kreuz gelitten; Er ist kein Gott, der fern des Leidens bleibt
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Kultur

In den letzten paar Wochen habe ich zwei sehr interessante Bücher gelesen und bin gerade an einem dritten. Die ersten beiden sind mehr kultur-anthropologisch und das letzte etwas mehr historisch….

In den letzten paar Wochen habe ich zwei sehr interessante Bücher gelesen und bin gerade an einem dritten. Die ersten beiden sind mehr kultur-anthropologisch und das letzte etwas mehr historisch. Hier möchte ich nur „Snippets“ vorstellen – Dinge, die mich angesprochen haben.

Richard E. Nisbett schreibt in seinem Buch The Geography of Thought: How Asians and Westerners Think Differently…and Why davon wie westliche Menschen (primär aus den USA) und asiatische Menschen verschieden denken. Natürlich kann man nicht von „der asiatischen“ oder „der westlichen“ Denkweise sprechen, jedoch gibt es zwischen den einzelnen Kulturen (z.B. des Westens) große Überlappung, so dass man diese durchaus etwas zusammenfassen kann.

Wie bereits geschrieben kann ich hier nur Highlights nennen. In dem Kapitel „Is the World Made Up of Nouns or Verbs? Categories and Rules vs. Relationships and Similarities“ schreibt Nisbett (S. 144):

Explicit modeling or rule-making seems to be less characteristic of the causal explanations of East Asians than of Westerners. If Asians are less likely to use rules to understand the world, and less likely to make use of categories, they might find it particularly hard to learn categories by applying explicit rules to objects.

Es geht im gesamten mehr um Beziehungen, die ihren Ausdruck in Verben finden, und nicht um Kategorien, welche durch Nomen beschrieben werden. Dies hat selbstverständlich Implikationen wie man Theologie erlernt und welche Ansätze man hier benutzt. Die westliche Theologie (und besonders die der Dogmatik) benutzt durchweg Kategorien wohingegen die Beziehung der biblischen Theologie als Gesamtes betrachtet werden kann. Meine Frage hierzu ist, ob Peruaner mehr dem westlichen oder dem asiatischen Denken näherstehen. Diese gilt zu beobachten und auf die Art und Weise des Unterrichtens anzuwenden.

Was mir besonders gut an dem Buch gefällt, ist, dass der Autor in keinerlei Weise dahin verfällt „Alles“ aus dem Westen anzuschwärzen und „Alles“ aus Asien zu verherrlichen. In seinen letzten Kapiteln zeigt er durchaus die Vorteile des westlichen Denkens auf, aber natürlich auch die des gesamtheitlichen Denkens Asiens. Wiederum stelle ich fest, dass eine internationale Fakultät mehr als eine Bereicherung für die Studenten, die Lehrkräfte selbst und für die Kultur sein können.

Ein weiteres Buch ist Ministering in Honor-Shame Cultures: Biblical Foundations and Practical Essentials von Jayson George und Mark. D. Baker. In diesem Buch gibt es viele Aspekte, die mich sehr angesprochen haben. Am besten lest ihr das Buch nochmals selber. Aber hier ein paar Eindrücke mit ein paar sehr hilfreichen Tabellen.

Der erste Teil handelt primär von Kulturantrhopologie und gibt große Umrisse der Schamkulturen (Honor-Shame) und der Schuldkulturen (Guilt- Innocence). Es gibt zwar keine reine Schuldkultur und auch keine reinen Schamkulturen, sondern lediglich Kulturen, in denen eines der beiden überwiegt.

Die folgende Tabelle (s. 38) zeigt diese groben Konturen auf:

 

Guilt-Based Cultural Behavior Shame-Based Cultural Behavior
Cultural Context Individualistic, Western Corporate, Majority World
Definition of Normal Rules and laws Expectations and ideals
Guide for Behavior Introspective conscience Public community
Result of Violations guilt Shame
Core Problem “I made a mistake” (action) “I am a mistake” (being)
Affected Party The transgressor The group
Violator’s Response Justify, confess or apologize Hide, flee or cover
Society’s Response Punish to serve justice Exclude to remove shame
Means and Resolution forgiveness Restoration

Und diese Tabelle (S. 60) wie verschiede kulturelle Aspekte von der jeweilig anderen Kultur aufgenommen werden:

Arena of Life Honor-Shame Cultures G-I Assessment of H-S Cultures Guilt-Innocence Cultures H-S Assessment of G-I Cultures
Money Patronage Corrupt, dependent Independence, capitalism Stingy, ungenerous
Communication Indirectness Lying, deceptive Direct, explicit Inconsiderate, crass
Time Event Lazy, tardy Task, efficiency Arrogant, unkind
Hygiene Purity Ritualistic, pharisaical Science, secularism Defiled, unclean
Food Hospitality Obligatory, ostentatious Convenience, functionality Isolated, neglectful
Behavior Social roles Unequal, oppressive Egalitarian, equality Disrespectful, presumptuous

Jetzt noch kurz zwei weitere Aspekte. Im Juni 2016 habe ich einen Vortrag zum Thema „Rettet der Glaube allein`“ gehalten. In diesem Vortrag geht es mir primär um die Verkürzung des Evangeliums und wie wir Glaube (und auch Gnade) verstehen. Oftmals wird das Evangelium mit der Vergebung der Sünde gleichgesetzt. Dies ist aber nicht mit dem biblischen Verständnis vereinbar. Ja, Vergebung unserer Sünden ist ein Teil, eine Auswirkung des Evangeliums, doch das Evangeliums selbst ist viel mehr (dazu demnächst dann nochmal mehr).

Diese Tabelle (S. 181) zeigt die zwei verschiedenen Verständnisse der Erlösung auf:

Process of Salvation

Guilt Based Shame Based

Problem
of Sin

Transgression

People have broken God’s law
through a particular action

Unfaithfulness

People have broken the relationship
with God by being disloyal

Dilemma
of Humans

Guilt

Our moral violations
merit punishment

Shame

Our disgrace
merits banishment

Solution
of Jesus
Restitution

Jesus satisfies the legal
requirements of justice by
enduring retribution for us

Restoration

Jesus bears shame to reconcile
the relationship by repairing honor

Response
of Faith

Confession

People must acknowledge
their wrongdoing

Allegiance

People must be loyal
to honoring God

Result
of Salvation
Forgiveness

God pardons wrongdoings and declares lawbreakers to be innocent

Honor

God makes outcasts his children
and exalts people to eternal glory

Das sind zwei sehr unterschiedliche Ansätze. Beide haben ihre Stärken. Doch ich denke, dass vor allem unsere Antwort des Glaubens (Response of Faith) besser mit Loyalität beschrieben werden sollte.

Der letzte Aspekt aus dem Buch, den ich hier nennen möchte, ist wie Gemeinschaft, vor allem christliche Gemeinschaft, verstanden und auch gelebt wird. Georges und Baker (von Paul Hiebert herkommend) beschrieben zwei Arten der Gemeinschaft:

  • Bounded Group
  • Cenetered Group

Im Gegensatz zur „bounded group“ setzt die „centered group” einen Schwerpunkt auf den Mittelpunkt der Gemeinschaft und orientiert sich zu diesem Zentrum (Christus!) hin. Zwar gibt es auch Abgrenzungen (boundaries) zu anderen Leuten, diese werden aber weniger von diesen boundaries als von der Beziehung zur Mitte hergesehen. Dies hat Implikationen in der Debatte von „believe-belong“ oder der „belong-believe“ Orientierung. Im Sinne der Evangelisation und der Gemeindegründungsarbeit stellen die Autoren dies so da (s. 185):

Western ministry model Evangelism -> Discipleship -> Community
Majority World model Community -> Discipleship -> Evangelism

Ich habe hierzu noch keine konkrete Antwort und bin für Gespräche mehr als offen. Das folgende Zitat (S. 235) spricht jedoch gute Gedanken aus:

The origin of shame is exclusion, rejection and isolation—a disunion with community, both divine and human. Therefore, the solution for shame is not simply the theological idea of honor, but the realization of honor through genuine community.

Das letzte Buch möchte ich noch nicht vorstellen (da ich es auch noch nicht ganz gelesen habe), sondern nur Werbung hierfür betreiben für alle, die es interessiert:

Literaturhinweis:

  1. Georges, Jayson, and Mark D. Baker. Ministering in Honor-Shame Cultures: Biblical Foundations and Practical Essentials. Downers Grove, IL: IVP Academic, 2016.
  2. González, Justo L., and Ondina E. González. Christianity in Latin America: A History. Cambridge ; New York: Cambridge University Press, 2007.
  3. Nisbett, Richard E. The Geography of Thought: How Asians and Westerners Think Differently…and Why. New York: Free Press, 2004.
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