Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Kategorie: Theol.Eck

Chalhuanca

Wieder ein Anruf aus dem Hochland. Als ich den Anruf erhielt waren es noch drei Wochen bis zu dem nächsten Workshop von unserer theologischen Ausbildung vor Ort. Am Telefon war…

Wieder ein Anruf aus dem Hochland. Als ich den Anruf erhielt waren es noch drei Wochen bis zu dem nächsten Workshop von unserer theologischen Ausbildung vor Ort. Am Telefon war hermano director René. Er musste irgendwo in den Bergen sein, denn der Empfang war sehr schlecht und ich konnte nicht alles verstehen, was er mir kommunizieren wollte.

Normalerweise ist René von Januar bis März auf dem „Bauernhof“ (estancia), um sich um die Tiere (vor allem Alpaka) seiner Familie zu kümmern. Er und seine Brüder wechseln sich ab, um so die estancia und die Tiere zu erhalten und zu pflegen. Dieses Jahr ist René allerdings schon seit knapp sechs Monaten oben im Hochland. Seiner Frau geht es gesundheitlich nicht gut und wir bitten um Gebet für Weisheit und Heilung.

Das Einzige, das ich am Telefon verstand, war, dass ich eine hermana in Imata (kleines Örtchen auf dem Weg) abholen solle. Sie würde mir dann den Weg nach Chalhuanca zeigen, wo wir uns mit unseren Studenten treffen würden. Die Region hat nur wenige Studenten. Kürzlich kamen vier junge Studenten hinzu, so dass wir nun fünf Studenten dort zählen konnten.

Leider waren zwei der Studenten recht krank. Einer hatte Lungenentzündung, wenn ich es richtig verstanden habe. Somit waren es dann noch drei Studenten und sonstige Geschwister, die bei solch einem Treffen der Gemeinde auch dabei sind.

Bereits um 16:30 Uhr neigt sich die Sonne hinter den Bergen, so dass es schon früh brutal kalt wird. Der abendliche Gottesdienst endet jedoch immer so gegen 21:00-22:00 Uhr. Man kommt also aus dem frierenden Gemeindehaus und legt sich dann in seinen eiskalten Schlafsack. Es dauert mind. 30 min bis der Körper wieder einigermaßen warm wird. So habe ich das Wochenende mit Kopfschmerzen, Magenprobleme (mit dem Essen in den Dörfern des Hochlandes kämpfe ich jedes Mal…) und auch ein wenig Fieber verbracht.

Es ist aber immer wieder schön die Freude und Zuneigung unserer Geschwister des Hochlandes zu Jesus unserem Herrn zu sehen. Es wird sich viel ausgetauscht und auch das Lachen und Scherzen fehlt nicht. Im Gebet sind sie zu Hause. Bis zum nächsten Mal … Chalhuanca.

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Theologie des 3. Johannesbriefes

Vor einiger Zeit berichtete ich Euch von meiner Begegnung via Facebook mit einem Professor aus Mexiko und einem Buchprojekt, an dem ich teilnehmen durfte. [Leider haben die Hälfte der anderen…

Vor einiger Zeit berichtete ich Euch von meiner Begegnung via Facebook mit einem Professor aus Mexiko und einem Buchprojekt, an dem ich teilnehmen durfte. [Leider haben die Hälfte der anderen Autoren noch nicht ihre Kapitel eingereicht, so dass die Veröffentlichung sich noch etwas hinziehen dürfte…]

Heute möchte ich Euch eine Art Zusammenfassung der Theologie des 3. Johannesbriefes geben. Dieser Brief ist der kürzeste des Neuen Testamentes und man findet auf Anhieb nicht viel was man als „theologisch“ bezeichnen könnte. Bei näherem Hinschauen jedoch, bietet dieser Brief doch so Einiges.

Nach mehrerem Durchlesen (dies ist immer eine gute Methode im Bibelstudium) kamen einige Themen zum Vorschein bzw. stellten sich in den Vordergrund. Zum Beispiel sehen wir, dass in diesem kurzen Brief siebenmal (7x) das Wort „Wahrheit“ (alētheia/ἀλήθεια) in verschiedenen Formen vorkommt. Auch das Wort „Liebe“ (agapē/ἀγάπη) kommt in verschiedenen Formen ganze sechsmal (6x) vor. Wahrheit und Liebe bilden hier das Fundament der christlichen Theologie.

„Wahrheit“ kann sich im Allgemeinen auf die christliche Botschaft (das Evangelium) beziehen. Jedoch gilt zu beobachten, dass Gaius in der Wahrheit wandelt (d.h., der Wahrheit gemäß leben; V. 3),  dass der Älteste Freude daran hat, wenn seine „Kinder in der Wahrheit wandeln“ (V. 4) und, dass man „Mitarbeiter der Wahrheit“ (V. 8) sein kann. Es ist also primär „Wahrheit in Aktion“. Wie „wandelt“ man aber nun in der Wahrheit? In der Liebe. „Liebe“ im neutestamentlichem Sinne ist keine Gefühlsduselei, sondern nimmt konkrete Aktionen zum Guten des anderen an. Die reinste Form der Liebe ist die Liebe Gottes, die sich darin ausdrückt, dass Er Seinen einzigen Sohn zu uns schickte, um als Opfer für uns zu sterben und dass wir durch ihn wahres Leben haben (siehe z.B. 1. Joh 4,9-10; Röm 5,8-11). Dass wir einander lieben sollen – und zwar lieben in diesem biblischen Sinne – ist auch im Evangelium nach Johannes bekannt (13,34; 15,12.17).

Im 3. Johannesbrief haben wir dann ein positives Beispiel (Gaius; Vs. 1-8) und ein Negativbeispiel (Diotrephes; Vs. 9-10). In der Wahrheit und in Liebe zu leben, bedeutet im Einklang des Geglaubten und des täglichen Lebens zu sein (practice what you preach; walk the talk…). Im 3. Johannes drückt sich das vor allem in Gastfreundschaft und der Unterstützung von Missionaren aus.

Da ich hier nicht alles wiedergeben kann (hoffentlich kann man es dann bald im Buch nachlesen; auch wenn es natürlich auf Spanisch ist…), möchte ich noch weitere Themen nennen, über die Ihr dann im eigenen Nach- und Durchlesen dieses kurzen Briefes nachdenken könnt:

Leiterschaft

Seele und Körper

Dienst der Präsenz

In einer so komplexen Welt wie heute fordert uns dieser Brief von Johannes auf, einen Moment innezuhalten. Er fordert auf, uns auf das zu konzentrieren, was wichtig ist – in Liebe und Wahrheit zu leben. Diese beiden Merkmale des christlichen Glaubens bedürfen der Ausgewogenheit. Manchmal ist es einfach, ohne Liebe die Wahrheit zu sagen. Andere Male sagen wir nicht die Wahrheit und denken, dass es freundlicher (liebevoller) wäre. In Wahrheit und in Liebe zu leben bedeutet auf die Kraft und Weisung des Heiligen Geistes zu vertrauen und uns von Gott leiten zu lassen – von Moment zu Moment.

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Challuta

Schon beim Herausfahren aus der Stadt, sah ich dicke Wolken in den Anden. Mein Beifahrer hermano Roberto meinte, diese würden sich bei Imata (einem Ort, durch den wir fahren würden)…

Schon beim Herausfahren aus der Stadt, sah ich dicke Wolken in den Anden. Mein Beifahrer hermano Roberto meinte, diese würden sich bei Imata (einem Ort, durch den wir fahren würden) auflösen….

… in Imata angekommen, hat es dann geregnet und kurze Zeit darauf geschneit…

Nach ca. 3-4 Stunden Fahrt kamen wir dann in Condoroma an, wo wir unseren geliebten hermano director René mitnahmen. Er kam von seinem „Hof“ (estancia) auf seinem Motorrad dorthin … bei Regen und Schnee.

Von dort aus waren es nur noch 1-2 Stunden bis Challuta. Nach dem wir die befestigten Straßen verlassen hatten und einige Zeit auf dem „Landweg“ unterwegs waren (vorsichtig wegen Schlaglöchern etc.), sahen wir zahlreiche Lastwagen, die nicht weiterfuhren. Keine Ahnung wie viele es genau waren, aber es waren weit über 50.

Also stellten wir uns kurz hinten an, um zu erfahren was los sei und ob wir vorbeikönnten. Wir erfuhren, dass eine Brücke repariert wird. Jeden Tag verbringen die Lkw-Fahrer Stunden vor der Sperre bevor sie weiterkönnen.

Gott sei Dank, konnten wir aber an den Lkws vorbei und kurz vor den Brückenreparaturen links ab, um nach Challuta zu kommen. So langsam wurde es schon dunkel und ich war erleichtert, dass von hier aus Challuta schon zu sehen war. Dort angekommen, wurden wir bereits begrüßt und mit dem typischen Süppchen zum Abendessen eingeladen.

Leider hat das Essen in meinem Körper nicht nur Gutes angerichtet, so dass ich wieder mit Magenproblemen und Übelkeit während unserem taller zu kämpfen hatte (taller ist die Zusammenkunft der Studenten in der theologischen Ausbildung). Dazu kamen dann auch noch Kopfschmerzen (in der Nacht) und Herzrasen. Das Herzrasen und auch die Kopfschmerzen haben etwas mit der Höhe zu tun. Diesmal waren wir auf knapp 4.500 m.

Am Samstag haben wir dann einige administrative Dinge klären können und ich hatte das Privileg vier neue Studenten in das Programm von ETE (Educación Teológica por Extensión; theologische Ausbildung vor Ort) einführen zu können. Dies ist immer etwas Besonderes. Man spürt eigentlich immer, dass ein Hunger nach dem Wort Gottes da ist. Unsere Geschwister im Hochland möchten die Bibel und unseren Glauben näher verstehen. Um nicht in die Stadt ziehen zu müssen, um dort ein Seminar zu besuchen, gibt es ETE. Der schulische Werdegang im Hochland ist sehr verschieden, so dass es manchen sehr schwerfällt zu lesen und „einfache“ Fragen zum Text zu beantworten. Deswegen treffen sich einige Studenten jede Woche mit einem Tutor um das Material zu besprechen.

Am Sonntagmorgen um 7 Uhr, nach der Morgenandacht, fragte mich René, ob ich im Gottesdienst um 9 Uhr predigen könne. Da so etwas öfters vorkommt, habe ich immer 2-3 Predigten dabei.

Sonntags habe ich ganz auf das Essen verzichtet (ich hatte noch ein paar Brötchen im Auto) und wir sind so gegen 13 Uhr über Condoroma (um hermano René und sein Motorrad wieder zu vereinen) nach Arequipa zurückgefahren. Es ist immer wieder schön zurück bei der Familie zu sein.

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Callalli

Nach etlichen Monaten bekam ich erneut einen Anruf vom Direktor der ETE-Arbeit (theol. Ausbildung vor Ort). Die Stimme von hermano René war nicht leicht zu verstehen, da er noch immer…

Nach etlichen Monaten bekam ich erneut einen Anruf vom Direktor der ETE-Arbeit (theol. Ausbildung vor Ort). Die Stimme von hermano René war nicht leicht zu verstehen, da er noch immer im Hochland und der Empfang nicht immer besonders gut dort ist. Hermano René lebt normalerweise in der Stadt (Arequipa), passt jedoch von Januar bis März/April auf die enstancia (Ort Bauernhof mit Alpaka etc.) seiner Familie auf und lebt deshalb in dieser Zeit dort. Leider geht es seiner Frau gesundheitlich nicht so gut. Gerne dürft ihr für sie beten.

Dieses Mal ging unsere Hochlandreise nach Callalli. Ich fuhr dort von Arequipa allein hin. Na ja fast. Bis nach Chivay (ca. drei Stunden von der Stadt entfernt), der ersten größeren Ortschaft im Colca-Tal, fuhr ich allein. Dort hatte ich mich mit dem Koordinator der Arbeit vor Ort verabredet. Ich sagte ihm zuvor, dass ich so gegen 15-16 Uhr in Chivay eintreffen würde. Da es kaum Verkehr auf der Straße gab, kam ich bereits kurz nach 15 Uhr an. Also rief ich den Koordinator an und sagte ihm, dass ich nun da sei. Er meinte, er könne mich so um 16 Uhr treffen … um 17 Uhr sind wir dann endlich weiter nach Callalli gefahren (was zum Glück nur 40 Minuten von Chivay entfernt liegt).

Auf dem Weg hinunter ins Colca-Tal sah ich einen Reisebus, der einen großen Unfall hatte. Personen waren dort keine mehr. Am nächsten Tag erfuhr ich dann von Dany, dass es wieder zu einem heftigen Unfall kam und drei Deutsche darunter waren. Bei einer jungen Frau musste ein Arm amputiert werden, ihr Freund war mehrere Tage unter Schock. Eine weitere junge Frau liegt in einem anderen Krankenhaus. Dany hatte sie besucht und leider muss man wieder die Inkompetenz dieses Krankenhauses und deren Ärzte bestätigen. Der Arzt, der diese Frau behandelte, meinte es sei alles soweit „in Ordnung“. Die junge Frau schickte aber die Röntgenaufnahmen nach Deutschland, dort wurde ihr bestätigt, dass zwei Wirbel ihrer Wirbelsäule beschädigt bzw. gebrochen sind. Diese Woche werden alle drei zurück nach Deutschland geflogen werden.

Es trifft einen ziemlich solche Geschichten mitzubekommen. Vieles könnte verhindert werden…

Nun aber zurück nach Callalli. Wie gewöhnlich war das Treffen von Freitagabend bis Sonntag nach dem Gottesdienst geplant. Jedoch kamen nicht allzu viele Studenten zu diesem Treffen. Trotzdem hatten wie eine gute Gemeinschaft und konnten uns im offenen Forum über theologische Fragestellungen austauschen (unter anderem was Ehe bedeutet und ob zivile oder kirchliche Eheschließung letztendlich „zählt“).

Gesundheitlich ging es mir dieses Mal wesentlich besser und so hatte ich nur mit recht „milden“ Kopfschmerzen zu kämpfen. Samstagmorgen hatte ich zwei Stunden Zeit, so dass ich eine Predigt für den Sonntag zu Johannes 9 vorbereiten konnte.

Nach raschen vier Stunden Autofahrt war ich Sonntagabend wieder bei der Familie und habe erst einmal eine heiße Dusche genossen.

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Cristología (ISTA)

Vom 18. bis zum 22. März habe ich am Instituto Superior de Teología Arequipa (ISTA) einen Intensivkurs (knapp fünf Stunden pro Tag; Montag bis Freitag) zur Christologie gehalten. Christologie ist…

Vom 18. bis zum 22. März habe ich am Instituto Superior de Teología Arequipa (ISTA) einen Intensivkurs (knapp fünf Stunden pro Tag; Montag bis Freitag) zur Christologie gehalten. Christologie ist die Lehre von Christus – Messias. Eine der fundamentalen Fragen des Kurses ist „Wer ist dieser Jesus?“ (u.a. behandeln die Evangelien diese Fragen; wobei sich Johannes auf die Frage „Wer ist der Messias?“ zu stützen scheint).

Wer ist dieser Jesus?Für mich war es eine wunderbare, aber auch sehr herausfordernde Erfahrung. Zum einen besuchten 26 Studenten den Unterricht (normalerweise nehmen am Institut rund 15 Studenten pro Kurs teil) und zum anderen sind meine sprachlichen Fähigkeiten noch nicht so ausgeprägt, dass ich mit Einfachheit komplexe Ideen (oder auch einfache…) auf verschiedene Art und Weise darstellen kann. Meine Herausforderungen bei der Lehrtätigkeit bestehen aus (1) Sprache, (2) Andragogik und (3) Kontextualisierung. Ad (1): nach nun 1.5 Jahren bin ich noch in der Anfangsphase meines Sprachstudiums; dies macht das Lehren etwas zäh, da ich mich nicht immer so ausdrücken kann wie ich es möchte. Ad (2) das Erziehungssystem ist in Peru zwar im Umbruch doch recht von Frontalunterricht geprägt. In meinen Einheiten baue ich jedoch viel Gruppenarbeiten etc. ein. Dies scheint sehr gut anzukommen und bestätigt mein Verständnis der Andragogik. Jedoch merkt man auch, dass Vieles kopiert wird (also was wortwörtlich auf der PowerPoint zu sehen ist) und das exakte Wiederholen von Antworten gewünscht ist. Das kritische und freie Denken ist hier nicht immer „angebracht“. Ad (3) Was bedeutet Christologie im Kontext Perus? Soll die klassische Struktur der systematischen Theologie übernommen werden? Wie sähe hier eine konkrete Kontextualisierung aus? Dies sind Fragen bzw. Schwierigkeiten, mit denen ich mich momentan beschäftige.

Mir hat die Woche aber auch sehr viel Freude bereitet, da ich mit manchen Studenten näher ins Gespräch kam und sich auch engere Kontakte zu bilden scheinen. Das freut mich wirklich sehr und ich bin gespannt, was Gott noch alles daraus machen wird.

Übrigens wurde ich auch von unserer Gemeinde angefragt, ob ich einen Kurs in Christologie anbieten könne. Dieser „läuft“ nun schon seit knapp vier Wochen.

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3. Johannesbrief

Im letzten Eintrag erzählte ich von meinem Treffen mit Cipriano. Heute erzähle ich Euch was mir widerfahren ist nachdem ich das Bild mit ihm und mir bei Facebook veröffentlicht habe….

Im letzten Eintrag erzählte ich von meinem Treffen mit Cipriano. Heute erzähle ich Euch was mir widerfahren ist nachdem ich das Bild mit ihm und mir bei Facebook veröffentlicht habe.

Kurze Zeit nach der Veröffentlichung schrieb mich eine Person via messenger an und wollte mehr über mich erfahren. Nach etlichem hin und her, habe ich dann herausbekommen, dass er Cipriano kennt; dass er auch Professor (im eng./span. Sinne) für biblische Wissenschaften ist; dass er mit einer Buchverlag arbeitet; und dass er gerade an mehreren Projekten arbeitet. Eines dieser Projekte ist ein Buch zur Theologie jedes Buches des Neuen Testamentes (Teología del Nuevo Testamento: Reflexiones teológicas de cada libro bíblico).

Nach wieder etwas Längeren hin und her, fragte er mich, ob ich bereit wäre ein Kapitel für dieses Buch zu schreiben. Erst ging es um den 1. Petrusbrief. Dies war mir zeitlich gesehen aber zu viel Aufwand, da ich noch den Unterricht zur Christologie am Vorbereiten war. Dann ging es um den 3. Johannesbrief. Erst sagte ich „Nein“, da ich dachte es zeitlich einfach nicht zu schaffen. Als ich mich aber dann ins Bett legte und betete, konnte ich nicht mehr schlafen. Also lief ich zurück zum Computer und gab ihm meine Zusage.

Ich forschte und schrieb nun ein Kapitel (3000-3300 Wörter Vorgabe) zur Theologie des 3. Johannesbriefes – keine allzu leichte Aufgabe, da man nicht allzu viel Theologie in diesem Brief zu finden glaubt. Hierzu mehr im nächsten Eintrag…

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Hausbau … oder so

Neulich hatte ich wieder das Privileg mich mit dem Kirchenhistoriker Cipriano Quispe (vom Seminario Teológico de la Iglesia Evangélica Peruana; STIEP) zu treffen. Er war gearde in Arequipa und hatte…

Neulich hatte ich wieder das Privileg mich mit dem Kirchenhistoriker Cipriano Quispe (vom Seminario Teológico de la Iglesia Evangélica Peruana; STIEP) zu treffen. Er war gearde in Arequipa und hatte mich gefragt, ob wir uns treffen wollten. Es war eine sehr schöne Zeit und wir konnten uns viel über peruanische Kultur, den Status theologischer Ausbildung, soziale Probleme etc. austauschen. Er ist mir ein guter Freund geworden und wir sind oftmals im Kontakt. Etwas was mich prägt ist einer seiner Fragen an mich und seine Erklärung hierzu, die ich gerne mit Euch teilen möchte.

Cipriano: Benni, in Deutschland, wenn Du ein Haus baust, wann ziehst Du ein?

Ich: Wenn das Haus komplett fertig ist.

Cipriano: Siehst Du, genau das ist ein großer Unterschied zwischen unseren Kulturen. Wir ziehen schon während der Bauphase ein. Und so leben wir auch in anderen Aspekten z.B. im chr. Dienst. Ihr Deutschen überlegt erst einmal eine lange Zeit, plant, wägt Eventualitäten ab und erst dann fangt ihr an. Wir überlegen oftmals erst genauer nachdem wir bereits angefangen haben etwas anzugehen.

Ich: Und beides hat seine Vor- und Nachteile

Beide: [Lachen]

Dies also ist ein kleiner Einblick in mein „informelles Kulturstudium“ und mein Arbeits- und Privatleben.

 

Beim nächsten Eintrag erzähle ich dann was mir durch das Foto mit ihm auf Facebook widerfahren ist …

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Über den Wolken…

…jaja „über den Engeln“. In dem letzten Blogeintrag zum Hebräerbrief  haben wir uns die ersten vier Verse etwas näher angeschaut. Heute betrachten wir wie der Verfasser seine Argumente weiter ausführt…

…jaja „über den Engeln“.

In dem letzten Blogeintrag zum Hebräerbrief  haben wir uns die ersten vier Verse etwas näher angeschaut. Heute betrachten wir wie der Verfasser seine Argumente weiter ausführt und die Überlegenheit des Sohnes über die Engel (bereits in Vers 4 angesprochen) vertieft.

In seinem Kommentar (S.22) zeigt William L. Lane interessante Querverbindungen zwischen 1,1-4 und 1,5-13 auf:

A. Ernennung zum königlichen Erben (2b) A.’ Ernennung zum königlichen Sohn und Erben (5-9)
B. Vermittler der Schöpfung (2c) B.’ Vermittler der Schöpfung (10)
C. Ewiges Sein und präexistenter Ruhm (3) C.’ Unveränderliches, ewiges Sein (11-12)
D. Erhöhung zur rechten Hand Gottes (3) D.’ Erhöhung zur rechten Hand Gottes (13)

Der Fokus der Verse 5-13 liegt wie bereits angeklungen auf Überlegenheit oder die Vorherrschaft des Sohnes über die Engel. In dieser Passage gibt es drei Zitatenpaare (hier lehne ich mich an Guthrie S. 67 an):

  1. Psalm 2,7 und 2. Samuel 7,14: Der Sohn ist deshalb überlegen, da er eine einzigartige Beziehung zum Vater hat
  2. Psalm 97,7 und 104,4: Die Engel haben eine durchaus positive, aber geringere Stellung und Dienst
  3. 45,7-8 und 102,26-28: Die Ewigkeit des Sohnes und seine unveränderliche Natur (Sein) werden hervorgehoben

Zum Schluss wird dann noch aus dem messianischem Psalm 110 zitiert: „Die Inthronisation des Sohnes als Messias, Gottes gesalbter König, steht im Mittelpunkt. Das kulminierende Zitat von Psalm 110,1 in Vers 13 ist als Zusammenfassung dieser Kette von Texten des Alten Testaments am besten geeignet“ (so Guthrie S. 67)

Setz dich zu meiner Rechten hin, bis ich deine Feinde zum Schemel für dich mache, auf den du deine Füße stellst (Psalm 110,1)

Um die Vorheranstellung des Sohnes über die Engel deutlich zu machen (vor allem in seinem offenbarenden Charakter) befasst sich der Verfasser des Hebräerbriefes mit Vergleichsargumenten.

Das Wort, welches die ersten beiden Zitate zusammenfügt, ist „Sohn“. Bei der Taufe Jesu hören wir eine himmlische Stimme sagen: „Das ist mein geliebter Sohn. An ihm habe ich Wohlgefallen!“ (Matthäus 3,17). Dies klingt an Psalm 2,7 an. Dieser Psalm wurde unter den ersten Jesusnachfolgern messianisch (also auf den Messias/Christus hin) gedeutet. Wir sehen z.B. in der Apostelgeschichte 13,33-34 wie dieser Psalm auf die Auferstehung und Inthronisation Jesu angewendet wird. Es geht hier also nicht um eine Art Schöpfung des Sohnes durch den Vater, sondern um die feierliche Amtseinführung des Sohnes nach der Auferstehung von den Toten.

In Vers 6 klingt dann auch schon gleich die Wiederkunft Jesu an, in dem alle seine Feinde besiegt werden. Der „Erstgeborene“ heißt so viel wie der Voranstehende, der mit der größten Ehre verdienende.

Die Engel sind Diener (Vers 7; Diener auch den Gläubigen gegenüber Vers 14), wobei der Sohn als Herrscher mit einem Zepter in der Hand dargestellt wird.

In den Versen 10-12 wiederholen sich quasi die Verse 2-3. Der bereits existierende Sohn war der Agent der Schöpfung sowie er auch der „Erstgeborene“ der „neuen Schöpfung“ ist. Der Anfang dieses Zitats befasst sich mit dem Schöpfungsakt, während der zweite Teil sich auf die letzten Tage konzentriert. Im Gegensatz zur Schöpfung unterliegt der Sohn keiner Veränderung – was die Aussage in Hebräer 13,8 antizipiert: „Jesus Christus ist gestern und heute und für immer gleich.“

Vers 13 bildet dann den Höhepunkt. Dies ist das siebte (!) und letzte Zitat. Es bringt uns zurück zu Vers 5, wo der Autor über Psalm 2,7 die Inthronisierung des messianischen Königs, des Sohnes, ausgesprochen hat (vgl. O’Brien, 77). Das Zitat von Psalm 110 hat gegenwärtige und zukünftige Bedeutung. Jesus sitzt bereits als Herrscher der Schöpfung, welches seine endgültige Vollendung erwartet, wenn seine Herrschaft die Erde füllen wird.

Diese sieben Zitate aus dem Alten Testament geben Anlass, die Überlegenheit des Sohnes gegenüber den Engeln zu sehen. Dies führt dann den Autor zu seiner ersten Ermahnung der Leser (2,1-4) – ein Thema, das wir nächstes Mal behandeln werden.

 

Bibliographie:

Bruce, F. F. The Epistle to the Hebrews. New International Commentary on the New Testament. Grand Rapids: Eerdmans, 1990.

Guthrie, George H. Hebrews in the NIV Application Commentary. Grand Rapids: Zondervan,  1998.

Lane, William L. Hebrews. 1-8. Word Biblical Commentary, v. 47A. Dallas, Tex: Word Books, 1991.

O’Brien, Peter T. The Letter to the Hebrews. Grand Rapids: Eerdmans; 2010.

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