Vom 04. bis zum 06. Mai war ich wieder im Hochland Arequipas unterwegs. Diesmal war ich alleine – naja nicht ganz. René, der Leiter der theologischen Ausbildung vor Ort war natürlich auch mit dabei. Alleine aber in dem Sinne, dass Markus diesmal nicht dabei war.

Das war schon etwas aufregender. Denn diesmal musste ich konstant aufpassen, falls zwischen dem ganzen Quechua eine Frage an mich auf Spanisch gestellt werden sollte – war hier und da auch geschah. Es ist jedoch ziemlich anstrengend die ganze Zeit voll aufmerksam dabei zu sein, wenn man weiß, dass gerade kein Spanisch gesprochen wird und man eh nichts versteht.

Da Markus diesmal nicht mit konnte, waren wir auf den normalen Busverkehr angewiesen. Das hat sehr gut geklappt und nach ca. 3,5h sind wir auch in Chaclaya (im Distrikt San Juan de Tarucani) angekommen. Chaclaya ist ein kleiner Ort mit evtl. 150-200 Einwohnern. Die meisten sind jedoch unterwegs – meistens in der Stadt Arequipa – um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Auch viele der Jugendlichen sind in die Stadt gezogen, um dort zu studieren oder zu arbeiten.

René und ich waren bei einer Witwe untergebracht, die auf ihrem kleinen Grundstück zwei „Zementhütten“ hat. So nach und nach trafen dann auch die Studenten ein. Da es aber in der Gegend noch eine andere Veranstaltung gab und eine Hochzeit in Arequipa anstand, kamen insgesamt so um die 5 Studenten.

Zum Frühstück, Mittag- und Abendessen gab es jeweils eine ordentliche Portion Reis mit Kartoffeln und ein wenig Alpakafleisch. Diese ausgewogene Mahlzeit hat mir dann am Samstag sehr auf den Magen geschlagen, so dass das Plumpsklo zu einem Ort der ständigen Erleichterung wurde. Etwas fiebrig habe ich mich dann samstags etwas früher ins Bett gelegt.

Die meisten Menschen in Chaclaya haben Alpakas. Auch unsere Gastgeberin hatte mehrere Alpakas, auf die sie aufpasste. Am Samstagmorgen wurde dann vor dem Frühstück ein Alpaka geschlachtet um uns zu versorgen und dann Fell zu verkaufen.

Insgesamt war es eine sehr gute Reise und ich konnte René (der ein sehr gutes Spanisch spricht) etwas besser kennenlernen. Obwohl man nicht wirklich viel „macht“, merkt man, dass die meisten sehr dankbar sind, dass ein Missionar anwesend ist. Dies gibt ihnen und ihrer Arbeit Wertschätzung. Dies ist etwas, was ich einen „Dienst der Präsenz“ nenne.

René hat jedoch noch weitere Vorstellungen wie man Unterrichtseinheiten oder ähnliches in dieser Zeit einführen kann. Da die theologische Ausbildung vor Ort auf Büchern, wöchentliches Treffen der Studenten mit Mentoren und Examen basiert, ist unsere Arbeit an den Wochenenden (2x im Jahr in einem Distrikt) eher administrativ und auch manchmal seelsorgerlich.

 

Ich bin sehr gespannt wie diese Arbeit in Zukunft für mich aussehen mag und was Gott noch so alles mit uns vorhat!