Wieder ein Anruf aus dem Hochland. Als ich den Anruf erhielt waren es noch drei Wochen bis zu dem nächsten Workshop von unserer theologischen Ausbildung vor Ort. Am Telefon war hermano director René. Er musste irgendwo in den Bergen sein, denn der Empfang war sehr schlecht und ich konnte nicht alles verstehen, was er mir kommunizieren wollte.

Normalerweise ist René von Januar bis März auf dem „Bauernhof“ (estancia), um sich um die Tiere (vor allem Alpaka) seiner Familie zu kümmern. Er und seine Brüder wechseln sich ab, um so die estancia und die Tiere zu erhalten und zu pflegen. Dieses Jahr ist René allerdings schon seit knapp sechs Monaten oben im Hochland. Seiner Frau geht es gesundheitlich nicht gut und wir bitten um Gebet für Weisheit und Heilung.

Das Einzige, das ich am Telefon verstand, war, dass ich eine hermana in Imata (kleines Örtchen auf dem Weg) abholen solle. Sie würde mir dann den Weg nach Chalhuanca zeigen, wo wir uns mit unseren Studenten treffen würden. Die Region hat nur wenige Studenten. Kürzlich kamen vier junge Studenten hinzu, so dass wir nun fünf Studenten dort zählen konnten.

Leider waren zwei der Studenten recht krank. Einer hatte Lungenentzündung, wenn ich es richtig verstanden habe. Somit waren es dann noch drei Studenten und sonstige Geschwister, die bei solch einem Treffen der Gemeinde auch dabei sind.

Bereits um 16:30 Uhr neigt sich die Sonne hinter den Bergen, so dass es schon früh brutal kalt wird. Der abendliche Gottesdienst endet jedoch immer so gegen 21:00-22:00 Uhr. Man kommt also aus dem frierenden Gemeindehaus und legt sich dann in seinen eiskalten Schlafsack. Es dauert mind. 30 min bis der Körper wieder einigermaßen warm wird. So habe ich das Wochenende mit Kopfschmerzen, Magenprobleme (mit dem Essen in den Dörfern des Hochlandes kämpfe ich jedes Mal…) und auch ein wenig Fieber verbracht.

Es ist aber immer wieder schön die Freude und Zuneigung unserer Geschwister des Hochlandes zu Jesus unserem Herrn zu sehen. Es wird sich viel ausgetauscht und auch das Lachen und Scherzen fehlt nicht. Im Gebet sind sie zu Hause. Bis zum nächsten Mal … Chalhuanca.