Schon beim Herausfahren aus der Stadt, sah ich dicke Wolken in den Anden. Mein Beifahrer hermano Roberto meinte, diese würden sich bei Imata (einem Ort, durch den wir fahren würden) auflösen….

… in Imata angekommen, hat es dann geregnet und kurze Zeit darauf geschneit…

Nach ca. 3-4 Stunden Fahrt kamen wir dann in Condoroma an, wo wir unseren geliebten hermano director René mitnahmen. Er kam von seinem „Hof“ (estancia) auf seinem Motorrad dorthin … bei Regen und Schnee.

Von dort aus waren es nur noch 1-2 Stunden bis Challuta. Nach dem wir die befestigten Straßen verlassen hatten und einige Zeit auf dem „Landweg“ unterwegs waren (vorsichtig wegen Schlaglöchern etc.), sahen wir zahlreiche Lastwagen, die nicht weiterfuhren. Keine Ahnung wie viele es genau waren, aber es waren weit über 50.

Also stellten wir uns kurz hinten an, um zu erfahren was los sei und ob wir vorbeikönnten. Wir erfuhren, dass eine Brücke repariert wird. Jeden Tag verbringen die Lkw-Fahrer Stunden vor der Sperre bevor sie weiterkönnen.

Gott sei Dank, konnten wir aber an den Lkws vorbei und kurz vor den Brückenreparaturen links ab, um nach Challuta zu kommen. So langsam wurde es schon dunkel und ich war erleichtert, dass von hier aus Challuta schon zu sehen war. Dort angekommen, wurden wir bereits begrüßt und mit dem typischen Süppchen zum Abendessen eingeladen.

Leider hat das Essen in meinem Körper nicht nur Gutes angerichtet, so dass ich wieder mit Magenproblemen und Übelkeit während unserem taller zu kämpfen hatte (taller ist die Zusammenkunft der Studenten in der theologischen Ausbildung). Dazu kamen dann auch noch Kopfschmerzen (in der Nacht) und Herzrasen. Das Herzrasen und auch die Kopfschmerzen haben etwas mit der Höhe zu tun. Diesmal waren wir auf knapp 4.500 m.

Am Samstag haben wir dann einige administrative Dinge klären können und ich hatte das Privileg vier neue Studenten in das Programm von ETE (Educación Teológica por Extensión; theologische Ausbildung vor Ort) einführen zu können. Dies ist immer etwas Besonderes. Man spürt eigentlich immer, dass ein Hunger nach dem Wort Gottes da ist. Unsere Geschwister im Hochland möchten die Bibel und unseren Glauben näher verstehen. Um nicht in die Stadt ziehen zu müssen, um dort ein Seminar zu besuchen, gibt es ETE. Der schulische Werdegang im Hochland ist sehr verschieden, so dass es manchen sehr schwerfällt zu lesen und „einfache“ Fragen zum Text zu beantworten. Deswegen treffen sich einige Studenten jede Woche mit einem Tutor um das Material zu besprechen.

Am Sonntagmorgen um 7 Uhr, nach der Morgenandacht, fragte mich René, ob ich im Gottesdienst um 9 Uhr predigen könne. Da so etwas öfters vorkommt, habe ich immer 2-3 Predigten dabei.

Sonntags habe ich ganz auf das Essen verzichtet (ich hatte noch ein paar Brötchen im Auto) und wir sind so gegen 13 Uhr über Condoroma (um hermano René und sein Motorrad wieder zu vereinen) nach Arequipa zurückgefahren. Es ist immer wieder schön zurück bei der Familie zu sein.