Ein Anruf von hermano director René kam am Freitagmorgen. „Hermano Benjamín, wo bist Du genau?“ „Ich bin an der verabredeten Tankstelle,“ antwortete ich. „Ja, gut. Kannst Du noch weiter in den Norden fahren? Dort treffen wir uns, um mit einem Kleinbus nach Chivay zu fahren. OK?“ „Na klar, hermano René. Ich komme.“ So ging die Reise nach Coporaque (über Chivay) los.

Ich hatte keine Ahnung wo genau wie uns treffen würden, doch alles hat letztendlich geklappt. Hermano René, wie manchen bereits bekannt, ist Direktor der TEE-Arbeit (Fernstudium Theologie) hier in der Region Arequipa. Er selbst kommt aus dem Hochland und hat erst mit Anfang zwanzig angefangen Spanisch zu lernen. Seine Mutter- und Herzenssprache ist Quechua. Hermano René ist unauffällig, klein, hat aber ein riesen Herz für die theologische Ausbildung im Hochland und für „seine“ Studenten.

Als wir in Chivay (Zwischenstation) nach drei Stunden ankamen, haben wir erst einmal Mittag gegessen. Danach ging es zu einer kurzen Sitzung mit den Ältesten der Gemeinde. Der Koordinator des Gebiets um Chivay sollte eigentlich auch kommen, aber wie es so oft im Hochland ist, blieb seine Anwesenheit aus.

Ihn und die anderen Studenten haben wir dann in Coporaque (7km weiter als Chivay) getroffen. An den beiden Abenden (freitags und samstags) hatten wir die Genehmigung ein „Open-Air-Event“ auf dem plaza von Coporaque zu veranstalten. Was ist wichtig für so eine Veranstaltung? Na klar! Vier große Lautsprecher, so dass alle im Ort gut beschallt werden können. Die Genehmigung war jeweils von 18:00 – 20:00 Uhr. Diese Zeiten sollten genau eingehalten werden.

Am ersten Abend waren wir noch um 19:00 Uhr mit dem Aufbau beschäftigt (am zweiten Abend waren wir nur etwas früher damit fertig…). Auf der plaza haben wir dann einen „kleinen“ Gottesdienst gefeiert. Sonst verlief das taller (Treffen) wie gewohnt ab (siehe hier).

Ich hatte bereits vor der Hochlandreise Magenprobleme und das Essen im Hochland – naja wie soll ich sagen – hat nicht zur Besserung beigetragen. Zum Glück war es aber in Coporaque nicht allzu kalt. Zu einem waren wir in einem Tal, zum anderen hatte ich neue Kleidung von einem Kollegen erhalten, die für das Hochland ideal scheint. Sonntagmorgen bin ich dann mit mega Kopfschmerzen aufgewacht. Ich nehme aber immer etwas gegen Kopfschmerzen mit, so dass ich vorbereitet darauf war.

Nach der Morgenandacht (06:00 – 07:00 Uhr) fragte mich hermano René, ob ich die Predigt halten könne, da ein anderer hermano nicht kann (… surprise!). Im Vorhinein hatte René mich aber bereits angefragt, ob ich eine Predigt borbereiten könne, so dass ich auch hierfür vorbereitet war. Der Gottesdienst am Sonntagmorgen ging dann etwas über 2 Stunden, was meinem Magen nicht so gefallen hat. Wenigsten musste ich während der Predigt nicht rausrennen ….

[…]

Endlich wieder zu Hause angekommen, habe ich dann erst einmal eine heiße Dusche genommen, etwas „Normales“ gegessen und dann früh ins Bett – ein warmes und kuscheliges Bett. Danke, Herr!