In meinem letzten Blogeintrag ging es um den DMG Gebetstag, den wir vor einer Weile hatten. Mittlerweile sind wir bereits 1,5 Jahre in Peru und können schon ein wenig auf unsere erste spannende Zeit in diesem Land zurückblicken und freuen uns auch, dass sich so einiges eingependelt hat und wir nicht mehr in der chaotischen ersten Phase stecken.

Zu unserem Dorcas Projekt laufe ich mittwochs immer eine halbe Stunde durch die Stadt, so dass hier genügend Zeit ist, um über verschiedenste Dinge nachzudenken. Angeregt von der Gebetszeit zum Thema Ehe/Familien kamen mir auch Gedanken darüber, wie diese Zeit in Peru unsere Kinder beeinflusst. Manche Menschen haben bei solch einem Wechsel Bedenken, aber in den vielen Herausforderungen lassen sich auch so viele positive Dinge sehen:

 

Die Kinder mussten alle ihre Freunde in Deutschland zurücklassen…
ABER wir sind erstaunt darüber, wie schnell sie hier in der Schule Fuß fassen und neue Freunde finden konnten.

Ohne Sprachkenntnisse auszureisen ist leichtfertig…
ABER wir sehen, wie viel schneller die Kinder Spanisch in einem natürlichen Umfeld gelernt haben, als sie das in einem Unterricht in Deutschland hätten machen können. Außerdem wird es dann nicht unbedingt als Arbeit mit Vokabeln lernen gesehen, sondern erfolgt natürlicher.

So ein Umbruch ist ziemlich kräftezehrend und man mutet den Kindern einiges zu…
Das stimmt selbstverständlich! ABER es schweißt als Familie auch unheimlich zusammen. Die Jungs erlernen neue Fähigkeiten, Selbstständigkeit und Mitgefühl für andere, die sich auch in so einer Lage befinden.

Die Schule in einem anderen Land ohne Sprachkenntnisse zu machen ist sehr herausfordernd…
ABER sie lernen auch ihre Perspektive zu erweitern. Hier in Peru wird teilweise anders unterrichtet, Sprachen werden anders erlernt und auch der Lernstoff hat andere Schwerpunkte.

Es dauert lange, bis man eine andere Kultur versteht…
ABER dafür wird der eigene Horizont auch erweitert. Man kann manches hinterfragen, warum man das in Deutschland eigentlich so macht. Es gibt kein richtig und falsch, sondern einfach nur ein „anders“

Die Kinder sind in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt, weil sie nicht alleine zu ihren Freunden laufen oder alleine zur Schule gehen können…
ABER das lehrt sie auch Sicherheit nicht für selbstverständlich zu nehmen. In so vielen Ländern auf der Welt machen sich Menschen über ihre Sicherheit wesentlich mehr Gedanken und Diebstahl, Korruption und andere Dinge sind hier an der Tagesordnung.

 

Von Gott abhängigEs gibt so manche Dinge, die wir nicht hinterfragen, wenn wir immer in unserem gleichen Umfeld bleiben. Ein Wechsel bringt neue Erfahrungen, erweitert unseren Horizont und macht uns am allermeisten wieder ganz neu von Gott abhängig. Plötzlich können wir nicht mehr in den gewohnten Schienen fahren und so unseren Alltag bewältigen, sondern erfahren Probleme, wissen nicht wie wir Dinge erledigen sollen, fühlen uns alleine und missverstanden.

Wie gut ist es da zu wissen, dass Gott sich nicht verändert. ER ist der Gleiche, in Deutschland, wie in Peru. Er hat versprochen immer bei uns zu sein und uns durch jegliche Herausforderungen zu helfen. Wir dürfen durch Schwierigkeiten wachsen und in unserer Persönlichkeit reifen.