Alle, die dich verlassen, werden zuschanden…, denn die Quelle lebendigen Wassers
haben sie verlassen: den HERRN. (Jeremia 17,13)

Kommt, alles ist schon bereit! (Lukas 14,17)

Hier in Arequipa (Peru) ist Vieles sehr anders als ich es gewohnt bin. Vieles kommt mir fremd vor bzw. Vieles kann ich nicht verstehen und auch nicht einordnen. Neulich lief ich mit meinem australischen Kollegen die Straße entlang und da lag ein Mann scheinbar leblos auf dem Bürgersteig. Mein Kollege meinte etwas salopp: „Should we check if he is dead?“ Should we check if he is dead?(Sollen wir nachschauen, ob er tot ist?). So begaben wir uns zu der Person und checkten seinen Puls und Atem [da man in Peru auf Überfälle etc. aufmerksam sein muss, checkte ich auch zugleich die Umgebung]. Gott sei Dank, atmete die Person noch und somit gab es Lebenszeichen.

Es gibt auch andere Begegnungen. In Deutschland bin ich öfters an Kadavern vorbeigefahren. Tote Tiere am Straßenrand, wenn auch nicht oft, gehören irgendwie dazu. Es scheint irgendwie „normal“ zu sein oder normal geworden zu sein. Aber, das ist es eben nicht. Der Tod ist eben nicht normal. bzw. er war es nicht von Anfang an:

„Da bildete der HERR, Gott, den Menschen aus Staub vom Erdboden und blies Lebensatem
in seine Nase. So wurde der Mensch ein lebendiges Wesen“ (1. Mose 2,7)

Gott erschuf den Menschen um zu leben – um wahres Leben zu haben. Wahres Leben gibt es aber nur in der Verbindung mit der Quelle des Lebens. Was anderes außer Tod kann es dann geben, wenn wir uns von dieser Quelle entfernen?

Aber dabei bleibt es ja nicht bestehen. Gott ist ein Gott der Liebe, ein Gott der Initiative. Deswegen lesen wir schon im Alten Testament von dem Propheten Hesekiel (16,4-6) wie bildlich gesprochen der Herr sich um die Seinen kümmert:

Bei deiner Geburt hat niemand deine Nabelschnur durchtrennt, du wurdest nicht mit Wasser gewaschen und gereinigt, nicht mit Salz abgerieben und nicht gewickelt.

Niemand erbarmte sich deiner und tat aus Mitleid etwas von diesen Dingen für dich. Stattdessen wurdest du am Tag deiner Geburt hinaus aufs Feld geworfen, weil man dich verabscheute.

Da kam ich vorbei und sah dich in deinem Blut zappeln, und ich sagte zu dir in deinem Blut: Du sollst leben! Ja, zu dir in deinem Blut sagte ich: Lebe!

Du sollst leben. Das „Lebe“ in Hesekiel entspricht dem „Lazarus, komm heraus“ von Jesus in Joh 11,43. Gott möchte den Tod nicht „So wahr ich lebe, spricht Gott, der Herr, ich freue mich nicht über den Tod eines gottlosen Menschen, sondern ich freue mich viel mehr, wenn er sein Verhalten ändert und am Leben bleibt. Kehrt um!“ (Hesekiel 33,11). Gott ist das wahre Leben und nur, wenn wir an dieser Quelle bleiben haben auch wir wahres Leben.

Deshalb sprich auch der Sohn Gottes: „Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben. Zum Vater kommt man nur durch mich.“

Aus welcher Quelle schöpfen wir?