In meiner Zeit der Vorbereitung bei der DMG haben wir neuen Missionare die Aufgabe bekommen das apostolische Schreiben des Papstes zu lesen … (251 Seiten; A5).

Papa Francesco

In diesem kurzen Blogeintrag wollte ich nur eine These aus dem Dokument zitieren:

“Unser volles Menschsein erreichen wir, wenn wir mehr als nur menschlich sind, wenn wir Gott erlauben, uns über uns selbst hinaus zu führen, damit wir zu unserem eigentlichen Sein gelangen.”

Diesen Satz finde ich stark. [Das heißt aber nicht, dass ich das ganze Dokument positive bewerte.]

Was bedeutet es Mensch zu sein? Was ist unser “eigentliches Sein”?

Fragen, die nach Antworten verlangen.

Die Fragen, die sich hier recht natürlich auftun, sind die des Sinns vom Sein und Wesen des Menschen. In dem Zitat wird davon gesprochen „mehr als nur menschlich“ zu sein. Man kann das so verfassen, aber ich denke das schießt etwas über das Ziel hinaus.

Was ist, wenn es nicht darum geht „mehr als nur menschlich“ zu sein? Was ist, wenn es darum geht wirklich Mensch zu sein? Das heißt, so zu leben wie es dem Original entspricht.

Wenn man nun vom biblischen Weltbild ausgeht, ist der Mensch (und zwar jeder Mensch) im Ebenbild Gottes (imago dei) geschaffen. Viele Erklärungs- und Deutungsversuche wurden schon unternommen, um den genauen Inhalt dieses Begriffs zu fassen. Für die Gedanken hier reicht es jedoch davon auszugehen das imago dei darauf hinzudeuten, dass wir als soziale Wesen erschaffen wurden. Wir suchen und brauchen Gemeinschaft. Zu unseren Mitmenschen, aber auch zu unserem Schöpfer—dem dreieinen Gott (Vater, Sohn und Heiliger Geist).

Es gilt also nicht „mehr als nur menschlich zu sein“, sondern Mensch zu sein—so wie Gott uns geschaffen hat. Wir leben in und von Beziehungen und so ist es auch im christlichen Sinne mit unserem Verhältnis zu Gott. Dem Gott, der uns in Jesus, seinem Sohn, ganz nahegekommen ist. Da Gott Quelle und Ursprung wahren Lebens ist, kannst Du und ich auch nur wahrlich leben, wenn wir in einer rechten Beziehung zu IHM leben.

Um in den Worten des Papstes zu bleiben: unser volles Menschsein erreichen wir also nur dann, wenn wir uns in die liebende Beziehung zum Vater vom Sohn durch den Heiligen Geist mit hinein nehmen lassen.