Letztes Wochenende habe ich mich, gegen mein Naturell, für eine Frauenkonferenz in „unserer Gemeinde“ angemeldet. Seit zwei Wochen besuchen wir diese Gemeinde und fühlen uns dort sehr wohl. Hier gibt es auch für ältere Kinder ein Kinderprogramm und so sind wir dort „hängen geblieben“.

Bei den Ankündigungen wurde Werbung für eine Frauenkonferenz gemacht. Mit meinen 5 Wochen Spanischunterricht wusste ich nicht so genau, ob ich den Tag überleben würde. Aber ich bin froh, dass ich mich angemeldet hatte.

Sehr herzlich wurde ich unter den ca. 40 Teilnehmerinnen aufgenommen. Ich durfte viele Erfahrungen machen:

  • In Peru ist es unheimlich wichtig jeden persönlich zu begrüßen (unter Frauen Küsschen auf die Wange) und nicht nur allgemein „Hallo“ in die Gruppe zu rufen. Wenn Benni und ich morgens zur Sprachschule laufen wird uns aus Respekt oft doppelt „Buenas días“ gesagt (quasi für jede Person einmal)
  • Wenn die Konferenz um 8 Uhr beginnt und einem gesagt wird, dass man extra vor 8 Uhr da sein soll, dann betrifft das nur die Peruaner. Gegen 8:30 Uhr waren wir die Hälfte der Teilnehmer und sind schon mal zum Konferenzort gefahren. Begonnen haben wir aber erst um 9:30 Uhr.
  • In einem Mini-Kombi, eingequetscht mit 15 Personen, sitzt man am besten nicht ganz hinten, wenn man durch kurvige Straßen fährt!
  • Man kann viel mehr verstehen, als man denkt.
  • Es ist unheimlich schwierig auszuhalten, dass man sich nicht so ausdrücken kann wie man das möchte. Vor allem, wenn es in Kleingruppen darum geht seine Meinung zu sagen. Hier geht es primär darum zu zuhören (dann versteht man auch mehr von der Kultur)
  • Man muss immer wieder über seinen Schatten springen, auch wenn man weiß, dass man (teils peinliche) Fehler macht – dann hat man hinterher was zu lachen…

Handtuch-Volleyball zum Abschluss

Als introvertierte Person hat mir dieser Tag mit all den herzlichen Frauen sehr gut getan. Es hat Freude gemacht mit ihnen zu singen (etwas lauter als in Deutschland und nicht immer unbedingt gerade, aber aus tiefstem Herzen!). Ein Lied hat davon gehandelt, wie frei wir in Jesus sein dürfen. Besonders in einer Kultur, wo viele das Gefühl haben, dass sie Statuen anbeten und Geld bezahlen müssen, um vor Gott besser dazustehen, ist es besonders bedeutsam, dass wir frei vor Gott treten und direkt mit ihm reden dürfen. Was für ein Geschenk!