Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. (1. Mose 9,13; LU 2017)

Doch müsst ihr unerschütterlich und unbeugsam am Glauben festhalten und dürft euch nicht von der Hoffnung abbringen lassen, die euch das Evangelium schenkt. In der ganzen Schöpfung unter dem Himmel wurde das Evangelium verkündet. (Kolosser 1,23; EU)

Ich erinnere mich noch sehr genau (zumindest dachte ich das, bevor ich weiter schrieb) als einer meiner Professoren für das Alte Testament uns erklärte, wie Abbildungen des Alten Orients zu deuten seien. Eines der Bilder zeigte zwei Könige, welche sich gegenüberstanden. Einer hielt einen Bogen in der Hand. Je nachdem in welche Richtung dieser Bogen zeigt, bedeutet dies Krieg oder Frieden. Zeigt er auf den anderen, so bedeutet dies Krieg. Zeigt der Bogen auf die Person, die den Bogen hält, so heißt dies Frieden.

Nicht jeder Ausleger bezieht diese Symbolik auf 1. Mose 9,13. Aber, es unterstützt die Aussage des Textes. Gott ist ein Gott der Gnade und „verbündet“ sich mit uns. Im Epheserbrief wird das so beschrieben: „Er ist ´in diese Welt` gekommen und hat Frieden verkündet – Frieden für euch, die ihr fern von Gott wart, und Frieden für die, die das Vorrecht hatten, in seiner Nähe zu sein.“ (2,17; siehe auch 2. Korinther 5,18-20)

Er ist in diese Welt gekommen und hat Frieden verkündet.Jetzt macht der zweite Text der Losungen von heute (Kolosser 1,23) auch Sinn. Wir sollen an unserem Glauben und unserer Hoffnung festhalten, das uns das Evangelium schenkt. Das Evangelium ist nämlich mehr als „nur“ Sündenvergebung (dazu mehr in einem zukünftigen Beitrag). Das Evangelium ist, dass Gott in Jesus und durch den Heiligen Geist Seine Herrschaft wieder herrichtet, indem Er Frieden und Versöhnung schafft. Durch Jesus haben wir Frieden und werden in Gottes Familie adoptiert.

Frieden ist bekanntlich nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern ein Zustand der Vollkommenheit. Diesen „Zustand“ kann man nur in Gott finden.