Am letzten Sonntag wurde in Peru der neue Kongress gewählt. Dies bedeutet u.a., dass es für den Sonntag ein Versammlungs-Verbot gibt. Die Gottesdienste finden bei Wahlen oft bereits am Samstagabend statt.

Unter anderem gibt es auch ein Verbot, dass von Samstag bis Montag kein Alkohol verkauft werden darf, um für Ordnung zu sorgen und dass die Wähler nüchtern sind. Dieses Gesetz gibt es in vielen lateinamerikanischen Ländern.

In Peru besteht zudem eine Wahlpflicht. Das bedeutet, dass man eine Strafgebühr bezahlen muss, wenn man nicht zur Wahl angetreten ist. Das Einwohnermeldeamt kennt diese Gebühr, so dass man in Zukunft keine Papiere von der Stadt abholen kann (für welche Zwecke auch immer), ohne seine Strafe bezahlt zu haben.

Diese Gebühr hängt davon ab, wo man wohnt. In ärmeren Gebieten sind es S/.86 (23€) bis hin zu extrem armen Wohngebieten, wo es nur S/.21,50 (6€) sind. Wenn man zum Wahldienst eingeteilt wurde und nicht erscheint, dann sind es S/.215 (knapp 60€). Je nach Gehalt bezahlt vor allem die Oberschicht lieber die Strafe, als für solch einen Dienst einen Tag zu „opfern“.

Der Spiegel hat die Resultate der vergangenen Kongresswahl ganz gut zusammen gefasst (hier).

Allgemein ist zu sagen, dass in Peru auf jeden Fall ein weit verbreitetes Misstrauen gegenüber Politikern und Parteien herrscht.