Um Osterhasen und -eier zu finden, muss man in Peru schon länger suchen. Die spielen hier höchstens für Touristen eine Rolle. Peruaner kaufen sie für gewöhnlich nicht.

In der Stadtmitte haben wir einen kleinen Karren mit Ostereiern gefunden, die man vor einer Prozession kaufen konnte.

Für die Peruaner ist es eher typisch möglichst viele Kirchen während der „Semana Santa“ (Heilige Woche von Palmsonntag bis Ostersonntag) zu besuchen. Auch die Teilnahme an einer Prozession ist wichtig.

Hier haben wir lediglich den Beginn einer Prozession gesehen, da in unserer Gemeinde ein spezielles Theaterstück aufgeführt wurde, wo wir hinwollten. Leider haben wir erst zu spät bemerkt, dass es in einem Stadtteil auf der anderen Seite der Stadt an Karfreitag sogar eine längere Prozession gibt, in der die Ostergeschichte über mehrere Stunden hinweg in den Straßen der Stadt dargestellt wird. Nächstes Jahr…

An den Prozessionen nehmen verschiedene Statuen teil.

Hier ist z.B. die trauernde Maria, die darauf wartet von Trägern mitgenommen zu werden. Auch der Körper Jesu wird in vielen Prozessionen durch die Straßen getragen.

Donnerstag ist in Peru ein offizieller Feiertag. Die Schulen haben Donnerstag und Freitag geschlossen, die meisten Geschäfte aber nur freitags (wie in den USA kann man hier ja sonst rund um die Uhr an allen Tagen der Woche einkaufen).

Donnerstags und freitags darf „offiziell“ kein Alkohol getrunken werden. Das heißt, dass die Geschäfte auch kein Alkohol an diesen Tagen verkaufen. Die Menschen trinken aber trotzdem in ihren Häusern, oder vor allem diejenigen, die an den Strand gefahren sind.

Donnerstag werden den ganzen Tag über die verschiedenen Kirchen besucht. Wenn möglich versucht man in 7 Gottesdiensten gewesen zu sein. Oftmals gibt es lange Schlangen, um sich mit dem Weihwasser bekreuzigen und dann in die nächste Kirche gehen zu können.

Bis Ostersonntag werden die Heiligen in den Kirchen bedeckt. An Karfreitag tragen viele Menschen schwarz.

Das Oster-Wochenende ist auch sehr beliebt für Reisen. Die Preise für den Transport und Unterkünfte verdoppeln sich. So haben wir es genossen, dass es in Arequipa etwas ruhiger war als sonst (vor allem die Verkehrslage). Viele fahren noch ein letztes Mal an den Strand, weil der Sommer vorbei und das Wetter anschließend das Jahr über dort nicht mehr so schön ist (stattdessen ist es dann in Arequipa sonnig, da hier die Regenzeit vorüber ist).

Es gibt besondere Gerichte, die die Osterwoche begleiten:

Die Ostersuppe „Caldo de pascua“: Eine Suppe mit sieben Fleischsorten
(Huhn, Hähnchen, Rind, Lamm, Schwein, getrocknetes und gesalzenes Lamm- und Rindfleisch mit Kartoffeln, Reis und speziellen getrockneten Kartoffeln (Chuño) aus dem Hochland)

Adobo arequipeño: Eine Suppe, die über viele Stunden köchelt und die man dann meistens zum Frühstück isst.

Masamoras: Das sind ganz viel Süßspeisen, die man das ganze Wochenende über isst. Wir waren mal wieder bei unserer Nachbarsfamilie eingeladen und durften ganz viel kosten.

Der lilane Nachtisch wird mit lilanem Mais gemacht. Der Saft wird hier sehr oft getrunken (Chicha Morada). Daneben ist ein Nachtisch aus eingedickter Milch mit Zimt. Unten ein beliebter Milchreis.

Wir haben zu Hause trotzdem noch ein paar Eier bemalt, um ein bißchen die deutsche Tradition beizubehalten..

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!