Gemeinsam unterwegs

Familie Marx in Peru

Dorcas

Mittwochs treffe ich mich immer mit Frauen des Dorcas Projektes. Die Besucherzahl fluktuiert von Woche zu Woche. Mal sind wir wenige und haben neben dem Aussuchen der Kinderkleidung noch viel…

Mittwochs treffe ich mich immer mit Frauen des Dorcas Projektes. Die Besucherzahl fluktuiert von Woche zu Woche. Mal sind wir wenige und haben neben dem Aussuchen der Kinderkleidung noch viel Zeit zu reden und zu fragen, wie es mit den Kindern läuft oder was gerade dran ist. Andere Male kommen viele gleichzeitig und man ist froh, wenn man es schafft die Kleidung für alle parat zu haben.

Da meine schweizer Kollegin wieder zurück ist, sind wir jetzt immer mindestens zu zweit. Ab und zu kommt noch eine peruanische Helferin (je nachdem, wie sie es mit ihren eigenen Kindern schafft).

Die Frauen sind sehr dankbar für die Hilfe, die sie mit der Kleidung bekommen. Sie kommen alle 2-3 Monate wieder, um die zu klein gewordene Kleidung gegen größere auszutauschen. Zudem verleihen wir auch Kinderbetten und -wagen.

Dann kommt es auch immer mal wieder vor, dass eine Mamita uns von einem „problemito“ erzählt (Problemchen). Am Mittwoch war eine Frau da (nicht zu sehen), die bereits 5 Kinder hat. Das letzte Mädchen ist behindert auf die Welt gekommen. Sie kam bereits mit dunklen Augenringen zu uns. Als die anderen Mütter weg waren, hat sie erzählt, wie ihr Mann sie mit einer anderen Frau betrügt und sie verlassen möchte. Es tut einem im Herzen weh zu hören, wie wenig Selbstwertgefühl diese Frauen haben. Oftmals haben sie keinen Beruf erlernt und können nicht ohne weiteres ihre Familie ernähren. Von ihrem Mann bekommen sie zu hören, dass sie nichts wert sind.

Es ist uns wichtig, dass diese Frauen Kontakt zu einer Gemeinde haben, wo der Pastor und seine Frau sie ganz praktisch begleiten können. Die Frauen vom Dorcas Projekt wohnen teilweise soweit außerhalb, dass sie 1 1/2 Stunden anreisen, um zu uns zu kommen. So können wir nicht allen vor Ort helfen. Wir beten für sie und sind dankbar, wenn sie diese verzweifelte Situation nicht für sich behalten, sondern mit uns darüber reden. Von seinen persönlichen Problemen zu reden ist in der peruanischen Kultur nicht typisch.

Es war am Mittwoch wunderbar zu sehen, wie Gott der Familie bereits eine Frau zur Seite gestellt hat, die der Familie im praktischen Alltag mit Haushalt und Kindern hilft. Durch das behinderte Kind sind nämlich zudem noch viele Arztbesuche nötig.

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Venezolaner

Auch in den deutschen Medien wird über die Krise Venezuelas berichtet. Hier in Arequipa bekommen wir hautnah mit, wie viele Venezolaner es bis in den Süden Perus schaffen, um eine…

Auch in den deutschen Medien wird über die Krise Venezuelas berichtet. Hier in Arequipa bekommen wir hautnah mit, wie viele Venezolaner es bis in den Süden Perus schaffen, um eine neue Heimat für sich und ihre Familie zu finden, weil sie in ihrem eigenen Land keine grundlegende Nahrung mehr bezahlen können.

Am häufigsten findet man Venezolaner in den Bussen vor, wo sie mit Erlaubnis der Busfahrer Süßigkeiten verkaufen, um sich einen Lebensunterhalt zu verdienen. Die meisten Peruaner sind ihnen gegenüber positiv gestimmt und möchten sie mit dem Kauf einer Süßigkeit unterstützen.

Dennoch gibt es auch negative Stimmen. Das Problem ist, dass der Staat einen niedrigeren Mindestlohn für die Venezolaner angesetzt hat. Konkret bedeutet dies, dass in der Praxis bereits Peruaner von ihren Arbeitsstellen entlassen wurden, um sie mit billigeren Arbeitskräften aus Venezuela ersetzen zu können. Dies bewirkt natürlich eine schlechte Stimmung im Land.

Wie auch in Deutschland kann es manchmal bei der Menge an Flüchtlingen überwältigend sein, wie man genau helfen soll. Gott kann durch solche Krisen wirken und einzelne Menschen in ganz praktischen Dingen gebrauchen.

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Coporaque

Ein Anruf von hermano director René kam am Freitagmorgen. „Hermano Benjamín, wo bist Du genau?“ „Ich bin an der verabredeten Tankstelle,“ antwortete ich. „Ja, gut. Kannst Du noch weiter in…

Ein Anruf von hermano director René kam am Freitagmorgen. „Hermano Benjamín, wo bist Du genau?“ „Ich bin an der verabredeten Tankstelle,“ antwortete ich. „Ja, gut. Kannst Du noch weiter in den Norden fahren? Dort treffen wir uns, um mit einem Kleinbus nach Chivay zu fahren. OK?“ „Na klar, hermano René. Ich komme.“ So ging die Reise nach Coporaque (über Chivay) los.

Ich hatte keine Ahnung wo genau wie uns treffen würden, doch alles hat letztendlich geklappt. Hermano René, wie manchen bereits bekannt, ist Direktor der TEE-Arbeit (Fernstudium Theologie) hier in der Region Arequipa. Er selbst kommt aus dem Hochland und hat erst mit Anfang zwanzig angefangen Spanisch zu lernen. Seine Mutter- und Herzenssprache ist Quechua. Hermano René ist unauffällig, klein, hat aber ein riesen Herz für die theologische Ausbildung im Hochland und für „seine“ Studenten.

Als wir in Chivay (Zwischenstation) nach drei Stunden ankamen, haben wir erst einmal Mittag gegessen. Danach ging es zu einer kurzen Sitzung mit den Ältesten der Gemeinde. Der Koordinator des Gebiets um Chivay sollte eigentlich auch kommen, aber wie es so oft im Hochland ist, blieb seine Anwesenheit aus.

Ihn und die anderen Studenten haben wir dann in Coporaque (7km weiter als Chivay) getroffen. An den beiden Abenden (freitags und samstags) hatten wir die Genehmigung ein „Open-Air-Event“ auf dem plaza von Coporaque zu veranstalten. Was ist wichtig für so eine Veranstaltung? Na klar! Vier große Lautsprecher, so dass alle im Ort gut beschallt werden können. Die Genehmigung war jeweils von 18:00 – 20:00 Uhr. Diese Zeiten sollten genau eingehalten werden.

Am ersten Abend waren wir noch um 19:00 Uhr mit dem Aufbau beschäftigt (am zweiten Abend waren wir nur etwas früher damit fertig…). Auf der plaza haben wir dann einen „kleinen“ Gottesdienst gefeiert. Sonst verlief das taller (Treffen) wie gewohnt ab (siehe hier).

Ich hatte bereits vor der Hochlandreise Magenprobleme und das Essen im Hochland – naja wie soll ich sagen – hat nicht zur Besserung beigetragen. Zum Glück war es aber in Coporaque nicht allzu kalt. Zu einem waren wir in einem Tal, zum anderen hatte ich neue Kleidung von einem Kollegen erhalten, die für das Hochland ideal scheint. Sonntagmorgen bin ich dann mit mega Kopfschmerzen aufgewacht. Ich nehme aber immer etwas gegen Kopfschmerzen mit, so dass ich vorbereitet darauf war.

Nach der Morgenandacht (06:00 – 07:00 Uhr) fragte mich hermano René, ob ich die Predigt halten könne, da ein anderer hermano nicht kann (… surprise!). Im Vorhinein hatte René mich aber bereits angefragt, ob ich eine Predigt borbereiten könne, so dass ich auch hierfür vorbereitet war. Der Gottesdienst am Sonntagmorgen ging dann etwas über 2 Stunden, was meinem Magen nicht so gefallen hat. Wenigsten musste ich während der Predigt nicht rausrennen ….

[…]

Endlich wieder zu Hause angekommen, habe ich dann erst einmal eine heiße Dusche genommen, etwas „Normales“ gegessen und dann früh ins Bett – ein warmes und kuscheliges Bett. Danke, Herr!

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Padrenuestro

Ein großer Teil der theologischen Ausbildung in Arequipa, in dem ich involviert bin, besteht aus dem Unterricht an dem Instituto Superior de Teología en Arequipa (oder auch einfach nur ISTA…

Ein großer Teil der theologischen Ausbildung in Arequipa, in dem ich involviert bin, besteht aus dem Unterricht an dem Instituto Superior de Teología en Arequipa (oder auch einfach nur ISTA genannt). Die volle Unterrichtszeit ist noch auf drei Monate (Januar bis März) beschränkt. Hinzu kommt der Unterricht an der Abendschule, die das ganze Jahr über stattfindet. Neuerdings gibt es auch im Winter (August) eine Konferenz der ISTA.

Ich hatte das Vorrecht an der ersten Konferenz des Instituts teilzunehmen und durfte sogar den Abschlussvortrag am Samstagabend halten. Das Thema der Konferenz lautete „Vorschläge für die Entwicklung lokaler Kirchen“. Am ersten Abend hörten wir einen meiner Kollegen zur momentanen Lage der Iglesia Evangélica Peruana (I.E.P.) und dass viele nicht mehr die Grundpfeiler unseres christlichen Glaubens kennen.

Mein Vortag beschäftigte sich mit dem „Vater unser“ (Padrenuestro), wie es Grundsätze unseres Glaubens formuliert und wie man es missiologische lesen kann. Die drei Hauptfragen waren: (1) Was sagt uns dieses Gebet über das Herz Gottes? (2) Welche ist die Mission Gottes? Und (3) Welche Rolle spielen wir (individuell und als lokale Gemeinde) in dieser Mission?

Da mein Spanisch im Freireden noch nicht ganz so gut ist, habe ich den größten Teil wie eine Vorlesung gehalten … also vorgelesen.

Dies war eine gute Erfahrung und ich habe auch sehr positive Rückmeldung bekommen (da ich es etwas „akademischer“ gestaltet habe als meine beiden Vorgänger, war ich mir nicht ganz so sicher, ob ich mit meinem „Stil“ etwas zu viel verlangte).

Jetzt besteht sogar die evtl. Chance bei einer Fachzeitschrift für Missiologie meinen Artikel zu veröffentlichen. Das freut mich riesig! Je nach zeitlicher Abfolge (und Annahme des Artikels) wäre dieser Fachartikel mein Erster (und das auch noch auf Spanisch). Ein anderer Artikel (eine Art Zusammenfassung meiner Masterarbeit  zum Thema „Paulus, Plutarch und die Unterordnung der Ehefrau“) ist schon seit längerem in der „pipeline“ (auf Englisch) und wartet nur noch darauf vom Herausgeber korrekt formatiert und publiziert zu werden (dazu dann etwas mehr … zur gegebener Zeit).

 

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Jüngerklatsch

Thema: AT Allstars – Jona In diesen kurzen Episoden unterhalten sich zwei Theologen über Jesus, das alltägliche Leben und genießen dabei Kaffee, obwohl sie auf zwei Kontinenten leben. Was könnte…

Thema: AT Allstars – Jona

In diesen kurzen Episoden unterhalten sich zwei Theologen über Jesus, das alltägliche Leben und genießen dabei Kaffee, obwohl sie auf zwei Kontinenten leben. Was könnte spannender und entspannender sein als sich in regelmäßigen Abständen zum Jüngerklatsch zu treffen? Bist Du dabei?

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Día de Arequipa

Die Peruaner lieben es zu feiern. Besonders, wenn es um den Geburtstag der eigenen Stadt geht. In diesem Jahr wurde am 15.08. der 478. Geburtstag gefeiert. Bereits ab Anfang August…

Die Peruaner lieben es zu feiern. Besonders, wenn es um den Geburtstag der eigenen Stadt geht. In diesem Jahr wurde am 15.08. der 478. Geburtstag gefeiert. Bereits ab Anfang August wird an allen Häusern die arequipeñische Flagge gehisst.

Dies bedeutete natürlich auch, dass am Mittwoch der letzten Woche keiner zur Schule gehen musste. Aber nicht nur das. Bereits am Dienstag gab es in den Schulen eine Feier (inklusive singen der Hymne) und alle hatten nach der 6. Stunde aus.

Als wir dann am Dienstag nachmittag vom Kieferorthopäden herauskamen konnten wir eine riesige Prozession entlang der Straße sehen.

Alle haben gefeiert und wer zu einem ungünstigen Zeitpunkt versucht hat durch die Straße zu kommen, musste leider ein paar Stunden warten, bis die Prozession zu Ende war, um weiterfahren zu können. Oft sind die Straßen so eng, dass man gar nicht groß wenden kann, vor allem wenn hinter einem schon viele andere Autos stehen.

Aber für gewöhnlich ärgert sich kaum einer darüber sondern lässt das Auto stehen und feiert mit.

Die Jungs und ich haben die Chance genutzt, um der Parade hinterher zu laufen und um zum Postamt in die Stadtmitte zu gehen (hier müssen wir immer persönlich unsere Post abholen). Es war nicht immer einfach bei all dem Jubel durch die Straßen zu kommen. Es war aber trotzdem schön zu sehen, wie die Stadt feiert und sich freut.

Bei Einbruch der Dunkelheit wurden im Stadtzentrum Tische und Bänke auf die Straßen gestellt, um Essen anzubieten. Alles in gemütlicher Stimmung mit Kerzen und Lampen.

Ursprünglich hatten wir vorgehabt zur eigentlichen Parade (am Mittwoch) zu gehen, aber da wir unsere Füße schon wundgelaufen hatten, werden wir das auf das nächste Jahr verschieben. Die Parade am Geburtstag selbst hält nämlich von 9-17 Uhr an und endet in einem großen Stadium. Nächstes Jahr dann mehr Bilder…

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