Die Quarantäne sollte ursprünglich bis Ende Juni gehen, aber jetzt haben wir die Nachricht bekommen, dass wieder um einen Monat verlängert wurde. Ende Juli wären wir dann schon bei 4 1/2 Monaten Quarantäne…

Für manche ist es sehr schwer nachzuvollziehen, wie wir hier immer noch unter so strikter Quarantäne leben müssen, wenn wir doch schon Mitte März mit sehr radikalen Maßnahmen begonnen hatten. Der Spiegel hat hierzu einen sehr guten Artikel verfasst. Ich werde die Punkte etwas verkürzt nennen:

„Der Andenstaat mit seinen 32 Millionen Einwohnern liegt auf Platz sechs der weltweiten Corona-Statistik; mit mehr als einer Viertelmillion Fällen hat Peru zuletzt Spanien sowie Italien überholt.“

„Für viele arme Menschen ist es unmöglich, die Corona-Regeln zu befolgen“, sagt Hugo Ñopo, Ökonom der Entwicklungsorganisation GRADE. „Unsere Regierung hat viele europäische Maßnahmen kopiert. Aber hier ist es anders als in Europa.“ So habe nur die Hälfte aller Peruaner im Haushalt einen Kühlschrank; die übrigen müssten ständig hinaus, um sich frische Lebensmittel zu beschaffen. Millionen Menschen haben nicht einmal Zugang zu fließendem Wasser, um sich die Hände zu waschen. Und nur gut ein Drittel aller Haushalte habe Internetzugang, berichtet Ñopo.

Das sehen wir besonder in den Familien des Dorcas Projektes. Viele sind auf den Kauf von Lebensmitteln auf dem Markt angewiesen, weil es dort wesentlich günstiger ist. Aber sie müssen aufgrund fehlender Lagermöglichkeit eben auch öfter gehen. Auf den Märkten wurden mittlerweile die Bedingungen strikter. Abstand wird eingehalten, Geld wird vor dem Überreichen desinfiziert und man steht auf einer Matte mit Desinfektionsmitteln während man wartet.

Fast drei Viertel der Beschäftigten arbeiten im informellen Sektor. „Die meisten Peruaner können nicht wie in Deutschland vom Homeoffice aus arbeiten“, sagt Ñopo. „Sie müssen hinaus in die Stadt, um Geschäfte zu machen, von Angesicht zu Angesicht.“

Für diese 70% ist diese lange Quarantäne zu einem großen Problem geworden!

Zudem kommt, dass nur 38% aller Peruaner ein Bankkonto haben und sie für die finanzielle Hilfe vom Staat bei der Bank ihr Geld abholen müssen und täglich stundenlang Schlange stehen. Wir leben hier in einem Land, in dem es deshalb noch kaum Online-Banking gibt. Sonst wäre das Ganze viel einfacher und die Ansteckungsgefahr auch geringer.

Wir befinden uns derzeit bei einer Zahl von 9.000 Toten in Peru, die an COVID 19 gestorben sind. In Gesprächen mit Menschen, die wir kennen stellt man aber schnell fest, dass die Sterberate noch viel höher liegt. Das Problem ist nämlich, dass das Gesundheitssystem so überlastet ist, dass „normale Fälle“ nicht mehr behandelt werden können und Menschen an „banalen Dingen“ sterben, weil das Krankenhaus voll ist und sie nicht behandelt werden können und somit an den Folgen der „Nichtbehandlung“ sterben.

Dies bedeutet auch, dass die Nothilfe Arequipa, von der wir in der Vergangenheit geschrieben haben, überlebenswichtig ist. Das ganze hatte mit 150 Tüten zu Beginn der Quarantäne angefangen und letzte Woche konnten 1.105 Pakete verteilt werden. Wem dies möglich ist, kann weiterhin auf das folgende Konto überweisen, um diese Hilfe auch in diesem Monat anbieten zu können.

Spendenkonto DMG interpersonal für die Arequipa Nothilfe

Volksbank Kraichgau
IBAN: DE02 6729 2200 0000 2692 04
(BIC: GENODE61WIE)
Verwendungszweck: P 84623, SIM Peru, Arequipa Nothilfe

Im nächsten Blogeintrag werden wir weitere Bilder vom Verpacken und Verteilen der Lebensmittel posten.

Bitte betet für dieses Land!!!