Die aktuelle Quarantäne-Periode läuft noch bis Ende diesen Monats. Sehr wahrscheinlich wird es auch weiterhin sehr strikte Bedingungen geben, denn die Zahlen sind nicht vielversprechend:

Deutschland hat derzeit 204.000 bestätigte Fälle und davon 9.180 Todesfälle.
Peru liegt bei 362.000 Fällen und davon 13.580 Todesfällen, obwohl wir hier nur ca. ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands haben.

Die Herausforderung ist, dass es in Deutschland wesentlich weniger neue Fälle am Tag gibt (ca. 600) als hier (ca. 4.400). Wir sind immer noch nicht soweit, dass wir die Kurve senken können.

Wie in einem vorherigen Post beschrieben ist es schwierig in diesem Land die Zahlen in den Griff zu bekommen. Viele Peruaner sind frustriert. Einige halten sich an die strikten Ausgangsregeln (Kinder dürfen ja immer noch nicht raus), aber es gibt auch genügend Menschen, die sich nicht mehr an die Regeln halten. Menschen sind an ihrem Existenslimit und suchen verzweifelt nach Möglichkeiten auf den Straßen Dinge zu verkaufen, was sie eigentlich nicht dürfen. Die Polizei ist nicht immer strikt und so bilden sich dann doch immer wieder Menschenansammlungen.

Burocracia que asfixia. El 22 de mayo, la empresa Southern ofreció 20 mil litros semanales de oxígeno a la PCM, en ese entonces bajo la jefatura de Vicente Zeballos. Este, en lugar de acelerar el trámite de la donación, derivó todo a un organismo burocrático.

Da mit der Zeit alle Krankenhäuser überfüllt sind, bekommen Menschen auf der Straßen den Sauerstoff. Teilweise sitzen sie auch in ihren Autos entlang der Straße des Krankenhauses, damit sie in der Nacht nicht so frieren (gerade ist Winter in Peru).

Arequipa: Hospital Covid en crisis por falta de camas y desborde de pacientes

Das Traurige ist, dass Menschen in den staatlichen Krankenhäusern nicht mehr behandelt werden, wenn sie nicht vom Coronavirus betroffen sind. Ein Bekannter hätte aufgrund einer Blinddarmentzündung behandelt werden müssen (was auch lebensgefährlich werden kann), wurde aber von allen Krankenhäusern abgelehnt. Dankbarerweise konnte er in einem privaten Krankenhaus behandelt werden (was sich viele Peruaner aber nicht leisten können).

Pacientes que tuvieron más suerte pernoctaron en carpas médicas en hospital covid de Arequipa

Wie es mit der Quarantäne weitergehen wird, ist noch ungewiss. Eigentlich hätten in diesem Monat die nationalen Flüge wieder beginnen sollen, aber auch das wurde zurückgenommen. Zwei Kollegen-Familien wollten eigentlich jeweils September und Oktober zurück in ihr Heimatland fliegen (für immer) und sind gespannt, ob dies überhaupt möglich sein wird, denn jeden Tag kommen neue Nachrichten. Immer wieder werden Flüge gestrichen.

Bitte betet dafür, dass wir Klarheit haben, ob wir wie geplant Ende des Jahres von Mitte Dezember bis Ende Februar zu unserem Heimataufenthalt nach Deutschland können. Wir würden ungerne um ein Jahr verschieben (weil wir immer die Sommerferien der Kinder dazu nutzen möchten, um sie nicht aus dem Schulsystem nehmen zu müssen).