Jetzt ist es leider schon eine Weile her seit meinem letzten Eintrag. Umzug, Besuch aus Deutschland, Jahreskonferenz und Schulferien kamen alle dazwischen… aber es ist auch mal gut eine Auszeit gehabt zu haben. Demnächst dann wieder langsam ein Update von den Dingen, die in der Zwischenzeit passiert sind.

Gerade beschäftigt uns hier in Peru die Regenzeit. Für gewöhnlich bedeutet Regenzeit in Arequipa, dass man morgens strahlend blauen Himmel mit Sonnenschein hat, es dann mittags etwas bewölkt wird und man durchaus auch mal was langes anzieht und es abends / nachts ab und zu tröpfelt, oder sogar mal regnet.

Derzeit ist es aber ganz anders. Wir hatten immer wieder mehrere Tage hintereinander nur Wolken, was total ungewöhnlich ist für eine Stadt, wo wirklich ständig im Jahr die Sonne scheint. Es gab auch immer wieder stürmische Schauer, bei denen der Regen durch die Fensterritzen zog (isoliert wird hier nicht so wie in Deutschland…) und man immer wieder Handtücher zum Trocknen auslegen musste.

Wer die finanziellen Mittel hat, geht im Sommer während der Regenzeit an die Küste (2 1/2 Stunden von Arequipa entfernt), um Sonne tanken zu können und dem schlechten Wetter zu entkommen.

Die Strassen sind derzeit nachts überflutet und heute musste die komplette Trinkwasserversorgung abgestellt werden, da das Wasserwerk nicht mehr hinterher kommt. Ein Staudamm ist übergeflossen und hat das Trinkwasser aufgrund der starken Regenfälle zu sehr getrübt. Das Wasser wird jetzt in andere Flüsse umgeleitet, was einen erhöhten Wasserpegel in den Flüssen zur Folge hat. Die Trinkwasserversorgung wurde dadurch von der Aufbereitungsanlage kurzweilig (man weiß nie wie lange) abgestellt, um die Population zu schützen und kein Wasser mit schlechter Qualität weiterzuleiten. In den vergangenen Wochen konnten wir schon am Wasser riechen, dass durch die Regenfälle mehr Chlor als sonst benutzt wurde.

Seit unserem Umzug haben wir einen Wassertank auf dem Dach, so dass wir immerhin noch Wasser für Klospülung und Co zur Verfügung haben, auch wenn es etwas trüb ist.

Außerdem sind wir sehr dankbar, dass wir in Arequipa noch nicht von Schlammlawinen betroffen wurden. Solche Lawinen werden hier „huaico“ genannt.

Einen deutschen Artikel über eine Schlammlawine, die bei einer Hochzeitsfeier 15 Menschen umgebracht hat gibt es hier oder hier. Gestern gab es im Süden Perus (bei Tacna) eine große Lawine, die einige Häuser mit sich gerissen hat. Viele Menschen werden dadurch obdachlos. Der Staat kann ihnen oft auch keine Hilfe zukommen lassen, wenn ihre Häuser (wie so viele andere auch) illegal gebaut wurden. Bitte betet doch für diese Zeit des Regens und den Schutz der Bevölkerung!