Als wir am Freitag von unserem Aufenthalt in den USA zurück gekommen sind (dazu demnächst ein Blogeintrag), kam von der Schule die Nachricht, dass wegen des geplanten Streiks der Unterricht am Montag und Dienstag ausfallen würde.

Für gewöhnlich bekommen wir in unserer direkten Nachbarschaft nicht so viel von Streiks mit, weil sie meistens in den Außenbezirken Arequipas stärker sind. Dieses Mal kam es aber anders…

Heute kam die Nachricht, dass die ganze Woche über aus Sicherheitsgründen keine Schule sein wird, weil die Schulbusse durch Bereiche der Demonstration fahren müssten und dann mit Steinen beworfen werden würden. Der Streik ist dieses Mal wesentlich heftiger als sonst. Selbst in unserer Nachbarschaft bekommt man was von den Gewalttaten mit. Scheiben von Geschäften werden eingeschlagen, Menschenhorden mit Schlagstöcken laufen durch die Hauptstraßen, vorbeifahrende Autos werden mit Steinen beworfen, Hauptstraßen blockiert, um mit brennenden Reifen und Steinbrocken die Durchfahrt zu blockieren… Am besten geht man erst mittags aus dem Haus, wenn sich die Lage etwas beruhigt hat.

Aber warum der Aufruhr?

In Peru gibt es einige Mienen (vor allem Silber und Kupfer). Wie so oft in einem korrupten Land profitieren aber nicht immer nur die Einheimischen von den Mienen und deren Erlös, so dass nicht jeder der Miene gegenüber positiv gestimmt ist. Gerade wurde der Bau einer neuen Kupfermiene genehmigt, obwohl in der Vergangenheit dagegen protestiert wurde.

Diejenigen, die die Miene befürworten, betonen wie viel mehr Richtlinien es bei der neuen Miene geben wird (besonders was die Entsorgung der schädlichen Chemikalien betrifft). Die Bedingungen wären viel besser als dies bei bisherigen Mienen der Fall ist. Das Problem ist aber, dass es in Peru auch den Abbau von Metallen gibt, die diese Entsorgungsvorschriften nicht einhalten. Lokale Bauern befürchten, dass die Miene den nahe liegenden Fluss verpesten wird und sie mit ihren umliegenden Feldern dadurch massiv betroffen sein werden. Zudem wird die Miene automatisch Arbeiter von den Feldern wegziehen, um lieber in der Miene zu arbeiten.

Innerhalb der letzten 4 Jahre war die Regierung nicht in der Lage die Menschen in der betroffenen Gegend davon zu überzeugen, dass die Miene zu ihrem Nutzen sein würde. 2015 gab es bereits stärkere Proteste in denen 5 Menschen starben. Daher wurde dieses Mal auch das Militär zur Hilfe gebeten.

Die Lizenz für die Miene möchte die Regierung nicht zurücknehmen, aber sie möchten mit dem Baustart abwarten, bis die sozialen Angelegenheiten geklärt werden können.

Arequipa kann euer Gebet also gut gebrauchen. Wir hoffen, dass sich die Konflikte bald lösen können und hier wieder Ruhe in die Umgebung einkehren wird.