Ich, ich bin euer Tröster! Wer bist du denn,
dass du dich vor Menschen fürchtest, die doch sterben? (Jesaja 51,12)

Lasst euch nicht irremachen! Den Herrn aber,
Christus, haltet heilig in euren Herzen. (1.Petrus 3,14-15)

Petrus zitiert und präzisiert hier aus Jesaja 8,12-13. Dort heißt es: „Erachtet nichts außer dem Herrn, dem Allmächtigen, als heilig. Ihn sollt ihr fürchten und vor ihm sollt ihr Ehrfurcht haben.“ Wir können schon mit einem Blick erkennen, dass es den neutestamentlichen Schreibern (hier Petrus) nicht schwer fiel alttestamentliche Verweise auf den HERRN (YHWH) mit dem Christus gleichzusetzen.

Was bedeutet es aber jetzt den Herrn als heilig zu halten? Ähnliches haben wir ja auch in dem Gebet Vater unser“, was Jesus seinen Jünger lehrte: „Geheiligt werde Dein Name.“ Heißt das etwa, dass Gottes Name – also Sein Wesen (in biblischer Zeit steht der Name oftmals für die Person) – sonst nicht heilig ist? Dass wir etwas Seiner Heiligkeit hinzutun?

Ich denke es wird nicht darum gebeten, dass Gottes Name heilig sein soll, in dem Sinne, als ob er unheilig wäre. Vielmehr spricht diese Fürbitte ein tiefes Verlangen aus, dass der Name Gottes als heilig angesehen wird. Das soll allgemein und ganz persönlich mit dir und mit mir so sein! Dies ist eine Fürbitte, dass Gott als heilig behandelt wird (vgl. Exod 20,8; Lev 19,2.32; Hes 36,23; 1. Pet 1,15).

Heiligkeit ist Gottes Charakter Heilig sein heißt zu einem „völlig anders zu sein“ (Gott ist ja nicht mit der Schöpfung gleichzusetzen), andererseits hat dies auch ethische Bezüge. Gott ist rein und frei von Sünde. Und genau dies soll das Volk Gottes widerspiegeln! Gott soll also für seinen Charakter bekannt gemacht werden. Menschen in unserer Nachbarschaft sollen erkennen, wer Gott ist und was er für uns getan hat und auch immer noch tut.

Der Name Gottes wurde wegen des Fehlverhalten Israels unter den anderen Völkern entweiht (Jes 52,5, Hes 36,17-23). Gott möge so in uns arbeiten, dass Leute durch unser Leben (Worte, Taten) Gott die Ehre geben und Ihn als Schöpfer, Herrscher und Erlöser anerkennen.

Wenn man nun in der Jesaja stelle (51,12) einen Vers weiterliest, dann sehen wir, dass es um den HERRN geht, „der dich gemacht hat, der den Himmel ausgebreitet und die Erde gegründet hat“.

Könnte es sein, dass Jesus in unserem Herzen heiligen dann bedeutet: Gott „Gott“ sein zu lassen? Ich denke ja. Jesus in unserem Herzen zu heiligen heißt dann unsere Loyalität und Ehre dem zu geben, der Alles in seiner Hand hat und regiert.