Wie feiert man eigentlich Weihnachten in Peru?

Natürlich liegen wir hier von der Temperatur her etwas höher als in Deutschland, aber da jetzt im Sommer offiziell die 3-monatige Regenzeit begonnen hat liegt bei uns derzeit die Temperatur lediglich bei 21°C.

Da wir hier leider keine Nadelwälder finden, um uns einen schönen Tannenbaum zu hacken, müssen wir uns mit einem Plastikbaum begnügen. Es gib besonders viel Dekoration, die aus billigem Plastik hergestellt ist. Der Tannenbaumduft im Wohnzimmer fehlt, aber dafür gibt es Kerzen und Lichterketten. Der Vorteil ist nämlich, dass es auch im Sommer früh dunkel wird (18:30 Uhr).

Die häufigste Tradition in Peru ist die Enthüllung des Jesus-Babys. Bei allen Krippen, die man vor Weihnachten in der Stadt sehen kann ist vor Weihnachten das Baby mit einem Tuch belegt. Auch wenn Krippen zu Hause aufgestellt werden, wird das Baby erst an Weihnachten aufgedeckt.

Wir sind froh, dass wir in einem Geschäft peruanische Krippenfiguren gefunden haben.

Seit Ende November gibt es hier in allen Läden Panetone zu kaufen. Das ist quasi vergleichbar mit Lebkuchen in Deutschland. Man isst bei jeder Gelegenheit davon, so dass man nach Weihnachten keine Panetone mehr sehen kann…

Die typische Panetone gibt es mit getrockneten Fruchtstücken. Dann gibt es aber auch eine mit Schokoladenstückchen, die für unsere Jungs wesentlich ansprechender ist. Es gibt so viele verschiedenen Marken von dem gleichen Kuchen, dass im Supermarkt eine ganze Regalreihe den Panetonen gewidmet ist! Geschmackstechnisch gibt es Unterschiede, so dass jeder seine Lieblingsmarke hat.


Für gewöhnlich wird die Panetón immer mit heisser Schokolade serviert.

Wie in so vielen anderen Ländern auch verschulden sich leider viele Menschen, um mit schlechten Kreditbedingungen ihre Liebsten mit Geschenken zu überhäufen. Die Menschen sind wie in Deutschland an jedem Dezemberwochenende im Kaufrausch.

Um Mitternacht gibt es ein riesiges Feuerwerk in der ganzen Stadt. Erst danach wird das Festmahl gegessen (meistens Truthahn), was vorher stundenlang vorbereitet wurde. Und auch erst danach werden die Geschenke ausgepackt.

Da das für uns zu spät war (besonders mit Jason), haben wir mittags mit Freunden gefeiert, sind dann in den Abendgottesdienst gegangen und haben anschließend als Familie die Bescherung gehabt. Also haben wir ein bißchen auf Deutsch gefeiert…

Durch den Vorteil der Zeitverschiebung konnten wir morgens noch mit einigen aus der Familie telefonieren.

Eines haben die Deutschen und die Peruaner aber gemeinsam:
Weihnachten ist ein Fest, wo man als Familie zusammen kommt!