Als Nachfolger Jesu bleiben wir lebenslang Lernende. Dazu steht auch die DMG und unsere Partnerorganisation (SIM). In der theologischen Ausbildung ist ein sich Weiterbilden immer von Nöten. Für mich hat das nicht nur mit einem „up-to-date-sein“ zu tun, sondern auch etwas mit Demut und Offenheit. Was meine ich damit? Ich meine, dass man in theologisch-biblischen Dingen sich als Dozent immer hinterfragen sollte: „Woher nehme ich meine theologischen Stellungnahmen?“ „Warum lese ich diesen biblischen Text auf diese Weise?“ „Wer oder was hat mich geprägt?“ „Gibt es bessere Wege einen Text zu verstehen?“ etc.

Dies gilt meines Erachtens nicht nur für Dozenten, sondern für uns alle – aber eben im besonderen Sinne für Lehrende.

In meinem bisherigen akademischen Werdegang habe ich immer wieder festgesellt, wie sehr mich Forschungsaufgaben herausfordern und mir helfen unseren Glauben besser zu verstehen. Dies ist auch ein Grund warum ich unheimlich gerne unterrichte.

In meiner Tischlerausbildung hatte ich zwei Kollegen (naja, es waren ja alle eher meine Vorgesetzten…), die ihre eigene Tischlerei aufmachen wollten. Um dies zu tun, mussten sie allerdings erst einmal ihren „Meister“ machen.

In akademischen Studien ist das ja ähnlich. Am lutherischen Seminar hier in Arequipa z.B. wird demnächst ein offizieller „Master“ (maestría) verlangt, um an dem Institut unterrichten zu dürfen. Das Institut ist nämlich gerade dabei offiziell akkreditiert zu werden, um dann auch einen Bachelor anbieten zu können. Das heißt, dass die Dozenten dann mindesten einen Master haben müssen, um den Lehrdienst dort wahrnehmen zu können. Allgemein zieht Peru die Zügel seit ca. 2012 strenger an und möchte sich dem internationalen, universitären Markt angleichen.

Nun habe ich ja bereits zwei Masterabschlüsse, so dass dies für viele Einrichtungen erst einmal reicht. Jedoch ermutigen mich Viele (und auch die DMG schon von Anfang an) mich bezüglich eines PhD (Latein: philosophiae doctor; Doktor der Philosophie) Programmes umzuschauen. Mit einem PhD kann man weltweit an allen theologischen Einrichtungen dozieren.

Dieses „Umschauen“ habe ich in den letzten zwei Jahren intensiv verfolgt. Manche von Euch wissen vielleicht, dass ich bereits zwischen 2014-2016 einen Versuch in diese Richtung gestartet hatte. In dieser Zeit gab es für mich allerdings einige Beweggründe diesen Weg abzubrechen. Doch der Wunsch nach Weiterbildung und akademischer Forschung blieb bestehen. Allerdings wollte ich seit 2016 auch eine „praktische“ Komponente in die Forschungsarbeit einbauen. Das heißt, meine Forschung sollte etwas mit meiner Arbeit hier vor Ort zu tun haben.

Nach langem hin und her, habe ich „per Zufall“ einen Professor in England kennengelernt. Das College ist über die University of Aberdeen akkreditiert. Nach mehreren E-Mails, Gesprächen, Gebeten und Überlegungen haben wir uns entschieden diesen Weg offiziell zu gehen. Dies bedeutet, dass ich nun im Prozess bin mich an der Uni zu bewerben und einschreiben zu lassen.

Die DMG (wie bereits erwähnt) steht hier völlig hinter uns. Da für solch eine Weiterbildung einige Kosten anfallen (zwischen € 6.000 – 7.000 im Jahr), sind wir der DMG sehr dankbar, dass sie dieses Vorhaben unterstützt und auch ein Projektkonto mit eigener Nummer hierfür angelegt hat:

P 31012 Marx Weiterbildung

Wer uns hiermit unterstützen möchte, kann dies also ganz speziell auf dieses Projekt hin machen und die Nummer im Verwendungszweck der Überweisung angeben. Dieses Studium werde ich in Teilzeit und aus Arequipa machen, so dass der Dienst vor Ort nicht beeinträchtigt wird. Jedes Jahr werde ich jedoch für drei Wochen in England/Schottland sein, um dort an einer Forschungskonferenz teilnehmen zu können und die neuesten Veröffentlichungen einzusehen.